Volksbank

Volksbank-Gebäude in Schönholthausen im Herbst verkauft

Helmut Beule, langjähriger Bankdirektor der Volksbank Schönholthausen, am Freitag (8. Februar 2018) bei der Versammlung in der Schützenhalle.

Helmut Beule, langjähriger Bankdirektor der Volksbank Schönholthausen, am Freitag (8. Februar 2018) bei der Versammlung in der Schützenhalle.

Foto: Flemming Krause

Schönholthausen.   Helmut Beule, langjähriger Chef der Volksbank Schönholthausen, hat kein Verständnis für die Filialschließung. Bank wehrt sich gegen Vorwürfe.

Einst zählte die Volksbank Schönholthausen zu den kleinsten eigenständigen Genossenschaftsbanken in Westfalen. Sie war der ganze Stolz des kleinen Finnentroper Ortes. Doch dann folgten die Zäsuren. Im Jahr 2006, als Deutschland die Fußball-Weltmeisterschaft austrug, fusionierten die Schönholthauser zunächst mit Grevenbrück. Acht Jahre später, in 2014, gingen beide schließlich in der Volksbank Bigge-Lenne auf. Die härteste Zäsur, zumindest aus Sicht vieler Kunden, folgte dann Ende 2017, als der Standort in Schönholthausen komplett aufgegeben und dafür die Filiale in Fretter um- und ausgebaut wurde. „Der Geldautomat in Schönholthausen zählte zu den am wenigsten frequentierten in unserem Verbreitungsgebiet“, erklärte Bernd Griese, Vorstandsmitglied der VB Bigge-Lenne, auf Nachfrage dieser Redaktion. Der Standort hätte sich wirtschaftlich nicht mehr gerechnet.

Vorstand nicht anwesend

Helmut Beule, langjähriger Leiter der VB Schönholthausen, kann sich mit dieser Entscheidung nicht abfinden. Schließlich habe „seine“ Bank vor Ort gute Arbeit geleistet. Er beklagt zudem, dass die Verantwortlichen nicht mit offenen Karten gespielt hätten. „Wir waren eine starke Bank, bei der Schließung ist man nicht fair mit uns umgegangen. Unsere Forderung lautet, dass Genossenschaft in Schönholthausen weiter gelebt werden muss“, echauffierte er sich am Freitagabend in der Schützenhalle. Dorthin hatte er nicht nur Anwohner (rund 60 anwesend), sondern auch den Vorstand eingeladen, um Antworten auf die aus seiner Sicht unbegründete Filialschließung zu bekommen. Allerdings waren keine Vertreter des Geldinstitutes anwesend. Warum? „Wir haben im vergangenen Jahr einen regen Briefaustausch mit Herrn Beule gehabt, wir haben uns persönlich mit ihm getroffen und aus unserer Sicht alle Gründe für die Schließung offengelegt“, erklärte Griese das Fernbleiben.

Ebenso hätte sich Beule eine Antwort auf die Frage gewünscht, ob das Bankgebäude noch im Besitz des Geldinstitutes ist. „Nein“, betonte Griese im Gespräch mit dieser Redaktion, „wir haben es im Herbst 2018 verkauft. Der neue Eigentümer will die Immobilie meines Wissens nach zu Wohnzwecken umbauen.“ Griese wehrte sich auch gegen den Vorwurf, mit verdeckten Karten in Sachen Filialschließung gespielt zu haben. „Wir haben im April 2017 unsere Mitgliedervertreter über diesen Schritt informiert und dafür Verständnis erfahren.“ Eine weitere Frage, die Beule auf dem Herzen lag, war die, warum die Bank sich für den Standort Fretter entschieden habe. Grieses Antwort: In Fretter würde es schlicht mehr Infrastruktur geben. Und damit sei dieser Standort für die VB die geeignetere Wahl gewesen.

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