Biggesee-Schifffahrt

Weiße Flotte wieder nach Sondern zurückgekehrt

Die Weiße Flotte ist wieder zu ihrem angestammten Anlegeplatz im Heimathafen in Sondern zurückgekehrt, nachdem das extreme Niedrigwasser einen Umzug nach Attendorn notwendig gemacht hatte.

Die Weiße Flotte ist wieder zu ihrem angestammten Anlegeplatz im Heimathafen in Sondern zurückgekehrt, nachdem das extreme Niedrigwasser einen Umzug nach Attendorn notwendig gemacht hatte.

Foto: Josef Schmidt

Kreis Olpe.   Dank des Regens: Nach dem Exil in Attendorn konnte die Weiße Flotte der Biggesee-Schifffahrt wieder in ihre Sonderner Heimat zurückkehren.

Die Weiße Flotte ist dank des gestiegenen Wasserpegels der Bigge wieder in ihren Heimathafen zurückgekehrt: „Ja, wir sind am Dienstag mit beiden Schiffen wieder nach Sondern gefahren“, bestätigte der Chef der Biggesee-Schifffahrt GmbH, Wolfgang Keseberg, auf Anfrage unserer Zeitung. Der Grund liege auf der Hand: „Da muss ja regelmäßig jemand vor Ort sein, unter anderem, um die Schiffs-Taue dem aktuellen Wasserstand anzupassen“, so Keseberg: „Zweimal am Tag ist immer jemand von uns nach Attendorn gefahren, das können wir uns jetzt sparen.“

Zur Erinnerung: Wegen des extrem niedrigen Wasserpegels der Bigge im Zuge der Trockenperiode des vergangenen Sommers war die Weiße Flotte (MS Westfalen und die MS Bigge) ins Winter-Quartier umgezogen. Und zwar an den tiefsten Punkt der Bigge, die Waldenburger Bucht. Keseberg: „Da fehlten uns etwa 18 Meter zum Normalstand, jetzt sind etwa neun Meter hinzugekommen und wir konnten wieder nach Hause fahren.“

Fast 60 Prozent mehr Regen

Dass sich die Talsperren langsam wieder füllen, hat auch der Leiter des Ruhrverband-Talsperrenbetriebs Süd, Ralf Stötzel, zufrieden zur Kenntnis genommen: „Wir liegen derzeit noch etwa neun Meter unter Vollstau. Das Stauvolumen liegt damit rund zehn Prozent unter dem langjährigen Mittelwert. Deshalb hat die während der Trockenperiode beschlossene Reduzierung der Wasserabgabe an die Ruhr weiter Bestand.“

Weitere Fakten laut Pressemitteilung des Ruhrverbands: Die Niederschlagsmenge lag im Dezember mit 163 Litern pro Quadratmeter um 57 Prozent über dem üblichen Wert und brachte damit dem Talsperrensystem des Ruhrverbands den Beginn der lange erwarteten Aufstauphase.

Gesamtfüllstand liegt unter dem üblichen Wert

Der Gesamtfüllstand des Biggestausees, so die Pressestelle weiter, liege immer noch rund 25 Prozent unter dem für diese Jahreszeit üblichen Wert, obwohl der Dezember 2018 reichlich Regen mit sich brachte.

Trotz der Niederschläge rund um Weihnachten sind die Ruhrverbandstalsperren mit einem Füllstand ins neue Jahr gestartet, der deutlich unter dem langjährigen Mittel liegt. Seit 1968, also seitdem das Talsperrensystem des Ruhrverbands mit der Fertigstellung der Bigge-Talsperre seinen heutigen Gesamtstauraum erreicht hat, hatte es überhaupt nur zweimal zu Jahresbeginn noch niedrigere Werte gegeben als Anfang Januar 2019.

Allerdings geht der Füllstand dank der aktuellen Wetterlage in die aus wasserwirtschaftlicher Sicht „richtige“ Richtung, nämlich nach oben.

61,5 Prozent des Vollstaus

Stand 10. Januar betrug er 61,5 Prozent vom Vollstau und damit immerhin rund drei Viertel dessen, was für diese Jahreszeit üblich wäre. Zum Vergleich: Anfang Dezember 2018 hatte der Gesamtfüllstand der Talsperren noch bei gerade einmal knapp 43 Prozent vom Vollstau und damit bei weniger als 60 Prozent des für die Jahreszeit üblichen Wertes gelegen.

Anders als im Dezember 2018 mit seinen überdurchschnittlichen Niederschlägen hatte es nämlich in jedem der vorangegangenen zehn Monate weniger geregnet als im entsprechenden langjährigen Monatsmittel. Von Februar bis November waren lediglich 54 Prozent der für diesen Zeitraum üblichen Regenmenge gefallen. Noch geringere Niederschläge waren im Ruhreinzugsgebiet bisher nur im Vergleichszeitraum des Trockenjahres 1959 registriert worden.

Wegen dieser anhaltenden Trockenheit mussten die Talsperren des Ruhrverbands Schwerarbeit leisten, um die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabflüsse in die Ruhr einzuhalten. Ohne das zusätzliche Wasser aus den Talsperren wäre die Ruhr im Sommer und Herbst 2018 immer wieder streckenweise „trocken gefallen“, wie es in der Fachsprache der Ruhrverbands-Techniker heißt.

Weiteres zum Thema Biggesee-Schifffahrt lesen Sie hier https://www.wp.de/staedte/kreis-olpe/weisse-flotte-bezieht-winterquartier-in-waldenburger-bucht-id215814643.html

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