Pilgerweg

In Lennestadt gibt es jetzt den ersten Klara-von Assisi-Weg

Unser Bild zeigt die Projektgruppe der kfd St. Jakobus d.Ä. Elspe vor der Stele, die neu in der Nähe der Elsper Pfarrkirche entstanden ist und auf den Klara-von Assisi-Weg hinweist.

Unser Bild zeigt die Projektgruppe der kfd St. Jakobus d.Ä. Elspe vor der Stele, die neu in der Nähe der Elsper Pfarrkirche entstanden ist und auf den Klara-von Assisi-Weg hinweist.

Foto: Meinolf Lüttecke

Elspe.  Der Pilgerweg der kfd Elspe steht für mutige und selbstbewusste Frauen, die in der Kirche neue Wege gehen wollen.

„Der Klara-von-Assisi-Weg ist einmalig in Deutschland“, so Pia Wipper von der Projektgruppe der kfd Elspe anlässlich der Pressekonferenz am Mittwochmorgen im Pfarrheim. Damit hat der acht Kilometer lange Pilgerweg ein beachtliches Alleinstellungsmerkmal. An drei Stationen soll es Denkanstöße der Heiligen Klara geben. Der Weg geht um halb Elspe. Er lässt sich in zweieinhalb Stunden bewältigen. Man kann den Weg allein oder in Gruppen gehen. Die kfd Elspe plant, geführte Wanderungen für Interessierte anzubieten. Die offizielle Eröffnung mit einer kleinen Andacht ist für Samstag, 26. September, unter Corona-Bedingungen geplant.

Zwei Jahre Planung

Die Idee für diesen Weg entstand bereits 2018. Seitdem beschäftigten sich die kfd-Mitglieder Elisabeth Schmittgens, Birgit Halbe, Pia Wipper, Barbara Sonntag, Dorothea Happe und Birgit Geuecke mit diesem Thema. Nicht nur, dass sie sich mit dem Leben der Klara von Assisi, die 1193 in Assisi geboren wurde und 1253 in San Damiano starb, befassten. Sie hatten sich auch fest vorgenommen, in diesem Jahr eine Pilgerreise ins italienische Assisi zu starten. 26 Frauen bekundeten ihr Interesse und meldeten sich an. Doch die Corona-Pandemie machte ihnen einen Strich durch die Rechnung.

Viele Wallfahrten

Jetzt hoffen die Elsperinnen, im Jahre 2021 nach Assisi pilgern zu können. Dass die kfd Elspe ein Vorreiter in meditativen Wanderungen und Pilgerwanderungen ist, machte Elisabeth Schmittgens deutlich. Denn die katholische Gemeinschaft bietet diese bereits seit 2007 an. Auch das religiöse Heilfasten nach Hildegard von Bingen hat man schon ausprobiert. Und dass die kfd-Frauen immer ein offenes Ohr für die Menschen in ihrem Ort haben, das möchten sie in einem weiteren neuen Projekt demnächst unter Beweis stellen. Sie möchten nämlich bedürftigen Elspern helfen.

Ein Leben in radikaler Armut

Klara von Assisi stammt aus einem wohlhabenden, adeligen Elternhaus. Sie war eine mutige und entschlossene Frau, die eigene Wege gehen wollte. Durch das Vorbild des heiligen Franziskus, den sie im Dom von Assisi predigen hörte, beeinflusst, fasste sie den Entschluss, ihr Elternhaus zu verlassen. Das war im Jahre 1212. Franziskus bekleidete sie mit einem ärmlichen Gewand und schnitt ihr die Haare ab. Auch trennte sie sich von ihrem Schmuck und fand Kirchenasyl – so würde man heute sagen - bei den Benediktinerinnen.

Die Gründerin des kontemplativen Ordens der Klarissen lebte in San Damiano in radikaler Armut. Birgit Halbe begründet, warum die Elsperinnen den Pilgerweg mit den Namen der heiligen Klara in Verbindung bringen. „Wir wollten wie Klara eigene Wege gehen und deshalb haben wir ihr auch diesen Pilgerweg gewidmet. Klara schaffte den weiblichen Aufbruch in der Kirche.“

Kritische Solidarität zur Kirche

Mit dieser Feststellung verband Birgit Halbe den Brückenschlag zu heute: „Mit Maria 2.0 ist auch heute ein weiblicher Aufbruch im Gange.“ Klara stand in kritischer Solidarität zur Kirche und so stehen auch die kfd-Frauen heute ebenfalls in kritischer Solidarität zur Kirche. „Klara wäre bestimmt auch kfd-Mitglied geworden“, waren sich am Mittwoch Birgit Halbe und ihre Mitstreiterinnen einig.

Der neue Pilger- und Glaubensweg kam nicht ohne Sponsoren aus. So bedankt sich die Frauengemeinschaft bei ihren Wohltätern: Erzbistum Paderborn, Land Nordrhein-Westfalen, Stadt Lennestadt, PAX-Bank, Franziskanerinnen von der Ewigen Anbetung Olpe, Steinmetzbetrieb Schulte (Inhaber Raimund Schulte), Zimmerei Winter (Inhaber Franz-Josef Happe), Dias-Werbung und Salon Ikelmann. Dem Projektteam war es wichtig, mit heimischen Firmen bei der Ausstattung des Pilgerweges zusammen zu arbeiten.

Die kfd St. Jakobus d.Ä. Elspe hat derzeit 450 Mitglieder und ist einer der stärksten Frauenverbände in der Region. Im vergangenen Jahr 2019 gab es 13 Neuaufnahmen.

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