Der Wolf ist da

Seminar für Schafhalter: Der richtige Zaun gegen den Wolf

Schafe in einer Weihnachtsbaumkultur in der Gemeinde Wenden. In Schönau findet am Wochenende ein Herdenschutzzaun-Seminar statt.

Schafe in einer Weihnachtsbaumkultur in der Gemeinde Wenden. In Schönau findet am Wochenende ein Herdenschutzzaun-Seminar statt.

Foto: Josef Schmidt

Kreis Olpe/Schönau.  Bei einem Herdenschutzzaun-Seminar können sich Schafhalter in Schönau ansehen, wie man seine Tiere mit Elektrozäunen vor dem Wolf schützen kann.

Die Schafhalter im Sauer- und Siegerland reagieren auf die vermehrten Meldungen, dass sich der Wolf in heimischen Gefilden zu Hause fühlt. Der Kreisverband der Schafhalter Siegerland, zu dem auch einige Mitglieder aus der Gemeinde Wenden gehören, laden deshalb für Samstag, 20. Juli, ab 14 Uhr zum Herdenschutz-Zaunbauseminar und zur Vorstellung der Fördermaßnahmen ein. Ort des Geschehens ist der Schafstall von Hildegunde und Meinolf Jung, Zum Schauinsland, in Wenden-Schönau.

Vollumfängliche Förderung

Wie Waldemar Lixfeld und Oliver Schneider vom Siegener Kreisverbandsvorstand mitteilen, würden Präventionsmaßnahmen gegen Wolfsangriffe vollumfänglich gefördert: „Seitens der Bezirksregierung werden Netze ab 90 cm, starke Weidezaungeräte, verschließbare Kästen, Batterien und nötiges Zubehör für die Schafhalter als sogenannte Billigkeitsleistung zu 100 Prozent finanziert.“

Vorsicht vor Formfehlern

Der Umfang der geförderten Ausrüstung hänge unter anderem von der Größe der jeweiligen Herde und der bewirtschafteten Fläche ab. Es sei aber wichtig, bei der Bearbeitung der Anträge keine Formfehler zu machen.

Lixfeld und Schneider weisen daraufhin, dass das Seminar von Moritz Specht gehalten werde, Sohn des bekannten Schwarzkopf-Herdbuchzüchters Erich Specht aus Hünxe und Schafberater der Landwirtschaftskammer: „Mit Moritz Specht, einem gelernten Tierwirt, verfügt die Schafberatung der Landwirtschaftskammer über einen weiteren jungen Mitarbeiter mit praktischer Erfahrung, der die Probleme der Schafhalter von Jugend an kennt.“ Im Blickpunkt des Seminars stünden neben den technischen Anforderungen an den wolfssicheren Zaun auch die Feinheiten der Förderanträge.

Anmeldungen auch aus dem Kreis Olpe nimmt Waldemar Lixfeld per Mail entgegen: waldemar.lixfeld@googlemail.com

Protestbrief an die Ministerin

Wegen der zunehmenden Wolfs-Gefahr haben die Schafzüchter des Landesverbandes inzwischen auch einen Offenen Brief an die NRW-Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Ursula Heinen-Esser, verschickt. Dort weisen sie auf drei aufeinander folgende Risse in Hünxe hin, die „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ durch einen Wolf verübt worden seien. Wörtlich heißt es in dem Brief auch: „Die Zäune sollen ausreichend bestromt und hoch gewesen sein. Der Schafhalter hat reagiert und seine auch vorher schon den Richtlinien entsprechenden Zäune nach den letzten Geschehen erneut aufgerüstet – nun auf 1,20 m Höhe. Trotzdem kam es in der letzten Nacht erneut zu einem Übergriff.“

Offenbar bedeuteten auch die 1,20 m Höhe keinen sicheren Schutz. In dem Brief heißt es weiter: „Uns ist klar, dass versucht wird, die erste niedergelassene Wölfin in NRW solange als möglich zu schützen. Dies darf jedoch nicht weiterhin auf Kosten der Nutztiere und ihrer Halter gehen. (….) Der Schafzuchtverband fordert Sie erneut auf, eine Lösung für derart auffällige Wölfe zu finden und konsequent umzusetzen, um die für den Natur-/Arten- und Deichschutz so bedeutende Schafhaltung nicht weiter zu gefährden.“

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