Sauerland-Klassik

„Rally“ aus Frankreich bei Sauerland Klassik

93 Jahre alt: der Rally-Oldtimer aus Frankreich. Bei der Sauerland Klassik 2017 trägt er die Startnummer 1.

Foto: privat

93 Jahre alt: der Rally-Oldtimer aus Frankreich. Bei der Sauerland Klassik 2017 trägt er die Startnummer 1. Foto: privat

Attendorn.  130 Teams aus sechs Ländern starten Anfang Oktober in Attendorn zur zweiten Sauerland Klassik. Ältester Teilnehmer der Oldtimer-Rallye ist ein „Rally“ aus Frankreich von 1924.

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Mit Teilnehmern aus sechs europäischen Ländern und ein auf 130 Teams aufgestocktes Feld stellt die zweite Ausgabe der Oldtimer-Rallye „Sauerland Klassik“ ihre zwei Jahre zurückliegende Premiere schon vor dem Start in den Schatten.

Hochkarätiges Starterfeld

Das Starterfeld ist hochkarätig und sehr bunt. 40 aktuelle und historische Automarken werden vom Alten Markt in Attendorn aus die rund 600 Kilometer lange Veranstaltung in Angriff nehmen. Schon das Fahrzeug mit der Startnummer 1 ist ein technisches Wunder: ein 93 Jahre alter Rally, den es eigentlich gar nicht mehr geben dürfte. Von 1921 bis 1933 wurden in Frankreich lediglich eine Handvoll Rallys gebaut und dann alle vergessen - fast alle. Ob der Vierzylinder die Sauerländer Berge fürchten muss, bleibt abzuwarten.

Sorgen, dass ihm das Fahrzeug mit der Startnummer 2 zu schnell und zu dicht auf den Pelz rücken wird, muss er sich nicht machen. Die Nummer 2 ziert einen Austin Seven auf dem Jahr 1930. 749 Kubikzentimeter, lediglich 14 PS, kein Dach, aber sehr viel sportliche Entschlossenheit bei Fahrer und Beifahrer. Die kommen aus England. Paul Sanders und Sohn Tom wollen die drei großen Schleifen (Grafik) in Angriff nehmen - komme, was wolle. Ursprünglich hatte Sanders seine Ehefrau Hillary als Beifahrerin gemeldet, in einem Moment der Stille und mit ein paar Gedanken über die Unwägbarkeiten des Wetters sich aber doch noch umentschieden: „Ich will mich nicht von ihr scheiden lassen.“

127 Oldtimer, drei Youngtimer

Auch mit den 128 folgenden Fahrzeugen macht die Sauerland Klassik der Bezeichnung Oldtimer-Rallye alle Ehre. Lediglich drei Teilnehmer gehören in die Kategorie Youngtimer, alle anderen sind älter als 30 Jahre. Etwas älter als 30 Jahre ist auch die Crew im Fahrzeug mit der Startnummer 15. Ein Land Rover der Serie 1, der gesteuert wird vom Kabarettisten Urban Priol, der sich im Sauerland auf die navigatorischen Künste seines Kollegen Jochen Malmsheimer verlässt.

Das Problem: Jochen Malmsheimer hat noch nie an einer Oldtimer-Rallye teilgenommen, im Grunde also keine Ahnung von dem, was auf ihn zukommt, verweist aber auf solide Pfadfinder-Kenntnisse: „Ich weiß, wie man eine Karte hält.“ Dass es zu Diskussionen mit Urban Priol kommen könnte, schließt er aus: „Ich lass mich auf nichts ein, es gilt das Prinzip von Befehl und Gehorsam und nichts anderes.“ Dass die beiden in einem 65 Jahre alten Land Rover sitzen, ist kein Zufall. Die Kabarettisten sind bekennende Fans der englischen Marke und auch privat mit einem alten Land Rover unterwegs.

Wanderer aus dem Audi-Museum

Diese Leidenschaft teilen sie mit Schauspieler Michael Lott (Kein Sex ist auch keine Lösung), der privat ebenfalls einen alten Land Rover fährt, bei der Rallye aber auf einen Wanderer aus dem Jahr 1936 umsteigt, der aus dem Audi-Museum nach Attendorn kommt. Seine Erfahrungen bei Oldtimer-Rallyes sind genauso fundiert wie die von Jochen Malmsheimer: „Ist doch egal“, lacht er, „ich freue mich drauf.“

Ähnlich entschlossen wie Vater und Sohn Sanders werden Ralf Waldmann und Stefan Prein die Sache angehen, allerdings verfügen die beiden ehemaligen Motorrad-Asse über den gleichen Erfahrungsschatz in Sachen Oldtimer-Rallye wie Malmsheimer und Lott. Und schräg geht im Oldtimer ja auch nicht, aber Angst, etwas falsch zu machen, kennen die beiden nicht, kannten sie zu ihrer aktiven Zeit nicht, also, warum heute: „Wir bleiben entspannt und kriegen Spaß“, sagt Stefan Prein.

Der Union Jack weht

Brexit hin, Brexit her, über der Sauerland Klassik 2017 weht der Union Jack: Jaguar und Land Rover sind Partner der Veranstaltung, Jaguar hat das Museum geplündert, neun Autos aus den 50er, 60er und 70er Jahren tragen die Raubkatze auf dem Kühler oder im Logo, darunter Autos, die man vielleicht noch nie, mit Sicherheit aber extrem selten gesehen hat.

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