Pädagogik

Olpe: Was Schulhund Barney an Grundschule Hohenstein bewirkt

Barney ist der Schulhund der Gemeinschaftsgrundschule der Kreisstadt Olpe „Am Hohenstein“. Hier zusammen mit Tom und Nasera aus dem zweiten Schuljahr.

Barney ist der Schulhund der Gemeinschaftsgrundschule der Kreisstadt Olpe „Am Hohenstein“. Hier zusammen mit Tom und Nasera aus dem zweiten Schuljahr.

Foto: Verena Hallermann

Olpe.  Die Grundschule „Am Hohenstein“ in Olpe hat seit April einen Schulhund. Ist er mit im Unterricht, ändert sich die Atmosphäre, sagt die Rektorin.

Wer kommt denn da in das Büro von Frauchen? Barney erhebt sich von seiner Kuscheldecke und nimmt Tom und Nasera ins Visier seiner treuen Knopfaugen. Mal schauen, ob die beiden Zweitklässler den Schnuffeltest bestehen, scheint er sich zu denken und begrüßt die Kinder schwanzwedelnd.

Der Goldendoodle ist der neue Schulhund der Gemeinschaftsgrundschule „Am Hohenstein“ und gehört Sonja Roseneck-Ermert. Die Schulleiterin blickt stolz auf den 13 Monate alten Welpen, der liebevoll von den Kindern gestreichelt wird. „Er weiß ganz genau, dass das hier seine Arbeitsstelle ist“, sagt sie.

Arbeit mit Tieren hat positive Wirkung auf Kinder

Sonja Roseneck-Ermert (49) hat im August 2018 die Leitung der Olper Grundschule übernommen. Lange Zeit hat sie als Lehrerin an der Giersbergschule in Siegen gearbeitet. Durch ein Zirkusprojekt ist sie darauf aufmerksam geworden, was für eine positive Wirkung die Arbeit mit Tieren bei Kindern hat. „Damals habe ich den Entschluss gefasst, dass das eine meiner ersten Aktionen werden soll, einen Schulhund zu installieren, wenn ich mal Schulleiterin bin“, erzählt sie.

Gesagt, getan. Seit den Osterferien wohnt der Goldendoodle bei Sonja Roseneck-Ermert, ihrem Mann und ihren beiden Teenagern in Siegen. Doch einen Hund zum Schulhund zu machen, so einfach ist das nicht. Der Kleine stammt von einem Züchter aus Niedersachsen, der in Kooperation mit einem Kölner Kollegen den Welpen schon auf seine künftige Arbeit vorbereitet hat. „Sie schauen sich die Tiere genau an“, erklärt Roseneck-Ermert. „Barney ist durch sein ruhiges und ausgeglichenes Wesen aufgefallen.“

Rückzugsort im Büro der Schulleiterin

Während der Osterferien durfte sich der Welpe schon mal an das Schulgebäude gewöhnen. Und auch das Büro von seinem Frauchen, wo er seinen eigenen Platz hat, hat er kennengelernt. Dort hat er seinen Rückzugsort, wenn er nicht mit in den Unterricht geht. „Das ist auch ganz wichtig“, betont Sonja Roseneck-Ermert. „Barney hat ein Ruhebedürfnis, auf das man achten muss.“

Sein erster „Arbeitstag“ im letzten April startete mit einem Probealarm. Barney hat das kaum interessiert, dass die Sirene geheult haben. „Er war so entspannt, dass ich ihn raus tragen musste“, erzählt Sonja Roseneck-Ermert. „Gegenüber Lärm ist er sehr unempfindlich, was für einen Schulhund wichtig ist.“

Kinder nehmen Rücksicht auf Schulhund

Aber die Kinder haben längst gelernt, Rücksicht zu nehmen, wenn Barney da ist. Zwei bis drei Unterrichtsstunden in der Woche geht er aktuell mit in die Klassen. Immer an der Seite von Sonja Roseneck-Ermert. „Die Lehrer müssen nur sagen, dass Barney kommt und sofort wird das Klassenzimmer auf Hochglanz gebracht“, erzählt Sonja Roseneck-Ermert. „Die Kinder wissen, dass er ein kleiner Staubsauger ist und alles auf dem Boden findet.“

Es ist genau dieser soziale und pädagogische Effekt, den die Schulleiterin an dem Konzept schätzt. Die Kinder verhalten sich ruhiger. Das Regelbewusstsein hat sich verändert. Und die auch Konfliktgespräche werden nun gern in Anwesenheit von Barney geführt.

Gewinn für alle Beteiligten

Aktuell befindet sich der Goldendoodle noch in der Aus- bzw. Weiterbildung bei der Siegener Trainerin Tina Geiß. Ende des Schuljahres bekommt Barney ein Zertifikat als Begleit- und Therapiehund. Sonja Roseneck-Ermert ist sehr zufrieden und überzeugt, dass sich das Konzept bewährt.

Alle Gremien müssen zuvor mit einbezogen werden. Darunter das Schulamt und die Stadt Olpe. Alle Eltern wurden abgefragt, ob Bedenken bestehen, ob Ängste oder Allergien vorliegen. „Es gab keine Einwände“, berichtet die Schulleiterin. „Wir freuen uns, dass er bei uns ist. Er ist ein Gewinn für alle Beteiligten.“

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