Totes Reh

Totes Reh in Attendorn lenkt Verdacht auf einen Wolfsriss

In Attendorn zwischen dem Bikepark und der Hubertushütte wurde Anfang Januar ein gerissenes Reh gefunden.

In Attendorn zwischen dem Bikepark und der Hubertushütte wurde Anfang Januar ein gerissenes Reh gefunden.

Foto: Anna Tillenburg/Googlemaps

Attendorn/Kreis Olpe.   Gerissenes Tier von Jäger Ulrich Keine in Attendorn gefunden. Proben am Donnerstag nach Recklinghausen geschickt. Ergebnis in einigen Wochen.

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Verdachtsmomente kamen in der jüngeren Vergangenheit immer mal wieder auf. Doch bislang gab es noch keinen einzigen nachgewiesenen Wolfsriss im Kreis Olpe. Ob dies weiter Bestand hat, wird sich in wenigen Wochen zeigen. Denn Anfang Januar entdeckte Jäger Ulrich Keine in der Nähe des Attendorner Bikeparks ein totes Reh.

Sofort fiel dem 2. Vorsitzenden des Attendorner Hegerings, der zur Kreisjägerschaft „Kurköln“ Olpe gehört, der markante Kehlbiss auf. Weil die Art und Weise, wie das Reh angefressen war, nicht eindeutig einem wildernden Hund zuzuordnen gewesen sei, habe sich Keine entschlossen, einen der drei Wolfbeauftragten des Kreises Olpe, Antonius Klein, zu kontaktieren.

„Dass ein Wolf hier im Spiel war, konnte ich zumindest nicht ausschließen“, erklärte Keine auf Nachfrage dieser Redaktion.

Er habe unmittelbar nach dem Fund und dem Telefonat mit dem Experten vom Kreis Bilder von dem gerissen Reh gemacht und das Tier mit nach Hause genommen. Tags drauf besuchte ihn Antonius Klein, der schließlich einen Abstrich von dem Kehlbiss (in dem Bereich, wo die Eckzähne zugepackt hatten) vornahm. Die Proben samt Bericht schickte Klein am Donnerstag (10. Januar) nach Recklinghausen zum Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (kurz: LANUV). Dort werden die Proben nun ausgewertet.

Nicht an Spekulationen beteiligen

An Spekulationen, wer das Reh getötet haben könnte, wollte sich der Wolfsbeauftragte nicht beteiligen. „Ich bin nur für die Spurensicherung da und ziehe keine Rückschlüsse“, erklärte Klein auf Nachfrage. Jedoch würden die Indizien auf einen großen Beutegreifer als „Täter“ hinweisen, so Klein. „Das kann aber auch ein großer Schäferhund gewesen sein“, sagte er.

Klarheit würde eben erst dann herrschen, wenn die Experten ihre Arbeit in Recklinghausen gemacht hätten. Dies könne einige Wochen in Anspruch nehmen.

Dass Wölfe grundsätzlich irgendwann durch den Kreis Olpe streifen, steht für Klein außer Frage. „Vielleicht sind sie auch schon hier gewesen und haben sich noch nicht erwischen lassen“, mutmaßt der Fachmann.

Appell an Hundehalter

Jäger Ulrich Keine nutzt den aktuellen Fall für einen Appell an die Hundebesitzer. „Leider kommt es immer wieder vor, dass gerade Rehe von freilaufenden Hunden gehetzt und gerissen werden“, sagte der Attendorner.

Seine Bitte: Die Hunde sprichwörtlich an der langen Leine lassen. „Ich weiß, dass nicht jeder Hund gleich ist und über einen ausgeprägten Jagdtrieb verfügt, und ich will auch nicht alle Hundehalter über einen Kamm scheren, aber es ist wichtig, dass Hundebesitzer sich ihrer Verantwortung gegenüber den Wildtieren und der Natur bewusst sind“, betonte der 2. Vorsitzende des Hegerings.

Tote Rehe finde er übrigens unregelmäßig, vielleicht eine Hand voll im Jahr. 2018 erinnere er sich an zwei tote Rehe in Attendorn, eines unterhalb des Biggedamms und das andere in der Nähe des Campingplatzes an der Waldenburger Bucht. In einem dieser Fälle sei der „Täter“ ein Hund gewesen, so Keine. Ob dies jetzt genauso ist, wird sich in wenigen Wochen zeigen.

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