Trinkwasser

Wasserversorgung Heinsberg: Bürger warten auf Hochbehälter

Tiefenbrunnen in Heinsberg. Wasserknappheit bestimmt in Heinsberg das Leben der Dorfbewohner.

Tiefenbrunnen in Heinsberg. Wasserknappheit bestimmt in Heinsberg das Leben der Dorfbewohner.

Foto: Emilia Knebel

Heinsberg/Albaum.  Noch immer muss in Heinsberg Trinkwasser gespart werden. Mit der Inbetriebnahme des neuen Hochbehälters soll damit bald Schluss sein.

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In den letzten Wochen hieß es für die Einwohner von Heinsberg wieder vor allem eines: Wasser sparen. Zwar hatte sich die Situation Mitte Juli etwas entspannt (wir berichteten), aber aufgrund der anhaltenden Hitze und Trockenheit war das Wasser wieder so knapp geworden, dass die Anordnung und der Appell der Gemeindewerke an die Bürgerschaft zum Wassersparen wieder aktuell wurde. Trinkwasser sollte nur noch zu Haushalts- und Hygienezwecken, nicht aber für die Befüllung von Pools oder die Autowäsche verwendet werden.

Nachbarort mit Überschuss

Wegen der Wasserknappheit wurde deshalb auch der Wassertransfer per Tankwagen von der Bormeckequelle in Albaum nach Heinsberg wieder aktiviert, der zwischenzeitlich nicht mehr nötig war. Denn im Nachbarort Albaum, der über eine eigene Wassergewinnung verfügt, gibt es aktuell sogar einen Wasserüberschuss. Im Moment dient der Tankwagen aber wieder als Notfallreserve. „Der Wasserverbrauch liegt normalerweise bei etwa 120 bis 140 Kubikmetern pro 24 Stunden. Wenn das so bleibt und nichts passiert, ist die Versorgung in Heinsberg auch ohne den Tankwagen gesichert“, erklärt Ernst Hoffmann, der Wassermeister der Gemeindewerke in Kirchhundem. Gäbe es jedoch einen Notfall, beispielsweise durch einen Einsatz der Feuerwehr, bei dem viel Wasser benötigt wird, könnte es noch mal eng werden. „Wir bräuchten schon einen Landregen, der auch mal über eine Woche anhält. Ein einmaliger Regenschauer macht da nicht viel“, weiß Hoffmann.

Doch mit dem Wasserengpass wird bald Schluss sein. Der neue Hochbehälter am Laubhagen soll in dieser Woche in Betrieb genommen werden, zumindest teilweise. Die beiden Wasserkammern sind bereits gefüllt. Gestern wurden Wasserproben genommen. Sobald das Hygieneinstitut grünes Licht gibt, fließt das Trinkwasser erstmals aus dem neuen Hochbehälter in die Heinsberger Wasserkräne. Allerdings wird das Wasser zunächst noch von der Pumpstation in der Lümke in Heinsberg in den Hochbehälter gepumpt. Denn die Filteranlage im Hochbehälter ist noch im Aufbau. Erst, wenn auch diese funktionsbereit ist, werden die neuen Quellfassungen oberhalb des Hochbehälters angezapft. Und dann sollten die Wasserprobleme des Ortes behoben sein. Das Besondere an der Wasserversorgung in Heinsberg und Albaum ist, dass diese Orte durch Eigengewinnung mit Trinkwasser versorgt werden. „Die Wasserqualität hier ist sehr gut, und uns ist es sehr wichtig, dass wir unser Wasser selbst verwerten und aufbereiten“, erklärt Hoffmann.

Durch mehrere Tiefenbrunnen, Quellfassungen und Hochbehälter, sowie regelmäßige Kontrollen und den Einsatz modernster Technik ist das unter hohem Arbeitsaufwand möglich.

Die Engpässe in der Wasserversorgung in Heinsberg sind nicht neu, besonders im sehr trockenen Sommer 2018 wurde das so wichtige Lebensmittel Wasser sehr knapp.

„Im letzten Jahr hatten wir immer wieder Probleme bei der Wasserversorgung. Da haben wir gesagt, wir müssen jetzt was tun“, so Ernst Hoffmann. Während des Neubaus des Hochbehälters Laubhagen und der neuen Quellfassungen befindet sich die Wassergewinnung und -versorgung deshalb derzeit noch in einer Übergangsphase.

Bürger zeigen Verständnis

Dass die Einwohner von Heinsberg unter diesen Umständen leiden müssen, tut dem Wassermeister leid: „Natürlich ist es schade für die Familien, die ihren Pool nicht befüllen konnten oder ihr Auto nicht zu Hause waschen durften.“ Dennoch hätten die meisten Bürger aber verständnisvoll auf die angeordneten Sparmaßnahmen reagiert.

Wassermeister Hoffmann und die Heinsberger Bürger hoffen nun, dass die Wasserversorgung bald wieder ohne Probleme und Einschränkungen gewährleistet wird und im restlichen Sommer im Pool im Garten geplanscht werden kann. Doch bis die Filteranlage in Betrieb ist und die neuen Quellfassungen angezapft werden können, wäre Ernst Hoffmann eine ergiebiger Landregen sehr willkommen.

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