Vornamen

Mia ist der beliebteste Baby-Vorname im Kreis Olpe in 2017

Christine Heer bringt im September 2017 ihren zweiten Sohn Lukas auf die Welt. Ein passender, altdeutscher Name, begründet sie.

Christine Heer bringt im September 2017 ihren zweiten Sohn Lukas auf die Welt. Ein passender, altdeutscher Name, begründet sie.

Foto: Flemming Krause

Kreis Olpe.   Bei den Jungs haben im Kreis Olpe Mats und Leon die Nase vorn. Die größte Überraschung: In Attendorn sind gleich fünf Gretas zur Welt gekommen.

Mia, Mats und Leon waren im vergangenen Jahr die beliebtesten Baby-Vornamen im Kreis Olpe. Laut Angaben der Standesämter Olpe, Lennestadt und Attendorn entschieden sich 22 Eltern für die Kurzform von Maria. 18 Frauen brachten in den Krankenhäusern der drei Städte einen Leon zur Welt, genau so viele einen Mats. Damit liegt der Kreis nahe am Bundestrend.

Eine repräsentative Auswertung des Hobby-Namenforschers Knud Bielefeld aus Rendsburg, ein studierter Wirtschaftsinformatiker, zeigt, dass die beiden Vornamen Mia und Leon deutschlandweit jeweils auf Platz drei liegen. Hinter Emma und Ben (1. Platz) sowie Hannah und Jonas. Mats hingegen findet sich erst auf Rang 33 wieder. „Mia erfreute sich schon 2016, damals mit neun Kindern, bei uns großer Beliebtheit“, erinnert sich Brigitte Hammer, Standesbeamtin in Attendorn. „Und Leon belegte hier immer eine Spitzenposition.“

Unerwarteter Platz zwei

Auf Platz zwei der Attendorner Mädchen-Liste rangiert überraschend Greta mit beachtlichen fünf Malen. „Da haben wir uns selbst gewundert, das hatten wir noch nie“, sagt Hammer. Immerhin verdrängte sie damit in der Hansestadt die Hannas und Maries auf Rang drei (siehe Grafik).

Mütter, die im vergangenen Jahr in Lennestadt eine Tochter zur Welt brachten, waren besonders angetan von den Anfangsbuchstaben E und L. In den Top-Ten finden sich gleich sechs Emilias, fünf Emilys und Emmas sowie jeweils vier Mal Ella, Lena, Leni und Lotta. Eine weitere Auffälligkeit: Der aus dem lateinischen Paulus abgeleitete Paul liegt sowohl bundesweit als auch im Kreis wieder hoch im Kurs. In der Stadt Olpe war er 2017 der häufigste Vorname eines geborenen Jungen (9).

Und auch ein Modename wie Elias, den in Lennestadt fünf Eltern auswählten, oder Ella, der laut dem Olper Standesamt in der Kreisstadt sieben Mal eingetragen worden ist, sind gefragt. „Es ist schon so, dass die Menschen solche Modenamen mögen“, bestätigt Angelika Hennecke, Standesbeamtin der Stadt Lennestadt, auf Nachfrage.

Idole spielen wichtige Rolle

„Ich wundere mich immer wieder über solche Namen, allerdings legen wir da kein Veto ein, so lange das Wohl des Kindes nicht gefährdet ist.“ Liege der Verdacht eines Fantasienamens vor, so Hennecke, hätten die Standesämter die Möglichkeit, sich bei einer Namensberatungsstelle in Leipzig zu versichern, ob die Namen rechtens seien. Übrigens: Kriterien bei der Auswahl seien laut Hennecke mittlerweile Lieblingsspieler, Sänger oder Fußballer. „Idole spielen eine wichtige Rolle, zunehmend seltener sind es Vornamen von Oma, Opa oder Verwandten.“ Neben diesen teils speziellen, teils ungewöhnlichen Vornamen spielten typisch deutsche Namen wie David oder Lukas weiter eine große Rolle.

Ein Beispiel dafür ist Christine Heer (32) aus Rüblinghausen. Die gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin brachte Mitte September 2017 den kleine Lukas auf die Welt, knapp zweieinhalb Jahre zuvor, Ende Februar 2015, ihren ersten Sohn David. „Das sind beides gute altdeutsche Namen, die schon lange existieren und zu jedem Alter und Lebensabschnitt passen“, begründet die Olperin. Und: „Sie klingen einfach gut und passen zusammen. Wir wollten David nicht mit einem englischen oder finnischen Namen kombinieren.“ Bei der Auswahl habe sie mit ihrem Mann drei oder vier Namen, neben Lukas auch Niklas oder Elias, in einen Lostopf geworfen und das Schicksal entscheiden lassen.

>>> Info: Mila und Paul machen in Siegen das Rennen

In die Statistik eingeflossen sind die Zahlen aus Olpe, Attendorn und Lennestadt. In den anderen Städten gibt es bekanntlich keine Geburtskliniken. Ein Blick über die Kreisgrenzen hinaus: Am Siegener Standesamt wurden am häufigsten in 2017 die Vornamen Mila (22) und Paul (30) ausgewählt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben