Kunst

Vier Skulpturen markieren den Pfad an der Wendener Hütte

Einweihung des neuen Skulpturenofades am Museum Wendenerhütte.

Einweihung des neuen Skulpturenofades am Museum Wendenerhütte.

Foto: Birgit Engel

Wenden.  „Kunst bereichert unser Leben“, sagte Bernd Clemens und betonte wie gut der Pfad gelungen ist. Eine Gemeinschaft überzeugte mit zwei Skulpturen.

Kühe sind von Natur aus neugierig. So waren sie auch Zaungäste, als die Menschengruppe inmitten der Wiesen und Weiden zwischen Wendener Hütte und Brün stand und sich das Kunstwerk „Feuer/Wasser“ ansah, das Teil des neuen Skulpturen-Pfades des technischen Kulturdenkmals Wendener Hütte ist, der vergangenen Sonntag eröffnet wurde. „Die Tiere waren schon beim Aufbau dabei, haben die Installation also als erste gesehen“, lachte die Attendorner Künstlerin Marlies Backhaus.

Ihre Kunst zeigt sieben Stelen aus Cortenstahl, sowohl in der Höhe drei Meter messend als auch in der Breite. Sie erinnern an Flammen und an Wasser und leiten dabei den Blick des Betrachters auf die wenige hundert Meter entfernte älteste erhaltene Hüttenanlage Deutschlands. „Es ist eine große Ehre, etwas zu schaffen, das über einen hinaus lebt“, sagte Marlies Backhaus.

Skulpturen markieren Obergraben

Neben ihrer Skulptur bereichern drei weitere Kunstwerke den Skulpturen-Pfad, der den heute trockenen und durch Überbauung gestörten „oberen Obergraben“ markiert. Er ist Teil des Grabensystems, durch das die Hütte dereinst mit dem notwendigen Wasser zum Antrieb der Wasserräder versorgt werden konnte.

„Die Verbindung von Gewerbe und Natur wird beim Wassersystem besonders deutlich. Deshalb sind die Betriebseinheiten nicht nur als technische Denkmäler, sondern auch als Museumsräume anzusprechen“, erläuterte Museumsleiterin Monika Löcken. „Folgt man dem Gedankengang, ist die Markierung des Obergrabens durch Kunstwerke nur folgerichtig. Sie erweitern die Erfahrungsmöglichkeiten dieser Gewerbelandschaft um eine weitere Dimension.“

Die Idee zu dem Pfad stammt ursprünglich von dem Wendener Franz-Josef Henke, realisiert wurde das Projekt mit Leader-Mitteln. Satte 65 Prozent kommen aus dem EU-Fördertopf, die restlichen 35 Prozent teilen sich der Kreis Olpe und die Gemeinde Wenden als Träger des Museumsvereins. „Kunst bereichert unser Leben“, sagte Bernd Clemens und betonte, wie „wunderbar der Pfad im Einzelnen gelungen ist“. Seinen Dank richtete er an alle Organisatoren und Akteure, neben Museumsleiterin Monika Löcken dem Management der hiesigen Leader-Region „Bigge.Land – Echt.Zukunft“, den Künstlern sowie der Jury.

Skulpturen im Freien, also dort, wo tagtäglich viele und unterschiedliche Menschen unterwegs seien, fänden stets eine besondere Art der Aufmerksamkeit, so Bernd Clemens. „Kunst soll dazu anregen, die Welt mit anderen Augen zu sehen und zu neuen Einsichten oder Erkenntnissen zu gelangen.“

Tourismus und Industrie verbinden

Zur Eröffnung gekommen war auch Thomas Weber, Chef des Regionalverbands Sauerland-Tourismus. „Wir sind Tourismusregion und wir sind Industrieregion. Das gilt es unter einen Hut zu bringen. Wo kann man das besser sehen als hier.“ Die Ideen zu den Skulpturen, die auf dem Pfad zu sehen sind, wurden im Rahmen einer Ausschreibung gesucht. Angesprochen waren alle Künstler mit professioneller oder autodidaktischer Ausbildung mit nachgewiesener Ausstellungstätigkeit.

Die Künstler mussten lediglich zwei Voraussetzungen erfüllen: Die Kunstwerke sollen die „Elemente der Eisenhütte“ und damit Wasser, Holz, Kohle, Stahl, Eisen, Feuer, Glut, Stein und Erz ansprechen sowie wetter- und standfest sein. Neben Marlies Backhaus bekamen der in Attendorn geborene Künstler Volker Schnüttgen mit seiner Stahlplatten-Skulptur „Lighthouse II“ sowie die Ateliergemeinschaft Stefanie Schenk-Busse und Björn Busse aus Meschede den Zuschlag.

Die Ateliergemeinschaft schuf gleich zwei Skulpturen. Die eine markiert mit dicken, verzinkten Stahlbögen, die für die Kohlenmeiler stehen, den Beginn des „Oberen Obergrabens“, die andere, ein Gerüst aus Edelstahlrohren, das an die Molekularstruktur von Eisen denken lässt, das bisher vorläufige Ende des Skulpturen-Pfades.

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