Sauna

Sanierung der Saunalandschaft im „Finto“ nimmt weitere Hürde

Der Saunabereich im Erlebnisbad "Finto" soll modernisiert werden. Ein Arbeitskreis hat dem Vorhaben grundsätzlich grünes Licht gegeben.

Der Saunabereich im Erlebnisbad "Finto" soll modernisiert werden. Ein Arbeitskreis hat dem Vorhaben grundsätzlich grünes Licht gegeben.

Foto: Flemming Krause / WP

Finnentrop.  Finnentroper Arbeitskreis spricht sich für die Auftragsvergabe aus. Auf eine zusätzliche Dampfsauna soll jedoch verzichtet werden.

Die Auftragsvergabe an die Firma „B+S Finnlandsauna“ rückt näher. Gibt der Rat der Gemeinde Finnentrop in seiner nächsten Sitzung mehrheitlich sein Einverständnis, dann könnten die Sauna-Experten aus Dülmen möglicherweise noch in diesem Jahr mit der Modernisierung der Saunalandschaft im Erlebnisbad „Finto“, das sich bekanntlich in Trägerschaft der Gemeinde befindet, beginnen. Und eine Never-Ending-Story würde, zumindest aus Sicht der Fraktionen SPD und CDU sowie der Verwaltung, endlich zu einem guten Ende finden.

Denn bekanntlich diskutieren und streiten die Lokalpolitiker schon seit Jahren darüber, ob der Saunabereich, der letztmals vor 26 Jahren grundlegend saniert wurde, erneuert oder das Geld besser für andere Zwecke verwendet werden sollte, wie es vor allem die Fraktion Freie Wähler fordert. Zumal die kalkulierten Kosten zuletzt noch einmal anstiegen. Das Angebot, das die Firma aus Dülmen, die übrigens als einzige auf eine erneute Anfrage der Gemeinde reagierte, vor den Sommerferien vorlegte, schloss laut Angaben der Verwaltung mit einer Summe von 1,3 Millionen Euro brutto ab – etwa 200.000 Euro mehr als in einem Angebot aus dem Jahr 2017.

Kostensprung durch Zusatzleistungen

Als Reaktion darauf bildete sich ein Arbeitskreis, bestehend aus Vertretern von Verwaltung, SPD und CDU, der sich nochmal ausführlich mit dem „neuen“ Angebot während der Sommerpause beschäftigte. Ergebnis: Der Arbeitskreis gibt der Verwaltung grundsätzlich grünes Licht, den Auftrag zu vergeben. Allerdings mit der Einschränkung, auf die Errichtung eines zusätzlichen Dampfbades zu verzichten, wodurch rund 45.000 Euro eingespart würden. Dass sich die Kosten überhaupt erhöht hatten, lag laut Angaben der Verwaltung an einer Reihe von Zusatzleistungen im abgegebenen Angebot. Dazu zählen beispielsweise die Erneuerung einer Infrarotkabine oder die Errichtung eines behindertengerechten WC. Die Kosten für die Zusatzmaßnahmen beliefen sich demnach auf rund 150.000 Euro.

„Die Sauna verliert sicherlich an Attraktivität, wenn nichts gemacht wird. Das funktioniert nicht nach dem Motto Augen zu und durch“, wirbt Finnentrops Beigeordneter Ludwig Rasche für das Vorhaben und weist dabei auf die Besucherentwicklung hin. Besuchten in den Jahren 2016 und 2017 noch rund 9.000 bis 10.000 Gäste die Sauna, ging diese Zahl im vergangenen Jahr auf knapp unter 8.000 zurück. Ähnlich sehen die Prognosen für 2019 aus. Zuspruch bekommt er von Ralf Helmig, dem CDU-Fraktionsvorsitzenden: „Die Sauna ist ein weicher Standortfaktor und deshalb braucht es die Sanierung.“

Keine kommunale Pflichtaufgabe

Komplett gegen das Vorhaben sind die Freien Wähler. „Hier wird viel Geld verbrannt für eine nicht kommunale Pflichtaufgabe. Die Unterhaltung einer Sauna gehört nicht zu den Kernaufgaben einer Kommune“, betonte Fraktionschef Christian Vollmert am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss. Zumal es sich um eine sehr übersichtliche Zielgruppe handle und sich laut Vollmert die Sauna wirtschaftlich nicht rechnen lasse. Laut seinen Rechnungen würde „jeder einzelne Saunabesuch mit rund 30 Euro aus der Haushaltskasse subventioniert“. Das Geld solle daher lieber in die Schaffung neuer Kindergartenplätze investiert werden. Über diese Aussage echauffierte sich Achim Henkel (CDU), der Vollmert vorwarf, immer nur abzulehnen und nicht im Arbeitskreis mitgewirkt zu haben. „Sie vergleichen Äpfel und Birnen“, warf Helmig hinterher. Die Entscheidung über die Auftragsvergabe fällt nun in der nächsten Ratssitzung am 24. September.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben