Gericht

Sieben Monate Haft im Messerstich-Prozess von Meggen

Wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung wurde der 27-Jährige im Amtsgericht Lennestadt zu sieben Monaten Haft verurteilt.

Wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung wurde der 27-Jährige im Amtsgericht Lennestadt zu sieben Monaten Haft verurteilt.

Foto: Roland Vossel / WP

Lennestadt.  Am dritten Verhandlungstag fällte Richter Tiggemann am Amtsgericht Lennestadt das Urteil gegen einen 27-Jährigen: sieben Monate ohne Bewährung.

Sogar der Dolmetscher aus Dortmund war am dritten Verhandlungstag entnervt. Immer wieder redete der aufgebrachte 27-jährige Angeklagte dazwischen, so dass er kaum übersetzen konnte. Immer wieder ließ der Syrer über den Dolmetscher mitteilen, dass er nichts getan habe, sondern sein damaliger Mitbewohner der wahre Täter sei. Glaubwürdig war das nicht. Im Gegenteil. „Das Gericht ist überzeugt, dass er die Taten begangen hat. Sämtliche Zeugen haben den Angeklagten erkannt und gesagt, dass es nicht der Mitbewohner war“, so Lennestadts Amtsrichter Edgar Tiggemann, der den 27-Jährigen zu sieben Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilte. Damit folgte er dem Antrag von Amtsanwältin Müller-Lück.

Aus Diskothek geflogen

Die Anklage habe sich bestätigt: Am Karnevalssonntag (3. März 2019) war er aus der Diskothek „Big Ben“ in Meggen geflogen, weil er eine Frau belästigt hatte. Morgens um 5.55 Uhr machte er dann mächtig Randale, beschimpfte den Inhaber übelst und stach ihm an der Tür unvermittelt mit einem Messer auf den Arm. Vor Wut rammte er das Messer dann in die Motorhaube eines Autos.

Die eigentlich geplante polizeiliche Vorführung des vom Angeklagten beschuldigten Mitbewohners klappte am Donnerstag nicht. Grund: Er ist bereits im Juni 2019 nach Syrien zurückgekehrt. „Der Angeklagte ist aufbrausend und aggressiv. Er schiebt die Schuld von sich. Er erzählt uns hier ein Märchen. Er nutzt es aus, dass sein damaliger Mitbewohner nicht mehr greifbar ist“, betonte Amtsanwältin Müller-Lück. Wie der Richter sah auch sie keine positive Sozialprognose für den 27-Jährigen.

Nach den Aussagen des Diskotheken-Inhabers und drei seiner damaligen Mitarbeiter, die den Angeklagten eindeutig als Täter identifiziert hatten, rundete ein Polizist (27) am dritten Verhandlungstag das Bild ab. Unweit der Diskothek hatte er nach der Tat mit drei Kollegen die Unterkunft des Angeklagten aufgesucht. Dieser habe zuvor noch schnell die Haustür abgeschlossen. Die Feuerwehr habe die Tür dann aufgebrochen und er die Wohnungstür nach mehrmaligem Klopfen aufgetreten. Der Mitbewohner habe tief und fest geschlafen.

Einschlägig polizeilich bekannt

„Beide sind einschlägig polizeilich bekannt. Sie legen ein hohes Gefahrenpotenzial an den Tag“, sagte der Polizist. Der Angeklagte sei sehr aggressiv gewesen: „Er hat sich vehement gewehrt. Das war das typische Bild von ihm, das wir kannten.“ In der Hose ihm Schrank des Angeklagten habe man den abgebrochenen Griff des Messers gefunden. Nun rastete der 27-Jährige auf der Anklagebank erneut aus und schimpfte in Richtung des Polizisten. „Er sagt: Er ist am lügen“, übersetzte der Dolmetscher.

Noch zweimal nach der Tat sei ihm der Angeklagte privat begegnet, so der Polizist. Dabei habe er irgendetwas in arabischer Sprache zu ihm gemurmelt. „Ich habe das Gefühl, dass er keinen Respekt hat“, meinte der Ordnungshüter. Zudem berichtete er noch von Aussagen des 27-Jährigen bei der Festnahme in der Wohnung: „Während wir ihn fixiert hatten, redete er in gebrochenem Deutsch, dass er eine Bombe in die Lampe einbauen wolle und er die richtigen Leute kenne.“

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