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Musik eint die Generationen bei „Between the Days“

Die „Gemini“-Brüder Jonathan und Anselmo Schmandt aus Schreibershof waren als Opener des Festivals angesagt.

Foto: Birgit Engel

Die „Gemini“-Brüder Jonathan und Anselmo Schmandt aus Schreibershof waren als Opener des Festivals angesagt. Foto: Birgit Engel

Olpe.   Musiker von 20 bis 60 in spielten gemeinsam drei Projektbands

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Das Festival „Between the Days“ in der OT Olpe gehört für viele Musikfans im Kreis Olpe zum Jahresende, wie die Bescherung an Weihnachten und das Feuerwerk an Silvester. Daran konnte in diesem Jahr auch heftiger Schneefall nichts ändern, der das Fortkommen auf den Straßen erschwerte.

„Mal sehen, ob das Wetter eine Rolle spielt“, sagt Michael Hunold vom „Club 574“, der in diesem Jahr das 41. „Between the Days“-Festival ausrichtet, und zeigt sich dabei dennoch ganz zuversichtlich. Immerhin haben sich zu dieser Zeit schon rund 100 Gäste im Lorenz-Jaeger-Haus eingefunden und im großen Saal ist die Show im vollen Gange.

Geschmeidiger Blues

Nachdem die „Gemini“-Brüder Jonathan und Anselmo Schmandt aus Schreibershof auf der sogenannten Plüschbühne für Akustik-Acts den Abend eröffnet haben, gehört die benachbarte große, mit vielen Lichteffekten bestückte Bühne bereits der Session um Slidin’ Alex. Sie entführt mit Musikern im Alter von 20 bis über 60 Jahren in eine Welt des Blues, die jedem Fan das Herz aufgehen lässt.

„Schön, dass alles so klappt. Darin findet sich Between the Days wieder“, freut sich Hunold über die weitere erfolgreiche Entwicklung seit dem 40-jährigen Festival-Jubiläum im vergangenen Jahr, bei dem etwa 100 Musiker aus dem gesamten Kreis auftraten. Aus diesen Reihen ist der „Club 574“ entstanden, mit ihm die erfolgreiche Session-Reihe „O(e)pen Stage“ und daraus wiederum drei generationsübergreifende Projektbands, die an diesem Abend neben Blues auch Rock und Funk präsentieren.

„Gemeinsam Musik machen, gemeinsam etwas auf die Beine stellen. Darum geht es“, so Hunold und betont, dass es keinen Automatismus in irgendeine Richtung gibt. „Jeder bringt seine Ideen ein.“

Abschied vom New Wave

Nichts desto trotz gibt es bei „Between the Days“ auch einen festgesetzten Rahmen: Neben Musikern aus heimische Gefilden gehört immer ein Top-Act dazu. In diesem Jahr „Escape with Romeo“, dessen Leader Thomas Elbern die Szene der alternativen Musik der 1980/1990er Jahre mitprägte. Die Band, die ihren Musikstil als „New Wave meets Electronica“ beschreibt, geht nun nach fast drei Jahrzehnten „on stage“ auf Abschieds-Tournee.

Elbern, nicht nur bekannter Musiker, sondern auch Journalist und Hörfunkmoderator, hat sich vor seinem Auftritt zu späterer Stunde unters Publikum gemischt. „New Wave war unsere Zeit. Damals waren wir extrem jung, schön und cool“, plaudert der 57-jährige Kölner. „Auf der Bühne älter zu werden, stand nie auf meiner Agenda. Es wird Zeit, etwas Neues zu machen.“ Und weil das so ist, möchte Elbern sich in Zukunft verstärkt als Produzent betätigen. „Junge Menschen unterstützen und auf die Bühne bringen, das ist mein Adrenalin.“ Ein Talent habe er an diesem Abend auch schon entdeckt, sagt Elbern. „Eine junge Sängerin mit einer fantastischen, ausdrucksstarken Stimme.“

Offenheit trotz Tradition

An einer beeindruckenden musikalischen Bandbreite mangelt es sichtlich nicht im Kreis. Dafür steht das Festival „Between the Days“, das einmal mehr viel Raum für beste Shows und Stimmung gab. Mit einer freien Bühne für alle: für Musiker der ersten Stunde, aktuelle Projekte und längst etablierte Bands. Mit einer offenen Organisation und einer lang gelebten Tradition. Mit viel Nähe von Akteuren und Zuhörern und einem ausgeprägten Gemeinschaftsgefühl.

Das Wetter spielte im Übrigen keine Rolle. 350 musikbegeisterte Menschen feierten diesen ganz besonderen Abend ´zwischen den Tagen`. „Das Konzept geht auf“, so Michael Hunold in der Nachlese. „Musik ist eine universelle Sprache. Und wenn mehrere Generationen zusammen auf einer Bühne stehen, sind das goldene Momente.“

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