Kriminalstatistik 2017

Polizei im Kreis Olpe darf über erstklassige Zahlen jubeln

Präsentation der Kriminalstatistik 2017 für den Kreis Olpe: (von links) Landrat Frank Beckehoff, Jessica Morgala, Barbara Essing-Sieler (beide Direktion Kriminalität) und Polizeidirektor Diethard Jungermann.

Foto: Josef Schmidt

Präsentation der Kriminalstatistik 2017 für den Kreis Olpe: (von links) Landrat Frank Beckehoff, Jessica Morgala, Barbara Essing-Sieler (beide Direktion Kriminalität) und Polizeidirektor Diethard Jungermann. Foto: Josef Schmidt

Kreis Olpe.   Positive Entwicklung: Die Kreispolizeibehörde freut sich über eine hohe Aufklärungsquote und weniger Straftaten, gerade bei Wohnungseinbrüchen.

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Rundum zufriedene Gesichter in der Kreispolizeibehörde in der Olper Kortemicke: Die Zahlen, die Landrat Frank Beckehoff, Polizeidirektor Diethard Jungermann sowie Jessica Morgala und Carmen Essing-Sieler (Direktion Kriminalität) im Rahmen der Kriminalstatistik 2017 präsentierten, können sich sehen lassen: Nahezu auf allen Ebenen gehört die Olper Kreis-Polizei zu den Spitzen-Behörden im Land. Die Aufklärungsquote mit 64 Prozent ist die beste seit zehn Jahren.

Geschulte Einbrecher aus Osteuropa

Vor allem bei den Wohnungseinbrüchen, aber auch bei den schweren Diebstählen rauschten die Zahlen erfreulich in den Keller. 236 Wohnungseinbrüchen in 2016 stehen gerade einmal 93 im vergangenen Jahr gegenüber, was Diethard Jungermann und Carmen Essing-Sieler unter anderem auf einen deutlich spürbaren Kontrolldruck zurückführen - landesweit. Jungermann: „Es konnten mehrere Banden festgenommen werden, darunter reisende Täter, denen wir durch Bundesländer übergreifende Ermittlungen auf die Spur gekommen sind.“

Wenn einmal gewisse Strukturen dieser vorwiegend aus Osteuropa organisierten Banden zerschlagen seien, wirke sich das spürbar aus. Jungermann gab einen Einblick in das Innenleben der Organisation: „Da gibt es regelrechte Schichtführer, Logistiker und geschulte Einbrecher, die nach den Taten wieder in die Heimat gebracht werden.“ Werde ein Täter gefasst, sorge die Organisation für dessen Familie: „Aber nur, solange sie hier nicht singen.“

Landrat Frank Beckehoff lobte die erfolgreiche Doppelstrategie der Polizei, auf konsequente Strafverfolgung und Vorbeugung zu setzen. Der Rückgang der Zahlen sei auch auf die Beratungs-Anstrengungen der Polizei, aber auch auf wachsame und reaktionsschnelle Bürger zurückzuführen: „Diese Informationen sind für die Polizei sehr wichtig, weil sie oft den ersten Ermittlungsansatz darstellen.“ Beckehoffs ausdrücklicher Appell an die Bürger: „Melden Sie Verdächtiges sofort der Polizei und scheuen Sie sich nicht, notfalls den Notruf 110 zu wählen.“

Jessica Morgala erinnerte unter anderem an die schweren und Aufsehen erregenden Fälle des Vorjahres, so die beiden Tötungsdelikte aus Finnentrop. Im einen Fall habe ein Mann sein Opfer bewusstlos geschlagen und in der Bigge ertrinken lassen, wofür ihn das Landgericht Siegen zu neun Jahren Gefängnis verurteilt habe, im anderen Fall habe ein Mann seine Ehefrau erschossen und danach Suizid begangen.

Schüsse auf Polizei aufgeklärt

Aufgeklärt sei inzwischen auch der Übergriff auf Polizisten Ende 2017, als in Gerlingen Schüsse aus einer Gaspistole einen Beamten in Wenden verletzten. Als Täter sei ein 40-jähriger Mann mit kasachischen Wurzeln ermittelt worden. Hier habe der Prozess noch nicht stattgefunden. Noch nicht ermittelt sei der Täter, der im November 2017 eine 87-Jährige in Rothemühle in deren Wohnung überfallen habe.

Straftaten:

  • 5987 Straftaten wurden 2017 im Kreis Olpe registriert. Das bedeutet einen Rückgang im Vergleich zu 2016 um 659 Delikte oder 9,9 Prozent. Die Zahl 5987 ist die niedrigste im Zehnjahresvergleich, die meisten Straftaten gab es 2014 mit 6861.
  • 4435 Straftaten passierten bezogen auf 100 000 Einwohner. Auch bei dieser Zahl sieht der Kreis Olpe gut aus. Denn der landesweite Durchschnitt liegt wesentlich höher – In NRW passierten 7677 Straftaten bezogen auf 100 000 Einwohner,

  • 64 % beträgt die Aufklärungsquote 2017. Das bedeutet eine Verbesserung von mehr als drei Prozent. Im Landesvergleich liegen die Olper unter 47 Kreispolizeibehörden damit auf dem beachtlichen 2. Platz.
  • 52 %beträgt die Aufklärungsquote im Landesdurchschnitt von Nordrhein-Westfalen. Im Zehnjahresvergleich sind die 64 Prozent die beste Quote, die die Olper Behörde erreichte. Die schlechteste Quote erreichte die Polizei im Kreis Olpe im Jahr 2013 mit 57,03 Prozent.

Der Schaden

  • 2,9 Millionen Euro beträgt der durch Straftaten angerichtete Schaden im Jahr 2017. das sind rund 1,64 Millionen Euro weniger als 2016.

Banküberfall

  • Wie bereits 2016 gab es auch 2017 im Kreis keinen Banküberfall.

Brandstiftung

  • Registriert wurden von der Polizei 36 Brandstiftungen (2016: 33 Fälle), davon 23 fahrlässige Brandlegungen.

Drogenkriminalität

  • 383 Fälle im Zusammenhang mit Rauschgift-Dealerei sind aufgelistet worden, dabei wurden unter anderem rund drei Kilogramm Amphetamin sichergestellt und rund ein Kilogramm Marihuana. Die Zahl der Drogendelikte stieg deutlich an. 2017 hat es zu 2016 eine Zunahme von rund 40 Prozent gegeben, eion Plus von 110 Fällen.

Sexualdelikte

  • Die Zahl dieser Delikte stieg um 155 Prozent, ein Plus von 42 Fällen.

Schwerer Diebstahl

  • 2017 listet die Kriminalstatistik 549 Straftaten in diesem Bereich auf, 2016 waren es noch 921.

Häufigkeit von Straftaten

  • Was die sieben Städte und Gemeinden im Kreis angeht, liegt Olpe, auch was die relative Häufigkeit von Straftaten angeht, auf Platz eins, gefolgt von Attendorn und Lennestadt. Am sichersten lebt man in der Gemeinde Wenden. Die wenigsten Wohnungseinbrüche geschehen in der Gemeinde Finnentrop (6), die meisten in der Stadt Olpe (28).

Fünfmal Null

  • Die Zahl Null taucht fünfmal in der Statistik 2017 auf: Bei den Banküberfällen, Raubüberfällen auf Spielhallen und Tankstellen, beim Handtaschenraub und der Beraubung von Taxifahrern.
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