Ufergeschichten

Spektakuläre Aussicht auf den Biggesee

Blick vom Biggeblick über den Wolken über den Biggesee

Foto: Wolfgang Höffer

Blick vom Biggeblick über den Wolken über den Biggesee Foto: Wolfgang Höffer

Attendorn.   Seit rund sechs Jahren ragt die Aussichtsplattform „Biggeblick“ scheinbar schwerelos über den Biggsee. Die Aussicht ist spektakulär.

Die Geschichte des Attendorner Biggeblicks ist jetzt schon fast sechs Jahre alt, auch wenn die Aussichtsplattform hoch über dem See in diesem Monat erst ziemlich genau vier Jahre steht. Es war an einem sonnigen Herbsttag 2011, als Mathias Großöhme sich in einer Mittagspause auf den Weg in Richtung SGV-Hütte machte. Der damalige Bürgermeister Wolfgang Hilleke hatte ihm den Auftrag gegeben, „sich mal Gedanken zu machen.“Knapp zwei Jahre später hatte Attendorn einen touristischen Anziehungspunkt, der mittlerweile weit über die Grenzen Südwestfalens hinaus bekannt ist und von dem Reisemagazin „travelbook“ sogar in die Reihe der 26 krassesten Skywalks der Welt aufgenommen wurde.

Das Versprechen einlösen

Die Aussichtsplattform Biggeblick ist für Besucher und Wanderer ein weithin sichtbares Versprechen auf ein Aussichtserlebnis, das nicht nur Touristen, sondern immer wieder auch Einheimische einlösen: „Wer den Anstieg genommen hat, kann auf dieser Aussichtsplattform einen atemberaubenden Ausblick auf die Talsperre, die Gilberginsel, die Burgruine Waldenburg und die umliegenden Wälder genießen. Auf der Plattform steht man über den Baumkronen und erlebt dadurch eine völlig andere Wahrnehmung der Natur und Umgebung, insbesondere des Biggesees, der beim Hinaustreten über die Plattform eine ganz andere Wirkung entfaltet. Verstärkt wird dieses besondere Erlebnis, wenn Ihnen dort vorne der Wind um die Nase weht“, schwärmte Wolfgang Hilleke bei der Eröffnung.

Bis geschwärmt werden konnte, war es ein weiter Weg, denn es gab Widerstände vor allem in den Reihen des SGV. Im Verein gab es Befürchtungen, die Aussichtsplattform könnte den Blick von der SGV Hütte über den See einschränken. Erst als sich Vorstand und Bürgermeister geeinigt hatten, die Biggeblick gut sechs Meter nach rechts zu versetzen und damit die Blickachse von der SGV-Hütte aus nicht mehr zu stören, gab der Verein den Widerstand auf.

Die Gestaltun g des Biggeblicks orientiert sich nicht an architektonischen Vorbildern und folgt auch keinem Zeitgeist. Die Grundgedanken des Entwurfes beruhen einzig und allein darauf, dass sich die Buchten des Biggesees, die Rundungen des Leuchtturms und die geschwungene Hügellandschaft in der weichen und runden Formensprache der Aussichtsplattform wiederfinden. Damit bildet sie einen Kontrast zum gradlinigen Biggedamm.

Frei schwebende Plattform

Der Gedanke einer frei schwebenden Aussichtsplattform prägte von Beginn an die Entwurfsgedanken. Diese gewünschte Leichtigkeit war nur mit dem Baustoff Stahl umzusetzen. Um diesen Eindruck des über den Bäumen frei schweben zu vermitteln, steht die gesamte Aussichtsplattform lediglich auf zwei Pendelstützen, die einen Durchmesser von nur rund 15 Zentimetern haben sowie einer V-Stütze, auf der der zehn Meter lange Zugangssteg ruht.Die markante „Nadel“ soll durch die konstruktive Art der Aufhängung und die Durchdringung der Kreisöffnung diesen Eindruck von frei schweben noch einmal verstärken.

Gleichzeitig verbindet sie optisch See und Himmel und bietet einen Orientierungspunkt in der Landschaft ähnlich einem Gipfelkreuz. Die Illuminierung der Plattform von unten über einen blau beleuchteten Ring nimmt zudem das Thema Wasser auf.Dabei ist der Biggeblick nicht nur Aussichtsplattform, sondern auch Landschaftskunstobjekt. Das Finanzamt Olpe hat der Stiftung der Sparkasse bestätigt: „Konzept und Ausführung des geplanten Landschaftskunstobjektes lassen die Aussichtplattform voll und ganz unter dem Stiftungszweck Kunst subsumieren“.

Zahlen, Daten, Fakten

Die Stahltragkonstruktion hat ein Gesamtgewicht von elf Tonnen. Mehr als 280 m Schweißnähte wurden ausgeführt. Rund 70 Kubikmeter Stahlbeton mit ca. 3500 kg Baustahl sind in den Fundamenten verbaut worden. Auf der Plattform wurden gut 400 Meter Edelstahlrohr für die Geländer verbaut.

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