Wintersport

Olper Skigebiet ist auch für den Klimawandel gerüstet

Am Fahlenscheid setzt man auf die Zukunft: Sebastian und Elisabeth Stinn haben keine Angst vorm Klimawandel und investieren. Ein neues Multifunktionsgebäude mit Skiverleih und Gastro-Bereich ist ein deutliches Zeichen dafür. 

Am Fahlenscheid setzt man auf die Zukunft: Sebastian und Elisabeth Stinn haben keine Angst vorm Klimawandel und investieren. Ein neues Multifunktionsgebäude mit Skiverleih und Gastro-Bereich ist ein deutliches Zeichen dafür. 

Foto: Josef Schmidt

Fahlenscheid.   Familie Stinn investiert am Olper Skigebiet einen sechsstelligen Betrag und baut ein neues Multifunktionsgebäude für Skiverleih und Gastronomie.

Während sich so mancher Autofahrer des Morgens darüber ärgert, seine zugefrorenen Windschutzscheiben frei kratzen zu müssen, wittern die Fans des alpinen Skisports bei Minusgraden Morgen- oder besser gesagt Schneeluft. Auch im Kreis Olpe. Gute Nachricht: Auf dem Fahlenscheid hat sich seit der vergangenen Saison eine Menge bewegt, wie Sebastian Stinn mitteilen kann, der das Skigebiet gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth, Bruder Christoph und Vater Josef führt: „Wir mussten einfach etwas tun, der Skiverleih platzte aus allen Nähten und die Situation der Sanitäranlagen war auch nicht befriedigend.“

Die Familie entschied sich zum großen Schritt: Eine stattliche sechsstellige Summe wurde investiert, und das Resultat kann sich - zum größten Teil - schon sehen lassen. Ein Multifunktionsgebäude direkt neben dem etwa 800 Meter langen Skihang, in dem ein großzügiger Skiverleih Platz findet, die sanitären Anlagen und ein über 100 Quadratmeter großer Gastraum mit fast 100 Sitzplätzen, natursteingemauertem Thekenbereich und wunderschönem Blick ins Tal

Mit Skisport in die Zukunft

Zum Ausmaß der Investition witzelt Sebastian Stinn: „Wir mussten A oder B sagen und haben C gesagt“, womit er ausdrückt, dass die Stinns nicht nur dem Skisport im Olper Bergdorf eine Zukunft geben, sondern auch der Gastronomie: „Es gibt sogar schon eine Anfrage für eine Hochzeitsfeier“, lacht Ehefrau Elisabeth, Mutter von vier Töchtern, an deren Zukunft die Familie bei der Investition sicherlich auch gedacht hat.

Dass es wegen des Klimawandels dauerhaft nur noch Plusgrade auf dem Fahlenscheid geben werde, fürchten die Stinns jedenfalls nicht. Die für einen Skihang und den dazugehörigen Liftbetrieb menschenmögliche Infrastruktur haben die Stinns mit den Jahren aufgebaut: Acht Schneekanonen für künstliches Weiß, und ein familieneigener Naturteich, der dies Kanonen auch zuverlässig speisen kann: „Die Trockenheit hat sich da nicht negativ ausgewirkt. Der Teich ist gut gefüllt, mit etwa 6500 Kubikmeter Wasser, jetzt fehlt nur eine längere Kälteperiode.“

Um die Beschneiungsanlagen in Gang setzen zu können, benötige man mehrere Tage mit mindestens zwei oder drei Grad minus.

„Wenn wir die Anlagen dann Tag und Nacht durchlaufen lassen können, haben wir in weniger als einer Woche eine ordentliche Grundlage“, sagt Stinn. Und durch die neue Skihalle müssen die Gäste auf dem Fahlenscheid auch nicht mehr so lange zur Toilette wie früher laufen, bis ins Wohnhaus der Stinns. Warteschlangen beim Skiverleih gehören ebenfalls der Vergangenheit an: „Wir haben jetzt vier statt zwei Montagetische“, sagt Elisabeth Stinn.

80 Lift-Tage sind Rekord

Nicht verwunderlich, dass die Familie in dieser Saison auf einen besseren Schnee-Winter setzt als 2017/2018. Die 32 Lifttage gehörten nicht zu den Rekordjahren: „Das hatten wir Mitte des vorigen Jahrzehnts, mit etwa 80 Lift-Tagen“, erinnert sich Sebastian Stinn.

Und wenn es mit dem Schnee mal gar nicht klappen sollte, gebe es noch den Plan für eine Mountainbike-Downhill-Anlage, für die aber noch nicht alle bürokratischen Hürden genommen seien.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben