Renovierung

In Attendorn geht es jetzt an die Fassaden und Höfe

Diese Außenfassaden in der Niedersten Straße sind längst renoviert worden und fallen nicht mehr unter das neue Förderprogramm.

Diese Außenfassaden in der Niedersten Straße sind längst renoviert worden und fallen nicht mehr unter das neue Förderprogramm.

Foto: Martin Droste

Attendorn.   Die Hansestadt legt ein Programm auf, das Haus- und Grundstücksbesitzern bei Renovierung ihrer Immobilie finanziell unter die Arme greifen soll

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Für die Neugestaltung der Innenstadt hat die Stadt Attendorn viel Geld in die Hand genommen. Auf stolze 95 Maßnahmen mit Gesamtkosten von mehr als 32 Millionen Euro wies Beigeordneter Carsten Graumann am Montag im Ratssaal hin.

An diesem Abend ging es aber um eine wesentlich bescheidenere Summe. Für das sogenannte Fassaden- und Hofprogramm, das in der zweiten Jahreshälfte 2019 in Angriff genommen werden soll, sind 180.000 Euro Fördermittel für private Haus- und Grundstücksbesitzer vorgesehen. Ein Betrag, der die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung nur wenig beeindruckte. „Wie weit will die Stadt mit dieser Summe kommen?“, fragte sich nicht nur Werner Bischoff.

Stadt ist in Vorleistung getreten

„Die Stadt ist in Vorleistung getreten“, begrüßte Thorsten Schauz vom Planungsbüro SSR aus Dortmund die erschienenen Grundstücks- und Hausbesitzer aus der Innenstadt im Ratssaal. Mit dem Fassaden- und Hofprogramm will die Hansestadt Anreize für private Eigentümer schaffen, Außenwände und Dächer zu verbessern bzw. zu verschönern, Hof- und Gartenflächen zu entsiegeln oder zu begrünen.

Grundsätzlich sind bis zu 50 Prozent einer Verbesserungsmaßnahme zuwendungsfähig. Das Beseitigen von substanziellen Baumängeln kann aber nicht gefördert werden. Noch steht der Prozess ganz am Anfang. Es fehlen noch eigene Förderrichtlinien der Stadt Attendorn sowie eine neue Gestaltungssatzung und ein entsprechendes Handbuch. Die gültige Gestaltungssatzung, das bemängelten Martin Kuschel und Thorsten Schauz von SSR, werde durch viele Ausnahmeregelungen geprägt.

Dazu gehört aber nicht die Farbgestaltung, stellte Amtsleiter Uwe Waschke klar. Der in der Niedersten Straße wohnende Ernst Müller hat einen ganz anderen Eindruck von seiner Umgebung. „Ich bin eingerahmt von Nachbarhäusern, die alle gelb gestrichen sind.“

Mit dem Fassaden- und Hofprogramm und den künftigen Vorgaben will die Stadt Attendorn laut Thorsten Schauz „gestalterische Leitplanken festlegen“. Für Werbeanlagen der Einzelhändler gibt es aber einen Bestandsschutz.

Wälle wie ein grüner Ring

Dem Ortskern, für den dieses neue Förderprogramm gilt, stellte Schauz am Montagabend ein gutes Zeugnis aus. „Der mittelalterliche Stadtkörper ist noch sehr gut zu erkennen. Die Wälle ziehen sich wie ein grüner Ring um die Innenstadt. Beim behutsamen Wiederaufbau hat man sich sehr stark an historischen Vorbildern orientiert“, sagte der Ingenieur in seiner Bestandsaufnahme.

Aber das Stadtbild sei die Summe der einzelnen Häuser. Und hier sieht Thorsten Schauz eine „sehr heterogene Bebauung mit unterschiedlichen Renovierungszuständen und einem geringen Anteil von Freiflächen in der Innenstadt“. Hier soll das neue Förderprogramm helfen. In den nächsten Wochen und Monaten muss die Stadt noch Richtlinien erarbeiten und Obergrenzen pro gefördertes Objekt festlegen.

Ganz wichtig: Wer jetzt schon mit Sanierungs- oder Verschönerungsmaßnahmen beginnt, geht bei der öffentlichen Förderung leer aus.

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