Riesenprojekt

Stadt Lennestadt will in Meggen 12 Millionen Euro verbauen

Die Straße Eiling stammt noch aus den 50ern bis 60ern Jahre, aber auch Kanal und Leitungen im Untergrund sind marode

Die Straße Eiling stammt noch aus den 50ern bis 60ern Jahre, aber auch Kanal und Leitungen im Untergrund sind marode

Foto: Volker Eberts

Meggen.   Der Eiling in Meggen und die oberhalb liegenden Straßen bekommen neue Kanäle und werden in den nächsten 10 bis 12 Jahren komplett saniert.

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Wer mit seinem Auto zu schnell über den Eiling in Meggen fährt, der kann eigentlich sofort in die nächste Autowerkstatt durchstarten, so schlecht ist die Parallelstraße zur Lenne, die wie alle Straßen in diesem Bereich aus den
50er- oder 60er-Jahren stammt. Aber das soll sich bald ändern. Die Stadtverwaltung stellte am Dienstagabend im Pfarrheim ihre Ausbaupläne für Eiling und Co. vor. Fazit: Insgesamt 12 Millionen Euro wollen Stadt und Stadtwerke in fünf Kilometer neue Straßen, fünf Kilometer neue Abwasserkanäle und fünf Kilometer neue Versorgungsleitungen investieren. Parallel müssen zwei neue Regenüberlaufbecken gebaut werden.

Das alles bedeutet, die Bürger können sich auf bis zu 12 Jahre Baustellenbeeinträchtigungen einstellen. Weil in dem Bereich alles relativ eng und extrem steil ist, wird dies sicherlich kein Zuckerschlecken. Auch werden mangels Platzes am Eiling Rad- und Fußwege nur begrenzt möglich sein. Aber, das machte Stadtwerkeleiter Peter Quinke klar, an der vom RP geforderten Umsetzung des Zentralen Abwasserplans führe kein Weg vorbei, weil alle Kanäle nicht nur alt und zum Teil marode, sondern auch zu klein dimensioniert seien. Quinke: „Wir müssen das bis 2031 realisieren.“

Los geht es im kommenden Frühjahr im Bereich Eiling-Süd, vom Abzweig der Straße An der Kahle bis zum Bahnübergang Eiling. „Die Bauarbeiten werden nur unter Vollsperrung möglich sein“, so Planer Stefan Färber. Und auch das Parken vor der eigenen Haustür wird kaum möglich sein.

Neuer Kreisverkehr auf dem Ohl

Anschließend kommt der Eiling-Nord, Von der Kahle bis Barbarastraße an die Reihe, dann, voraussichtlich 2021, ein weiteres Kernstück der Gesamtbaumaßnahme: Der Knoten Auf´m Ohl, Walzwerkstraße und Eiling soll durch die Anlage eines Kreisverkehrsplatzes sicherer gemacht werden. Dann geht’s in den Folgejahren weiter mit Aufm´Ohl, Ohlstraße, An der Kahle, Laubenweg, Vor der Hermecke, Walzwerkstraße, Weiherstraße und Faulebutter. Die Reihenfolge ergibt sich durch den Kanalbau. Die Tiefbauer starten mit den größten Rohren, die nach oben hin immer kleinere Durchmesser haben.

Für die ersten drei Bereiche gibt es bereits eine qualifizierte Detailplanung, für die Bereiche jenseits von 2021 lediglich eine Vorplanung. Bürgermeister Hundt versprach, über jeden neuen Bauabschnitt in Anliegerversammlungen im Detail zu informieren. Wie so oft in solchen Zusammenkünften drehten sich die Nachfragen aus der 120-köpfigen Bürgerschaft im Ratssaal fast ausschließlich um die Anliegerbeiträge.

Anliegerbeiträge unklar

Für Bürgermeister Stefan Hundt und sein Team ist dies derzeit wie ein Blick in die Glaskugel. Denn einerseits handelt es sich um ein Bauprogramm „für die nächsten 10 bis 20 Jahre“, so Hundt, in denen sich die Rahmenbedingungen wie zum Beispiel die Preisvorstellungen der Baufirmen erheblich ändern können, andererseits ist die Entscheidung des Landtags über eine Novellierung des Kommunalen Abgabegesetzes (KAG) vakant.

In der Diskussion ist die Abschaffung der Anliegerbeiträge für Sanierungsmaßnahmen auch in NRW wie bereits in anderen Bundesländern. Sollte es so kommen, könnten die Meggener Bürger mit die ersten im Stadtgebiet sein, die davon profitieren. „Solange der Landtag keine Entscheidung zu den Straßenbaubeiträgen getroffen hat, werden wir keine Abrechnungen mehr durchführen. Wir wollen Rechtssicherheit haben“, versprach der Bürgermeister.

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