Nachhaltiger Tourismus

Rinscheid: Eine junge Tourismus-Expertin aus Finnentrop

In der Natur fühlt sie sich wohl: Theresa Rinscheid aus Finnentrop studiert nachhaltigen Tourismus in Kleve. Sie möchte für dieses Thema sensibilisieren, keineswegs aber die Moralkeule schwingen, wie sie sagt.

In der Natur fühlt sie sich wohl: Theresa Rinscheid aus Finnentrop studiert nachhaltigen Tourismus in Kleve. Sie möchte für dieses Thema sensibilisieren, keineswegs aber die Moralkeule schwingen, wie sie sagt.

Foto: Flemming Krause / WP

Finnentrop.  Theresa Rinscheid studiert seit 2016 nachhaltigen Tourismus in Kleve und ist überzeugt, dass jeder Einzelne einen kleinen Beitrag leisten kann.

Sozialverträglich. Ressourcenschonend. Umweltfreundlich. Theresa Rinscheid muss nicht lange überlegen, um mit wenigen Begriffen zu erklären, was sie unter nachhaltigem Tourismus versteht.

Die junge Frau aus Finnentrop ist eine kleine Expertin auf diesem Gebiet. Seit 2016 studiert die 24-Jährige nämlich an der Hochschule Rhein-Waal in Kleve Tourismus mit dem besonderen Augenmerk auf Nachhaltigkeit. Oder anders ausgedrückt: Sie befasst sich nahezu täglich mit einem Thema, das aufgrund der aktuellen Diskussion um Klimawandel, CO2-Steuer und günstigere Bahntickets kaum aktueller sein kann. Um eines vorwegzunehmen: Theresa Rinscheid möchte keinesfalls die Moralkeule schwingen.

Doch die junge Frau, die keine Lust verspürte, „nur“ BWL zu studieren, ist der festen Überzeugung, dass jeder Einzelne einen kleinen Beitrag zum nachhaltigen Tourismus liefern kann. „Wenn ich beispielsweise nach Mallorca fliege, dann kann ich doch auch ein paar Tage dort bleiben und muss nicht am nächsten Tag wieder zurückfliegen“, nennt die junge Frau ein simples Beispiel. „Und es muss nicht unbedingt das billigste Hotel sein, wo die Gefahr besteht, dass die Beschäftigten nicht so bezahlt werden, wie sie sollten“, ergänzt sie.

Viele Angebote im Sauerland

Im Internet gebe es genügend Portale, um sich im Vorfeld schlau zu machen. Nach London, Brüssel oder Paris könne man zudem mit dem Zug oder den Bus fahren und auf das Flugzeug verzichten.

Am nachhaltigsten, sagt die ehemalige Schülerin und Abiturientin des Gymnasiums Maria Königin, sei es natürlich, zu Hause im Sauerland zu bleiben und das Fahrrad zu nutzen. Das Angebot lässt es allemal zu. „Im Sauerland sind naturnahe Sportarten wie Wandern, Radfahren, Wassersport, Nordic Walking oder Reiten Kern des touristischen Angebots. Die Erholung in der Natur, in der Sauerländer Landschaft, steht dabei im Mittelpunkt und kommt ganz ohne schädliche Umwelteinflüsse aus“, betont Nadja Reh vom Verein Sauerland Tourismus, der sich mit diesem Thema ebenso beschäftigt. Im Sauerland würden Freizeitaktivitäten häufig mit der Anreise via Bus und Bahn verknüpft. Ein Beispiel sei der Ruhrtal-Radweg, wo ein großer Teil der Gäste die Möglichkeit nutze mit der Bahn bis Winterberg anzureisen, um dann per Rad zurück ins Ruhrgebiet zu fahren. Für das Wandern gebe es Broschüren, die Tipps für Wanderrouten mit der Anreise mittels ÖPNV verbinden oder Bahnhöfe direkt als Einstiegspunkte in die Wanderung nennen, führt die Pressesprecherin von Sauerland Tourismus aus.

Praktikum in Neuseeland

Theresa Rinscheid versucht ein kleines Vorbild für andere zu sein. In Kleve, erzählt sie, nutze sie das Fahrrad und das NRW-weite Bus- und Bahnticket für Studenten. Gänzlich auf das Flugzeug verzichten kann auch Theresa Rinscheid nicht.

Just am gestrigen Montag flog die junge Frau nach Neuseeland, um dort für fünf Monate ein Praktikum in einer sogenannten Incoming-Agentur zu machen. Diese Agentur kauft also Hotel- und Ausflugsleistungen ein und bietet sie hiesigen Reiseveranstaltern an. Sicherlich wird Theresa Rinscheid, die im Februar zurückkommt, ihre Bachelor-Arbeit schreiben und sich dann idealerweise für einen Master-Studiengang bewerben will, ganz besonders darauf achten, dass die Nachhaltigkeit nicht vergessen wird.

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