Protest

Schüler-Demo für mehr Klimaschutz in Lennestadt

Hunderte Schüler demonstrieren am Freitag, 15. Februar,  auf dem Scheinerplatz in Siegen für eine nachhaltigere Klimapolitik.

Hunderte Schüler demonstrieren am Freitag, 15. Februar, auf dem Scheinerplatz in Siegen für eine nachhaltigere Klimapolitik.

Foto: Hendrik Schulz

Lennestadt.   Die Bewegung „Fridays for Future“ erreicht auch den Kreis Olpe. Freitagmorgen wollen Schüler in Altenhundem auf die Straße gehen.

Es hat ein paar Wochen gedauert, aber nun hat die Schüler-Bewegung „Fridays for Future“ auch den Kreis Olpe erreicht. Eine Gruppe von Lennestädter Schülerinnen ruft zu einer Demonstration zum Thema Klimaschutz am kommenden Freitag, 15. März, in Altenhundem auf. Schülerinnen und Schüler aus allen Schulen sind dazu eingeladen, ebenso jeder, der sich für Klimaschutz engagieren möchte. Die Teilnehmer treffen sich um 7.40 Uhr am Busbahnhof in Altenhundem. Von dort geht es in einer Demo zum Rathaus. Geplantes Ende ist um 9 Uhr.

„Ganz im Sinne der deutschlandweiten SchülerInnenproteste wollen auch wir nicht nur im Unterricht Fakten zum Klimaschutz lernen. Wir wollen, dass Politiker aktiv handeln und deutliche Maßnahmen gegen den Klimawandel ergreifen“, erklärt dazu Janne Kilgus aus Oberelspe, Schülerin der Jahrgangsstufe Q1 (Klasse 11) am Städtischen Gymnasium Lennestadt (GymSL)und eine der vier Organisatorinnen der Demonstration. Die Tochter von Dr. Gregor Kaiser, Sprecher der Grünen im Lennestädter Stadtrat, engagiert sich seit geraumer Zeit für Klimaschutz und Nachhaltigkeit und hatte die Demo-Idee schon länger. Als sie von drei Müttern jüngerer Schüler dazu ermutigt wurde, war dies der Auslöser, die Demo konkret am inoffiziellen weltweiten Klimatag zu planen.

Geteiltes Echo

Das Echo auf den Demo-Aufruf ist gespalten, unter Schülern, Eltern wie Bürgern. „Aufruf zum Schuleschwänzen?“ fragt zum Beispiel Jens Selter aus Attendorn bei Facebook. „Nein, es geht nicht ums Schule schwänzen. Es geht um das richtige Gefühl der Jugendlichen, dass die Klimakrise ihre Zukunft fundamental bedroht. Dafür lohnt es sich auf die Straße zu gehen und für diesen einen Tag auch den Schulunterricht an die 2. Stelle zu setzen“, erwidert Ansgar Kaufmann, Lehrer am Gymnasium Maria Königin in Altenhundem.

Ganz so einfach ist die Sache insbesondere für die Schulleitungen nicht. Jan Fabian Borys, Leiter des Gymnasiums Maria Königin, spricht von einem „Spagat“. Denn laut Schulministerium ist die Teilnahme an einem Schülerstreik während der Unterrichtszeit unzulässig. Aber: Unter bestimmten Bedingungen „ist grundsätzlich auch der Besuch einer politischen Veranstaltung („Demonstration“) als Unterricht an einem außerschulischen Lernort denkbar“, heißt es in der Schulmail des Ministeriums. Janne Kilgus sieht die Veranstaltung nicht als Schulstreik, sondern als Demo an, die auch eine einmalige Veranstaltung bleiben soll.

Genehmigung erforderlich

Oberstufenschüler an den beiden Lennestädter Gymnasien, unter 18 Jahren mit Einverständniserklärung der Eltern, können sich für die Teilnahme vom Unterricht in der Schule bis 9.30 Uhr befreien lassen. Für untere Klassen dagegen besteht Unterrichtspflicht.

Grundsätzlich gibt es in den Schulen viel Sympathie für die Schülerinitiative. „Politisches Engagement für eine gute Sache kann nur begrüßen“, so Birgitta Pieters, Rektorin des GymSL. Sie hat auch Verständnis dafür, dass die Demo vormittags und nicht nach Schulschluss stattfindet, weil dann die Aufmerksamkeit geringer wäre.

Doch es gibt auch andere Stimmen. „Wenn man die Demo nachmittags machen würde, würden die Schüler zeigen, dass ihnen das Thema auch in ihrer Freizeit wichtig ist“, so eine Schulleiterin.

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