Großprojekt

Olper Bürgerhaus: Spagat zwischen Geschichte und Moderne

Eine Frage, die die Olper bewegt: Was wird aus dem Bahnhof?

Eine Frage, die die Olper bewegt: Was wird aus dem Bahnhof?

Foto: Roland Vossel / WP

Olpe.  Es geht voran mit dem Olper Bürgerhaus. Architekten können Modelle und Entwürfe einreichen. Der Sieger soll am 30. September bestimmt werden.

Bürgermeister Peter Weber sprach vom „Auftakt in ein spannendes Jahr. Das ist so etwas wie ein Meilenstein im Bereich der Stadtentwicklung. Jetzt geht es weg von der abstrakten Diskussion um das Bürgerhaus hin zu praktischen Lösungen.“ 45 Bürgerinnen und Bürger, zudem Architekten und Stadtverordnete, waren zur Infoveranstaltung im Ratssaal über den Auslobungstext zum Architektenwettbewerb für den Neubau des Olper Bürgerhauses mit Rathaus und Museum erschienen.

Dieser Teil A sei die Aufforderung an die Architekten, sich am Wettbewerb zu beteiligen, so Weber. Zu einem späteren Zeitpunkt folge Teil B mit deutlich detailreicheren Planungen und einer weiteren Bürgerinformation. „Wir sammeln aber auch heute schon Meinungen der Bürgerschaft“, sagte der Bürgermeister. Judith Feldner, Technische Beigeordnete, stellte den gemeinsam mit dem Büro Drees & Huesmann (Bielefeld) erarbeiteten Auslobungstext vor. „Alle Teilnehmer basteln ihren Entwurf als Modell“, erläuterte Feldner.

25 alternative Konzepte

abei gibt es einen Realisierungswettbewerb zum Bau des Bürgerhauses mit Rathaus und Museum auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände sowie einen Ideenwettbewerb mit der Verbindung zur Innenstadt und zur Bigge. „Wir bauen ein Gebäude für die nächsten 40 bis 50 Jahre. Das soll möglichst funktional sein. Es sollen Synergieeffekte zwischen Rathaus, Bücherei und Museum entstehen.“ Die Teilnehmer am Wettbewerb müssten berücksichtigen, dass ein 500 Quadratmeter großes Museum in die Pläne integriert wird. Mit der Gestaltung befasst sich derzeit noch das Büro Schwerdtfeger & Vogt (Münster).

„Es ist ein Spagat zwischen Geschichte und Moderne“, meinte Feldner. Ziel der Kreisstadt sei es, bei dem Architektenwettbewerb 25 alternative Konzepte zu erhalten. Acht Büros sind gesetzt, davon zwei aus der Stadt Olpe, 17 weitere werden nach der Bewerbungsfrist bis 14. Mai ausgelost.

Sorge um den Bahnhof

Was die Menschen in der Kreisstadt bewegt, ist die Zukunft des Bahnhofs. „Wir geben den Hinweis, dass der Bahnhof nicht unter Denkmalschutz steht, aber das Gebäude von Bedeutung ist. Das ist bewusst sehr weit gefasst. Die Architekten sollen sich Gedanken machen, wie sie mit Gebäude und Gelände umgehen“, sagte Judith Feldner. „Abriss und Integration des Bahnhofs werden zugelassen. Wenn alle Architekten sagen, der Bahnhof muss weg, kommt er dann weg?“, fragte Hubert Maciej, sachkundiger Bürger der UCW. Auch eine Olperin meinte: „Es gibt doch den Ratsbeschluss, dass das Bahnhofgebäude nicht abgerissen werden soll. Das würde doch dann dem Ratsbeschluss widersprechen.“

Der Beschluss stamme aus dem Jahr 2011, so Bürgermeister Weber: „Wir werden jetzt einen neuen Ratsbeschluss herbeiführen. Es geht darum, mit möglichst vielen Ansätzen die beste Lösung zu finden. Dass bei 25 Entwürfen alle auf den Bahnhof verzichten, das kann ich nicht glauben. Da fehlt mir die Fantasie, dass es 25 Entwürfe gibt, in denen der Bahnhof abgerissen wird.“

Beschluss des Auslobungstextes

Axel Stracke, Vorsitzender des Olper Heimatvereins, mahnte jedoch: „Das Risiko, dass der Bahnhof doch wegrationalisiert wird und dass der Sieger ihn komplett abreißt, ist mir zu groß. Es sollte im Text dafür gesorgt werden, dass mindestens die Fassade bestehen bleibt. Es ist eines der letzten Denkmäler in Olpe. Wir sollten dafür sorgen, dass mindestens ein Teil des Bahnhofs erhalten bleibt.“

Judith Feldner nahm auch diese Anregung mit auf. Die Kommunalpolitiker werden über den Auslobungstext im Ausschuss Umwelt, Planen, Bauen am 13. Februar und endgültig im Rat am 19. Februar beraten und entscheiden.

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