Familienbetrieb

Mobile Scherenschleiferei macht Station in Attendorn

Sascha Wolf vor der mobilen Scherenschleiferei Baltes, die am Donnerstag und Freitag Station auf dem Parkplatz des Hagebau-Marktes machte.

Sascha Wolf vor der mobilen Scherenschleiferei Baltes, die am Donnerstag und Freitag Station auf dem Parkplatz des Hagebau-Marktes machte.

Foto: Meinolf Lüttecke

Attendorn.  Schleifen, polieren, versiegeln: Das sind Aufgaben von Sascha Wolf aus Kürten, der in dritter Generation eine Familienfachschleiferei führt.

„Wir schleifen alles, was eine Klinge hat“, bringt Sascha Wolf von der Familienfachschleiferei T. Baltes aus Kürten seine Dienstleistung auf den Punkt. Mit zwei mobilen Schleifereien sind die „Scharfmacher“ in Deutschland unterwegs. Am Donnerstag und Freitag standen sie den Bewohnern aus Attendorn und Umgebung zur Verfügung. Rasen-, Rosen-, Bastel- und Geflügelschere oder Schäl-, Besteck-, Brot-, Rasenmäher- oder Keramikmesser, dies sind Produkte, die ständig zur Aufarbeitung abgegeben werden.

In der mobilen Scherenschleiferei, die auf dem Parkplatz des Hagebau-Marktes stand, wurden die Gebrauchsgegenstände geschliffen, poliert und versiegelt. Auch Scherköpfe für Hunde und Scheren für Friseure sind für Sascha Wolf kein Problem. Fünf verschiedene Schleif- und Poliersteine drehten sich an beiden Tagen, um die stumpfgewordenen Artikel wieder auf „Vordermann“ zu bringen. Viel Erfahrung ist in diesem alten Beruf gefragt. So erzählt der 38-Jährige unserer Zeitung, dass er bereits als kleiner Junge beim Opa und Vater zuschaute, wenn die Messer geschliffen wurden. Der Familienbetrieb existiert in der dritten Generation. Von Haus zu Haus gehen die Schleifer nicht.

Vorankündigung via Handzettel

„Das hat keinen guten Ruf, denn hier gab es manche Betrügerei“, erzählt Wolf. Die Schleiferei Baltes informiert einige Tage vor ihrem Kommen die Bevölkerung mit Handzetteln, die die Bewohner im Briefkasten finden. Die Verteilung der Informationen nimmt drei bis vier Tage in der Woche in Anspruch. Zwei Tage pro Woche steht anschließend die Scherenschleiferei an markanten, zentralen Stellen wie zum Beispiel an Marktplätzen. Dann ist allerdings die Genehmigung der Stadt erforderlich. Zuletzt war man vor einigen Jahren in Attendorn. Das machte sich natürlich bei der Auftragslage bemerkbar. In der kommenden Woche geht es am Dienstag, 28. Mai, weiter nach Kreuztal und am Mittwoch, 29. Mai, nach Hilchenbach.

Die Scherenschleiferei wirbt mit dem Slogan: „Ein guter Schliff ist besser und günstiger als ein Neukauf!“ Das liest der Verbraucher gerne. Und für die Umwelt ist das auch allemal besser.

Der Scherenschleifer gilt als alter Beruf des fahrenden Volkes und gehört in Mittel- und Westeuropa insbesondere zu den traditionellen Berufen der Jenischen. Es handelt sich um einen Anlernberuf, der gleichwohl viel Erfahrung erfordert und heute meist sowohl als Reisegewerbe von Kleinunternehmern als auch an festen Stadtorten praktiziert wird. Der Beruf wird inzwischen nur noch selten ausgeübt und zählt zu den aussterbenden Handwerken.

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