Schülerbeförderung

Schüler-Taxi: Fahlenscheider Familie beantragt Unterstützung

Elisabeth und Sebastian Stinn wohnen mit ihren Kindern aus Fahlenscheid

Elisabeth und Sebastian Stinn wohnen mit ihren Kindern aus Fahlenscheid

Foto: Verena Hallermann

Fahlenscheid.   Familie Stinn lebt mit ihren Kindern in Fahlenscheid. Zwei besuchen die Grundschule, zwei den Kindergarten. Einen Schulbus gibt es jedoch nicht..

Es ist ein Kompromiss, auf den sich die Familie Stinn und die Stadt Olpe geeinigt haben. Elisabeth und Sebastian Stinn hatten einen Antrag gestellt, dass die Stadt für ihre Kinder einen Schülerspezialverkehr einrichtet (unsere Zeitung berichtete). Denn: Die Familie lebt in Fahlenscheid. Der Olper Ortsteil mit kaum mehr als zehn Einwohnern ist nicht an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen – eine große Herausforderung für die sechsköpfige Familie.

Bis zu zwei Taxifahrten pro Tag

Johanna (9) und Pauline (7) gehen in die Grundschule in Rhode. Die beiden kleinsten, Martha (4) und Klara (2), müssen in den Kindergarten. Mutter Elisabeth Stinn verbringt viel Zeit damit, die Schulfahrten zu organisieren, Stundenpläne auszuwerten. Mittlerweile hat sie ein Taxiunternehmen beauftragt. Denn täglich die unterschiedlichen Fahrten selbst zu stemmen ist für die berufstätigen Eltern, die einen landwirtschaftlichen Betrieb besitzen, nicht möglich. „Da muss nur mal ein Kind krank werden“, erklärte Elisabeth Stinn das Problem gegenüber unserer Zeitung.

Die Stadt Olpe hatte sich bereits an den Kosten im Rahmen einer Wegstreckenentschädigung beteiligt. Ziel der Familie war es aber, dass die Stadt den beantragten Schülerspezialverkehr bestellt und vollständig bezahlt. Auch wegen des hohen organisatorischen Aufwands. Dementsprechend hatte die Familie einen Schülerspezialverkehr, also die Beförderung mit einem Taxi, für einen Teil der Fahrten für die beiden ältesten Töchter beantragt. Die Kleinen wollte die Mutter selbst fahren.

Einen Antrag, der die Erstattung der vollen Taxikosten beinhaltet hatte, hatte die Stadt bereits abgelehnt. Denn: Die rechtlichen Grundlagen fehlen. Laut Urteil des Verfassungsgerichts Düsseldorf müssen nämlich „besonders begründete Ausnahmefälle“ vorliegen. Und ein solcher Ausnahmefall läge bei der Familie Stinn nicht vor.

Die Stadt hatte sich nun mit dem neuen Antrag von Elisabeth und Sebastian Stinn beschäftigt – um eine rein freiwillige Lösung zu finden, die beide Seiten zufrieden stimmt. Herausgekommen ist ein Kompromiss: Die Organisation verbleibt weiterhin bei der Familie Stinn. Die Eltern werden eine morgendliche Hinfahrt und eine Rückfahrt selbst durchführen. Für diese Fahrten verzichten sie auf eine Fahrtkostenerstattung. Demgegenüber sollen für die Zeit der unterschiedlichen Schulanfangs- und endzeiten – insbesondere solange die Kinder sowohl die Grundschule, als auch weiterführende Schulen besuchen – bis zu zwei Taxifahrten pro Schultag erstattet werden. Sobald alle Kinder die weiterführende Schule besuchen, kann die Kostenerstattung bezüglich der Taxikosten entfallen.

Der endgültige Beschluss wird in der Stadtverordnetenversammlung gefasst.

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