Jugendfeuerwehrtag

Ziel des Nachwuchses: Fit für die Feuerwehr der Großen

„Auf die Plätze, fertig, los“ heißt es für die Wettkampfgruppe Finnentrop 2 bei der Schlauchstafette über 120 Meter.

„Auf die Plätze, fertig, los“ heißt es für die Wettkampfgruppe Finnentrop 2 bei der Schlauchstafette über 120 Meter.

Foto: Martin Droste

Kreis Olpe/Neu-Listernohl.  Die Jugendlichen zeigen beim Kreisjugendfeuerwehrtag, was sie drauf haben. Nachwuchssorgen gibt es im Kreis Olpe noch nicht.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, gerade bei der Feuerwehr. Die Väter von Julius Dobernig aus Kirchhundem und Marcel Busenius aus Ennest sind aktive Brandschützer. Deshalb drängt es auch die beiden Söhne in die aktive Wehr. Bis dahin üben sie mit ihren Kameraden in den Gruppen der Jugendfeuerwehren, so auch beim Kreisjugend-Feuerwehrtag am Samstag in Neu-Listernohl.

13 Gruppen am Start

An der Mehrzweckhalle und auf dem Kunstrasenplatz sind 13 Gruppen aus dem Kreis Olpe am Start. Auf dem Programm stehen vier Disziplinen: Schlauchstafette, Knotenbock, Hindernislauf und ein Zusatzspiel, das traditionell von der gastgebenden Wehr ausgewählt wird. Brandinspektor Andreas Borschdorf und die Feuerwehr Attendorn haben sich für ein Spiel mit den Namen „Blinde Funkkuh“ entschieden. Dabei werden die Nachwuchs-Brandschützer mit zugeklebten Helmen über einen Parcours geschickt, ein Kollege dirigiert sie per Funk. Am Ende heißt es Wasser marsch!, muss ein brennendes Holzhäuschen gelöscht werden.

„Das war sehr lustig und hat Spaß gemacht“, lachen Julius Dobernig und die anderen acht jungen Feuerwehrleute von der Wettkampfgruppe aus Kirchhundem. Das Vorbild des Vaters ist nicht der einzige Grund, warum der 16-Jährige vor sechs Jahren in die Jugendfeuerwehr eingetreten ist. „Die Gemeinschaft“ ist Julius sehr wichtig. „Alle wollen in die aktive Wehr“. Das ist auch das erklärte Ziel des jungen Kirchhundemers.

46 Mädchen dabei

Dass von den aktuell 444 Mitgliedern der Kreisjugendfeuerwehren immerhin 46 Mädchen sind, damit haben Julius Dobernig und seine Kameraden keine Probleme. „Mädchen werden bei uns akzeptiert.“ Sadya Arya ist seit fast vier Jahren in der Jugendfeuerwehr Repetal. „Es macht eigentlich alles Spaß“, sagt die 13-jährige aus Mecklinghausen. „Natürlich will auch sie in die aktive Wehr. Bis dahin heißt es: üben, üben, üben. „Die jungen Feuerwehrleute dürfen eigentlich alles, außer am aktiven Dienst teilnehmen“, berichtet Kreisjugend-Feuerwehrwart Bernd Koch. Zur Ausbildung, so der Brandschützer aus Iseringhausen, gehören „80 Prozent Feuerwehrtechnik und 20 Prozent Freizeitgestaltung“. Zwar stagnieren aktuell die Mitgliederzahlen, aber auf einem hohen Niveau. „Wir haben keine Nachwuchsprobleme“, freut sich Koch, der seit 2014 Kreisjugend-Feuerwehrwart ist.

„Die jungen Leute sollen Spaß haben und sich nicht überschlagen“, betont Oberschiedsrichter Ulrich Pape aus Finnentrop an der Station Knotenbock. Hier haben die Wettkampfgruppen vier Minuten Zeit, um eine Saugleitung zu legen und an eine Pumpe zu kuppeln. Pape gibt die Befehle, aber Neuland sind die Übungen für die Gruppen nicht. „Sie haben das trainiert“, erzählt der Finnentroper, der bei einem Kreisjugend-Feuerwehrtag „schon mal ordentlich nass geworden ist“.

Üben für den Ernstfall

Für Gruppenführer Marcel Busenius und seinen Trupp aus Ennest und Lichtringhausen wird es jetzt ernst. „Wir üben hier den Ernstfall. Das ist eine gute Grundlage“, nimmt der Ennester, dessen Vater Roger natürlich auch in der Feuerwehr ist, den Wettkampf ernst. Fünf Mal haben der 17-Jährige und seine Gruppe für Neu-Listernohl geübt. Dann hat Busenius junior keine Zeit mehr für den Reporter. Nach dem Kuppeln stehen Rettungs- und Halteknoten auf dem Programm.

An der 120 Meter langen Schlauchstafette ist das Team von Finnentrop 2 gefordert. 100 Sekunden haben die jungen Brandschützer Zeit, um die acht Schlauchstücke möglichst ohne „Drall“, sprich Dreher, zu legen. Auch an dieser Station geht es unter der Leitung von Oberschiedsrichter Julian Hageböck aus Ostentrop nicht bierernst zu. Der Spaß soll nicht zu kurz kommen. Das merkt man den jungen Feuerwehrleuten auch an.

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