Ausbildung

Lichtreklamenhersteller sind die Handwerker der Werbung

Bei der Arbeit: Geschäftsführer Markus Koch holt die Folien aus dem Drucker.

Bei der Arbeit: Geschäftsführer Markus Koch holt die Folien aus dem Drucker.

Foto: Dominik Brendel

Wenden.   Grafiker, Schlosser und Elektriker in einem: Lichtreklamenhersteller sind vielseitig und haben einen spannenden Alltag. Firma Koch aus Wenden sucht Auszubildenden.

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Wenn Markus Koch durch die Region fährt, kann er immer wieder zufrieden seine Arbeit begutachten. Mal ist sie klein und dezent, mal ist sie riesig und strahlt in bunten Lettern ganze Häuser an. Koch ist Schilder- und Lichtreklamenhersteller und hat seine eigene Firma „Koch Werbetechnik“ in Wenden. Die Auftragslage seines Meisterbetriebs ist hervorragend, die Stimmung im achtköpfigen Betrieb prima. Nur eins fehlt dort noch: ein Auszubildender (m/w).

Der Beruf

Als Schilder- und Lichtreklamehersteller entwirft man zum Beispiel Leuchtwerbeanlagen, Schilder und Anzeigetafeln. Bei Koch Werbetechnik werden aber vor allem Fahrzeuge lackiert und beklebt, pro Jahr ca. 350. Die Arbeit beginnt mit Entwurfsskizzen, die mit dem Kunden besprochen und dann als digitale Daten am Bildschirm ausgearbeitet werden. Nach diesen Vorlagen bearbeitet man die Materialien für das Produkt, schneidet Materialien wie Plexiglas für beleuchtete Buchstaben oder Metalle und Kunststoffe für Schilder zurecht.

Angefangen von der Ideenskizze bis hin zur Montage fällt also jeder Arbeitsschritt in den Aufgabenbereich des „Werbetechnikers“, wie der Beruf auch umgangssprachlich genannt wird. „Es ist ein vielseitiger Beruf. Man ist Grafiker und Schlosser, ein bisschen Elektriker auch, weil wir eben mit den verschiedensten Materialien arbeiten“, sagt Geschäftsführer Koch. „Man arbeitet am PC, aber in erster Linie handwerklich. Und: Wir fahren raus zum Kunden und arbeiten vor Ort. Wir sind der handwerkliche Part der Werbung.“

Die Ausbildung

Drei Jahre ist die Regelzeit für die Ausbildung, „aber bei uns haben bisher alle Auszubildenden verkürzt“, sagt Koch. In der Lehre gibt es Blockunterricht: immer im Wechsel zwei Wochen arbeiten und eine Woche Schulbank drücken an der Berufsschule Köln. Im ersten Jahr verdienen Azubis nach Tarif 540 Euro, im zweiten 590 und im letzten 690.

Bewerber bräuchten neben einem technischen Verständnis und Kreativität vor allem Fingerfertigkeit, erklärt Markus Koch. „Mit zwei linken Händen wird es schwierig.“ Außerdem dürfen sich Interessenten darauf einstellen, sich auch mal die Finger schmutzig zu machen. Koch: „Leider wird das Handwerk immer unbeliebter. Man macht sich dreckig, man ist mal draußen im Regen. Aber es gibt auch schöne Seiten, die man nicht vergessen darf.“

Der Betrieb

800 Quadratmeter groß ist der Arbeitsplatz der Firma Koch in Wenden. Erst in diesem Jahr wurde eine neue Halle hinzugekauft, um genug Platz für Fahrzeuge - vor allem LKW - zu schaffen. Die acht Mitarbeiter haben vor kurzem Jubiläum gefeiert: 25 Jahre gibt es den Meisterbetrieb schon. Für Koch war dieser Meilenstein Grund für eine große Renovierung, die der Firma auf beiden Etagen ein helles und hochmodernes Gesicht verliehen hat. „Wir wollen uns unseren Kunden ja auch vernünftig präsentieren“, sagt Koch. Apropos Kunden: zu den größten Auftraggebern gehören Dornseifer, Betten Meyer und Reselve. Koch: „Die Auftragslage ist sehr gut.“

Ebenso erfreulich ist für den Chef die gute Stimmung im Betrieb. „Wir sind alle per du und zusammen unterwegs. Ich krieche genau so im Dreck herum wie meine Mitarbeiter“, grinst Koch. Das dürfte den potenziellen Auszubildenden ebenso motivieren wie der Gedanke, bald durch die Region zu fahren und stolz seine Arbeit begutachten zu können.

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