Ausbildung

Kreis Olpe: Industrieberufe beliebter als Handwerksberufe

Werkzeug zur Autoreparatur liegt in einer Werkstatt.

Werkzeug zur Autoreparatur liegt in einer Werkstatt.

Foto: Sina Schuldt / dpa

Kreis Olpe.  Statistik: Ausbildungsberufe in Industriebetrieben sind im Kreis Olpe besonders häufig. Warum? Rüdiger Schnüttgen (Handwerkskammer) klärt auf.

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Dreht sich die Ausbildungswelt im Kreis Olpe anders als im restlichen Land? In NRW ist der Kfz-Mechatroniker der mit Abstand beliebteste Ausbildungsberuf bei den männlichen Lehrlingen, bei den Frauen war es die Kauffrau für Büromanagement. 12963 junge Männer befanden sich laut IT.NRW (Statistisches Landesamt) am Ende des Jahres 2018 in einer Ausbildung zum Kfz-Spezialisten, bei den Bürokauffrauen waren es 11697. Aber im Kreis Olpe schafft der Kfz-Mechatroniker mit 117 Azubis (Männer und Frauen) abgeschlagen gerade mal Platz 5. Vor dem Handwerksberuf liegen allesamt Berufe in Industriebetrieben, angeführt vom Industriekaufmann/-frau (297, davon 171 Frauen), Werkzeugmacher/in (204), Zerspanungsmechaniker (192) und dem Industriemechaniker (165).

Das sieht so aus, als ob die Industriebetriebe dem Handwerk auch bei den Azubis den Rang abläuft. Ja und nein, sagt Rüdiger Schnüttgen, Leiter Ausbildungswesen bei der Handwerkskammer in Arnsberg. Die Zahlen seien ein Abbild der wirtschaftlichen Struktur im Kreis Olpe. „Es hat mit der Dominanz und der großen Stärke der Industriebetriebe im Kreis Olpe zu tun.“ Sicherlich sei die Aussicht, bei einem erfolgreichen Hidden Champions in der in der Regel besser bezahlten Industrie zu arbeiten für viele Azubis attraktiver als im Handwerk, zum anderen sei das Angebot an Ausbildungsstellen in diesen Betrieben viel größer. Beispiel Kfz-Mechatroniker: Das Angebot an Ausbildungsstellen habe sich in den letzten Jahren durch eine Marktbereinigung verringert, viele kleine Betriebe hätten ganz aufgegeben oder bildeten nicht mehr aus. Schnüttgen: „Der Markt hat sich bereinigt.“

Quer durch alle Gewerke

Die aktuellen Ausbildungszahlen für das Handwerk liegen noch nicht vor, die wird es erst im Herbst geben, wenn alle neuen Ausbildungsverträge unter Dach und Fach sind. Schnüttgen rechnet für das Handwerk mit einer ähnlich positiven Entwicklung wie im letzten Jahr und empfiehlt Schulabgängern nicht nur auf Industrieberufe zu setzen. „Es gibt noch anspruchsvolle und interessante Leerstellen quer durch alle Gewerke.“ Junge Leute sollten sich auch einmal mit Nischenberufen auseinandersetzen. Gerade „weiße Berufe“ aus dem Gesundheitsbereich würden oft unterschätzt.

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