Kultur

Stadtmuseum Olpe: Förderverein wehrt sich gegen Kritik

Am Standort des alten Bahnhofs soll das neue Bürgerhaus entstehen.

Am Standort des alten Bahnhofs soll das neue Bürgerhaus entstehen.

Foto: Birgit Engel

Olpe.  Die Pläne für ein Museum in der Stadt Olpe gehen voran. Seitens der Bürger gab es Kritik. Der Förderverein wehrt sich. Modernes Museum geplant.

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Es ist ein Thema, das die Stadt Olpe seit 1997 beschäftigt: ein eigenes Stadtmuseum. Damals gründet sich ein Förderverein, der sich einzig und alleine, die Errichtung einer solchen kulturellen Stätte zur Aufgabe macht. Studien werden erstellt, Konzepte entworfen – aber zu einer Umsetzung kommt es nie. Doch seit Juli tut sich was.

Die Stadtverordneten beschließen mehrheitlich, das Museum in den Neubau des Rathauses auf dem Bahnhofsgelände zu integrieren. „Wir haben sehr geduldig unser Ziel verfolgt“, sagt Wilma Ohly, Vereinsvorsitzende. „Ein Stadtmuseum für Olpe und für die Dörfer in der Umgebung. Unsere Kreisstadt hat es mit ihrer reichen Geschichte verdient, in einem Museum präsentiert zu werden.“

Kritik von den Bürgern

Doch es gibt kritische Stimmen. Nicht nur innerhalb der Stadtverordnetenversammlung wird heftig diskutiert. Seitens der Bürger heißt es, Olpe würde ja jetzt doch kein Museum bekommen, lediglich eine großzügige Ausstellungsfläche im Foyer des Rathauses (Bürgerhauses). Der Förderverein habe sich in seinen Plänen stutzen lassen. Äußerungen, die die Vereinsmitglieder schockieren. Denn die Pläne für das künftige Stadtmuseum sind großangelegt, obwohl – oder gerade weil – es im neuen Rathaus integriert wird. Dr. Ludger Ohm, stellvertretender Vorsitzende und Gründungsmitglied des Fördervereins, führt aus, welche Strahlkraft das Stadtmuseum haben wird. „Das Museum wird eine eigene Institution werden, keine Vitrinenausstellung, die im neuen Rathausbau untergehen wird“, macht Ohm deutlich. „Wir sind mit dieser Lösung, die auch Synergieeffekte mit dem Rathausneubau nach sich ziehen wird, sehr glücklich.“

Für die derzeit rund 400 Mitglieder geht ein Herzenswunsch in Erfüllung. Das Stadtmuseum soll eine 400 Quadratmeter große Ausstellungsfläche bekommen, die den modernen, technischen Anforderungen entspricht. Der Raum soll eine entsprechende Deckenhöhe bekommen, klimatisiert werden, vor UV-Strahlen geschützt werden und den nötigen Diebstahlschutz bekommen. „Wir möchten so werden, wie die modernen Museumsneubauten“, erklärt Dr. Ohm. „Mit dieser Konzeption lassen sich auch höherwertige Ausstellungen nach Olpe holen. Das könnten andere, in Olpe zur Verfügung stehende Räumlichkeiten nicht leisten.“

Auch jüngere Leute ansprechen

Das neue Stadtmuseum soll der kulturelle Mittelpunkt des neuen Stadtareals am Biggesee werden. Ziel sind Basisausstellungen zur Stadt Olpe, zum Umland – und zum Biggesee. „Das Thema Wasser wäre für so ein Museum auch überregional ein Alleinstellungsmerkmal und würde auch andere Besucher heranziehen“, erklärt Vorstandsmitglied Dr. Burkhard Reißner. Auch der LWL stehe dem Projekt wohlwollend gegenüber – auch mit dem Blick auf die Thematik Wasser. „Da können wir erhebliche Unterstützung bekommen“, sagt Dr. Ohm. „Der LWL hat signalisiert, dass er unser Projekt mit großem Zuspruch verfolgt. Es ist der einzige Neubau im ganzen Beritt des LWL Westfalen-Lippe, der ansteht.“

Wechselnde Ausstellungsthemen im Kulturzentrum sollen zum dauerhaften Erhalt der Attraktivität beitragen. Weiterhin geht es um die Funktion als Bürgerbegegnungsstätte. Das Museum soll auch für öffentliche Events und private Veranstaltungen genutzt werden. Es soll aufgrund der Lage auch Nichtinteressierte an Kultur heranführen. „Weil wir auch jüngere Menschen ansprechen sollen, ist die Nähe zum Bahnhof optimal“, betont Dr. Ohm.

Wilma Ohly und Dr. Reißner betonen mit Blick auf die bereits bestehenden Museen im Kreis Olpe und in der Region, dass man dort nicht in Konkurrenz treten wolle.

Ein Name für das neue Stadtmuseum wird noch gesucht.

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