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Sauerland-Intercity kommt wohl mit Verspätung

Ein IC 2 der Deutschen Bahn.

Foto: Julian Stratenschulte

Ein IC 2 der Deutschen Bahn. Foto: Julian Stratenschulte

Kreis Olpe.   Noch gibt es ihn gar nicht und trotzdem sieht es so aus, dass der erste Intercity im Kreis Olpe mit Verspätung starten wird.

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Noch gibt es ihn gar nicht und trotzdem sieht es so aus, dass der erste Intercity im Kreis Olpe Verspätung hat. Die Planungen für den IC 34, der ab Dezember 2019 auf der Ruhr-Sieg-Strecke verkehren soll, gestalten sich zäher als erwartet. Ob der avisierte Termin 2019 zu halten ist, dafür legt im Moment niemand mehr eine Hand ins Feuer. Die beteiligten Gesprächspartner aus der Region halten sich mit Details zurück.

Günter Padt, Geschäftsführer des Zweckverbands Personennahverkehr Westfalen-Süd (ZWS) in Siegen, glaubt nicht an baldige Fortschritte: „Ich schätze, dass es wenigstens noch ein halbes Jahr dauern wird. Ob Dezember 2019 bleibt, muss man sehen.“ Auch Uli Beele, Pressesprecher von Nahverkehr Westfalen Lippe (NWL) in Unna, hat Zweifel. „Das Datum Dezember 2019 ist nicht mehr belastbar.“ Und auch die Deutsche Bahn stößt ins gleiche Horn. „Der Zeitpunkt Dezember 2019 ist noch nicht vom Tisch, aber es kann zu einer Verschiebung kommen“, so Dirk Pohlmann, Sprecher der DB in NRW. Immerhin liefen die Verhandlungen weiter.

Große Kundenoffensive

Als die Bahn im Februar 2015 „die größte Kundenoffensive in der Geschichte des DB Fernverkehrs“ ankündigte, klatschte die Region begeistert Beifall. Ab Dezember 2019 sollte der Fernzug Intercity 34, ausgestattet mit neuen, modernen Doppelstock-Zügen (IC 2) auf der Ruhr-Sieg-Strecke zwischen Frankfurt-Siegen-Letmathe, Dortmund/Unna und Münster verkehren mit Haltepunkten in Altenhundem und Finnentrop, möglicherweise sogar in Grevenbrück. Dadurch bekäme das Kreisgebiet eine direkte Anbindung an den DB-Fernverkehr. Experten und Politik waren sich einig, dass dies ein großer Wurf für die Region wäre.

Die anfängliche Euphorie scheint derzeit verflogen, die Vertragspartner, also DB Fernverkehr und die Nahverkehrsverbände stehen auf der Bremse statt auf dem Gas. „Ziel ist die Interessen von Güter- und Personennahverkehr auf der Ruhr-Sieg-Strecke unter einen Hut zu bringen“, so Günther Padt. Nicht nur das. Zu klären sind auch die Anbindung der Regionalzüge, Fragen des Tarifs und der Finanzierung. Nahverkehr Westfalen-Lippe will nicht, dass es bei dem vorgesehen IC-Fahrplan zu einem Überangebot an Zügen kommt und sich Fern- und Nahverkehr gegenseitig kannibalisieren. Außerdem sollen die Nahverkehr-Tickets auch im neuen IC gelten.

Die Übernahme des neuen, seit 1. August geltenden Westfalen-Tarifs in den Fernverkehr, lässt NWL derzeit juristisch prüfen. Fünf Intercitys in jeder Richtung will die Bahn ab 2019 im Zwei-Stunden-Takt durch den Kreis Olpe schicken. Die Doppelstockzüge sollen an nahezu allen Stationen halten, die auch von den Regionalexpresslinien bedient werden — mit Ausnahme Welschen Ennest. In den Stunden, in denen der IC fährt, fahren die Regionalexpresslinien (RE) nicht.

Viele Fragen offen

Das Geld, das der Nahverkehr auf diese Weise spart - immerhin ein Millionenbetrag pro Jahr - beansprucht die Deutsche Bahn für sich. Viele Fragen sind also nach wie vor offen. Bei den 11. Westfälischen Nahverkehrstagen in der nächsten Woche in Hamm steht der IC 34 nicht zur Debatte, auch die Politik hat den Fernzug derzeit „nicht auf dem Schirm“. Das Themas ruht“, so Landrat Frank Beckehoff, Vorsitzender der NWL-Verbandsversammlung.

Uli Beele ist dennoch zuversichtlich, dass der Anschluss des Kreises Olpe an die große, weite Bahnwelt irgendwann kommen wird. „Die DB hat sich vor zwei Jahren aufgemacht, um die an die Fernbusse verlorenen Marktanteile zurück zu holen.“ Und auch Bahnsprecher Dirk Pohlmann gibt die Hoffnung trotz der bestehenden Schranken nicht auf. „Die ganze Sache ist im Werden. Die Planungen laufen weiter. Anfang nächsten Jahres wissen wir mehr.“

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