Windkraft

Windkraftgegner aus dem Frettertal setzen auf den Störfaktor

Die Navigationsanlage Germinghausen bei Hülschotten könnte das Bauvorhaben der Stadtwerke Aachen AG zumindest teilweise zunichte machen. Darauf hoffen zumindest Björn Kathol und Co.

Die Navigationsanlage Germinghausen bei Hülschotten könnte das Bauvorhaben der Stadtwerke Aachen AG zumindest teilweise zunichte machen. Darauf hoffen zumindest Björn Kathol und Co.

Foto: DFS/H.-J. Koch

Serkenrode/Finnentrop.   IG Gegenwind: Keine Panik nach dem Ratsbeschluss zur Bauvoranfrage der Stadtwerke Aachen AG. Drehfunkfeuer könnte Zünglein an der Waage sein.

Mit dieser Entscheidung hatten die Vertreter der Interessensgemeinschaft (IG) Gegenwind Frettertal bereits im Vorfeld gerechnet: Der Finnentroper Gemeinderat gab am Dienstagabend mit Stimmen-Mehrheit der CDU-Fraktion sein Einvernehmen zur Bauvoranfrage der Stadtwerke Aachen AG, die sieben Windkraftanlagen bei Serkenrode errichten möchte. „Wir haben die Bürgerversammlungen in Lenhausen und Serkenrode vor der Ratssitzung genau verfolgt und deshalb war uns klar, wie die Sache ausgehen würde“, erklärt Björn Kathol, Mitglied der IG Gegenwind Frettertal, im Gespräch mit dieser Redaktion.

Aus der Ruhe bringen lassen sich die Windkraft-Gegner aus Serkenrode und Umgebung deshalb aber nicht. Und zwar aus folgendem Grund: Die Bauvoranfrage aus Aachen bezieht sich zunächst ausschließlich auf die Klärung militärischer und luftverkehrsrechtlicher Belange. Dies wiederum hat den Hintergrund, dass nur wenige Kilometer von Serkenrode entfernt, westlich von Hülschotten, bekanntlich das Drehfunkfeuer Germinghausen steht. Diese Navigationsanlage der Deutschen Flugsicherung (DFS) könnte möglicherweise das Zünglein an der Waage spielen und das Bauvorhaben der Stadtwerke Aachen AG zumindest in Teilen zunichte machen.

Schutzbereich beträgt 15 Kilometer

Denn rund um solche Navigationsanlagen besteht zunächst ein Anlagenschutzbereich von 15 Kilometern. „Wir müssen sicherstellen, dass die ausgestrahlten Signale nicht verfälscht in den Cockpits der Flugzeuge ankommen. In Sicherheitsfragen können und werden wir keine Kompromisse eingehen“, erklärt Michael Fuhrmann, Pressesprecher der DFS. Eine eigene Abteilung der Flugsicherung würde sich deshalb „nur“ mit solchen Störfaktoren, die unter anderem von Windenergieanlagen ausgehen können, beschäftigen. „Deshalb kann es passieren, dass ein Betreiber von Windkraftanlagen auf uns zukommt, wir ihm aber sagen müssen, dass er keine Erlaubnis von uns bekommt, wenn ein gewisser Toleranzbereich überschritten wird“, ergänzt Fuhrmann, der jedoch Wert darauf legt, dass Windräder auch im Anlagenschutzbereich nicht grundsätzlich verboten würden. „Es findet jedes Mal eine Einzelfallbeleuchtung statt“, betont der Pressesprecher.

Aus dieser Sachlage heraus schöpfen Kathol und seine Weggefährten Hoffnung. „Wir sehen die Sache relativ entspannt und gar nicht so kritisch, weil wir das Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit noch nicht verloren haben“, sagt Kathol, der gemeinsam mit „seiner“ Interessengemeinschaft jetzt vor allem eines tut: abwarten.

Übrigens: Sobald die luftverkehrsrechtliche Klärung vorliegt, wird die Bauvoranfrage nicht erneut dem Gemeinderat vorgelegt. Das erklärte Bürgermeister Dietmar Heß am Dienstag auf Nachfrage von Marcell Hesse von den Freien Wählern. Doch bis zu einer Klärung werden vermutlich einige Wochen ins Land ziehen.

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