Streit um Beleuchtung

Anwaltskanzlei stoppt Weihnachts-Lichterglanz in Altenhundem

Der Weihnachtsbaum "In den Höfen" in Altenhundem darf erst nach Feierabend einer Anwaltskanzlei leuchten. Die Mitarbeiterinnen fühlen sich gestört. 

Der Weihnachtsbaum "In den Höfen" in Altenhundem darf erst nach Feierabend einer Anwaltskanzlei leuchten. Die Mitarbeiterinnen fühlen sich gestört. 

Foto: Volker Eberts

Altenhundem.   Mitarbeiter einer Altenhundemer Anwaltskanzlei fühlen sich durch eine blitzende Lichterketten bei der Arbeit gestört. Nun gibt es eine Lösung.

„Der Christbaum ist der schönste Baum, den wir auf Erden kennen, wie lieblich blüht der Wunderbaum, wenn seine Lichter brennen, ja brennen“, heißt es in einem Weihnachtslied. Wundern tun sich seit einigen Tagen die Besucher der Lennestädter City und die Anlieger des Platzes „In den Höfen“ in Altenhundem.

Denn der Weihnachtsbaum, den der Aktionsring Altenhundem, die Interessengemeinschaft der Altenhundemer Einzelhändler, dort aufgestellt hat, leuchtet nur noch teilweise – zuletzt gar nicht mehr. Der Grund: Die Mitarbeiterinnen einer benachbarten Anwaltskanzlei fühlen sich durch die hellen und offenbar blitzenden Lichterketten während der Arbeitszeit derart gestört, dass sie den Aktionsring mit Nachdruck aufforderten, die Christbaumbeleuchtung während der Bürozeiten abzuschalten. Dietmar Meeser, Chef der Kanzlei: „Die Damen sitzen direkt am Fenster vor dem Baum, das helle Flackern stört gewaltig.“ Man habe sich mit dem Aktionsring deshalb auf eine Zeitschaltung geeinigt. So bleibt der Baum an Werktagen bis Büroschluss dunkel und die erleuchtete Adventszeit beginnt in den Höfen erst gegen 18 Uhr.

Kollektives Kopfschütteln

„Als der Anruf kam, da waren wir erstmal geschockt und haben gedacht, die ticken nicht mehr sauber“, so Andreas Cordes vom geschäftsführenden Vorstand des Aktionsrings.

Denn um 18 Uhr, wenn die Beleuchtung angeht, schließen die meisten Geschäfte in Altenhundem bereits wieder. Das heißt, die eigentliche Idee des Aktionsrings, den Kunden beim Einkauf eine adventliche Atmosphäre zu bieten, wird hier ebenfalls „abgeschaltet“.

Einige Mitglieder des Aktionsrings waren gestern Mittag dabei, den Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz, den der Aktionsring am Wochenende veranstaltet hatte, abzubauen. Auch hier gab es wegen des temporären „Lichterkettenverbots“ eine Menge Frust. Trotz des kollektiven Kopfschüttelns hatte sich der Aktionsring entschlossen, den vorweihnachtlichen Frieden nicht aufs Spiel zu setzen. Andreas Cordes: „Wir wollen keine Konfrontation.“

Was bleibt ist am Nachmittag ein trostloser, dunkler Baum in der Lennestädter City und die Kosten, auf denen der Aktionsrings nun sitzen bleibt. „Der Baum und das Aufstellen hat uns einige hundert Euro gekostet“, so Cordes. Bei der Neugestaltung des Platzes im letzten Jahr war extra eine Bodenhülse für den Baum eingebaut worden.

Möglicherweise wäre der Beleuchtungszwist vielen gar nicht aufgefallen, würde der Baum – aus welchen Gründen auch immer – seit einigen Tagen überhaupt nicht mehr brennen. Deswegen gab es Anfragen bei der Stadtverwaltung.

Glücklicherweise ist der Christbaum in den Höfen nicht der einzige im Ortszentrum. Am Marktplatz und an der Ecke Hundem-/Helmut-Kumpf-Straße leuchten zwei große Fichten „planmäßig“.

Darüber hinaus hat der Aktionsring die gesamte Weihnachtsbeleuchtung in diesem Jahr ausgeweitet. So beleuchten Lichtergirlanden jetzt auch die Hundemstraße am Bahnhof und Busbahnhof. Und dies soll erst der Anfang sein. „Wir arbeiten daran, dass der ganze Ort eine weihnachtliche Beleuchtung erfährt“, sagt Andreas Cordes.

Ob „In den Höfen“ dann auch wieder das Lied „Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen“ angestimmt wird, bleibt abzuwarten.

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