Auswärtsspiel

FC-Fan aus Olpe war Ersthelfer für Vater von Köln-Trainer

Blick von der Ost-Tribüne des Wedau-Stadions, heute die Schauinsland-Reisen-Arena, unmittelbar vor dem Anpfiff des Zweitliga-Spieles MSV Duisburg - 1. FC Köln, das die Olper Geißböcke besucht hatten.

Blick von der Ost-Tribüne des Wedau-Stadions, heute die Schauinsland-Reisen-Arena, unmittelbar vor dem Anpfiff des Zweitliga-Spieles MSV Duisburg - 1. FC Köln, das die Olper Geißböcke besucht hatten.

Foto: Foto: Josef Schmidt

Duisburg/Olpe.   Die Olper Geißböcke standen beim Spiel in Duisburg zufällig hinter Dieter Anfang. Der Vater des Kölner Trainers sackte vor ihren Augen zusammen.

Gerade will die kleine Delegation des Fanclubs „Olper Geißböcke“ die Plätze auf der Tribüne im Block O des Duisburger Stadions einnehmen, da zucken die Fußballfans aus dem Sauerland erst einmal zusammen: Denn unmittelbar vor Spielbeginn sackt direkt vor ihnen ein älterer Mann zusammen, den niemand kennt.

Fans beider Lager bemühen sich sofort um den Senior, unter ihnen Dr. Jürgen Schwickerath, Chefarzt der Gynäkologie am Olper St. Martinus-Hospital und ganz nebenbei Präsident der Olper Geißböcke. Direkt neben ihm Michael Hochstein, Geschäftsführer des Fan-Clubs, sowie Mario Otte, stellvertretender Präsident.

Schwickerath eilt sofort zu dem bereits auf den Tribünenstühlen liegenden Mann, macht den aufgeregten Fans um sich herum klar, dass er Arzt ist. Er versorgt den Ohnmächtigen entsprechend und fühlt seinen merklich flachen Puls.

Eine Hand voll Sanitäter schnell zur Stelle

Er dreht sich zu mir herum und verzieht die Miene: „Sehr flach, fühlt sich nicht gut an.“ Die Notversorgung funktioniert im früheren Wedau-Stadion, heute Schauinsland-Reisen-Arena, reibungslos. Keine Minute, nachdem der Mann zusammengesackt ist, sind eine Hand voll Sanitäter zur Stelle, die ihn hinter die Tribüne tragen, wo die Wiederbelebungsversuche beginnen.

Wie wir mittlerweile wissen, erfolgreich. Denn der Mann, der einen Herzinfarkt erlitten hatte, ist kein Unbekannter: Es ist Dieter Anfang, Vater des Kölner Trainers Markus Anfang, wie wir erst am Tag darauf erfahren. Spätestens, als ein Foto von Dieter Anfang die Runde macht und die, die am nächsten dran waren, ihn wiedererkennen. „Das war schon eine Überraschung für uns alle“, resümierte Jürgen Schwickerath den Vorfall, der tragisch hätte enden können.

Vor dem Heimspiel gegen den HSV (1:1) hatte FC-Trainer Markus Anfang erklärt, dass sein Vater ein glühender Fußballfan sei und kein Verständnis dafür hätte, wenn er, der Sohn, seinen FC jetzt wegen der Krankheit des Vaters sozusagen im Stich ließe.

Dieter Anfang auf dem Wege der Genesung

Schwickerath erkundigte sich am Rande des Spieles gegen den HSV nach dem Befinden des Trainer-Vaters und konnte erleichtert zur Kenntnis nehmen, dass sich Dieter Anfang auf dem Wege der Genesung befinde.

„Wir sind sehr erleichtert“, freute sich der Präsident der Olper Geißböcke, für die das 4:4 gegen Duisburg im Nachhinein zur Nebensache wurde. Schwickeraths Fazit: „Jetzt hoffen wir alle, dass Dieter Anfang spätestens dann wieder fit ist, wenn die Meisterschaft in der 2. Bundesliga zu feiern ist.“

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