Haus Westfalenhöhe

Seniorenpflegeplätze Mangelware: Baubeginn verzögert sich

Das Haus Westfalenhöhe in Drolshagen-Wegeringhausen. Direkt nebenan soll für mehr als zehn Millionen Euro ein moderner Neubau entstehen. 

Das Haus Westfalenhöhe in Drolshagen-Wegeringhausen. Direkt nebenan soll für mehr als zehn Millionen Euro ein moderner Neubau entstehen. 

Foto: Foto: Josef Schmidt

Wegeringhausen.  Beim Seniorenhaus Westfalenhöhe in Wegeringhausen rührt sich immer noch nichts. Dabei wollen alle den Neubau für moderne Pflegeplätze.

Eigentlich sollte der Neubau des Seniorenpflegehauses „Westfalenhöhe“ in Drolshagen-Wegeringhausen schon vor seiner baldigen Eröffnung stehen. Im März 2018 waren die Betreiber Stefan Weber und Silvia Schmidt sowie die Investorengesellschaft La Vida (Ochtrup) guter Dinge, der Baubeginn stehe kurz bevor, im Frühjahr 2020 solle das 10-Millionen-Euro-Projekt neben dem jetzigen Seniorenhaus bezugsfertig sein. Bis heute ist jedoch kein Bagger vorgefahren, keine Schaufel geschwungen worden. Lediglich ein paar Bäume mussten der Säge und der späteren Baustelle weichen. Und das, obwohl die Drolshagener Kommunalpolitik dem Vorhaben von Anfang an positiv gegenüberstand und zu allen Planungsschritten Grünes Licht erteilte.

Planverfahren zieht sich

Stefan Weber würde ebenfalls liebend gerne den dringend erforderlichen Neubau beziehen, doch das Bebauungsplanverfahren hat sich deutlich länger hingezogen als erwartet.

Drolshagens Bauamtsleiter Christoph Lütticke verweist darauf, dass der Kreis Olpe als zuständige Behörde Einwände geltend gemacht habe: „Wir mussten den Plan abändern und erneut offenlegen.“ In den Beschlusspapieren für die Drolshagener Ratsvertreter ist denn auch von einer „erneuten öffentlichen Auslegung“ im Mai 2019 die Rede, von einem „atypischen Verfahrensverlauf durch das späte und umfängliche Vorbringen landschaftsrechtlicher Anregungen“ des Kreises.

Fledermäuse nicht stören

Ende Dezember 2018 hatte der Fachdienst Umwelt des Kreises darauf hingewiesen, dass einige Änderungen seine „bestehenden Bedenken ausräumen“ würden. Da geht es unter anderem um High-Tech-LED-Lichtquellen, die Fledermäuse nicht stören, um einen neu zu errichten Kinderspielplatz direkt neben dem Neubau, der „positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden von älteren Menschen“ habe, und um einen Zugang zum nahe gelegenen Wanderweg.

Bebauungsplan endlich rechtskräftig

Diese Anregungen sind offenbar berücksichtigt, die Außenanlagen überplant worden. Lütticke bestätigte im Gespräch mit unserer Zeitung jedenfalls: „Der Bebauungsplan ist jetzt rechtskräftig, einem erneuten Bauantrag dürfte jetzt nichts mehr im Wege stehen.“

Der liegt im Kreishaus auch vor, wie das Bauordnungsamt des Kreises als zuständige Baugenehmigungsbehörde auch bestätigte. Der Projektplaner von La Vida wollte momentan nichts zum Verfahren sagen.

Eine Prognose, wann es mit dem Neubau losgehe, gab Stefan Weber nicht ab: „Da sage ich nichts mehr zu.“ Im Umfeld des Seniorenhauses habe das lange Warten auf den Baubeginn schon für Diskussionen und eine gewisse Unruhe in der Bevölkerung gesorgt. Dass das Duo Weber/Schmidt lieber heute als morgen umziehen würde, ist verständlich.

Situation dramatisch

Denn die Situation in der Altenpflegebranche, so Weber, sei als dramatisch zu bezeichnen: „Wir haben fast jeden Tag bis zu zehn Anfragen, halten wegen des Engpasses schon gar keine Kurzzeitpflegeplätze mehr vor.“ Er müsse ständig Angehörige vertrösten. Das Führen einer Warteliste mache gar keinen Sinn mehr.

Dabei wird der Betrieb des bestehenden Seniorenhauses nur mit einer Ausnahmegenehmigung des Kreises erlaubt, denn die „Westfalenhöhe“ hat eigentlich zu wenig Einzelzimmer. Hintergrund: Ab 1. August 2018 mussten Seniorenhäuser eine Einzelzimmerquote von 80 Prozent ausweisen. „Bei einem Neubau sogar 100 Prozent.“

Momentan 43 Plätze

In der bestehenden Immobilie, so Weber, könne man momentan 43 Pflegeplätze bieten, in 34 Zimmern.

In der neuen Westfalenhöhe würden es 71 Plätze. Ausschließlich in Einzelzimmern, rund 20 Quadratmeter groß, inklusive der zu jedem Zimmer gehörenden Bäder.

Mit dem Umzug müsse der Personalbestand aufgestockt werden: „Derzeit beschäftigen wir 62 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bei 27 vollen Stellen.“ Etwa 15 volle Stellen, so der studierte Diplom-Pflegewissenschaftler Weber, müssten hinzu kommen.

Was keine leichte Aufgabe sein dürfte, da der Arbeitsmarkt in der Pflegebranche leergefegt sei. Weber: „Wir haben frühzeitig gegengesteuert, beschäftigen momentan sechs Auszubildende.“

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