Wendener Kirmes

Immer schneller und höher: Adrenalin pur auf Wendener Kirmes

Die Konga gehört zu den Highlights der Wendener Kirmes. WP-Redakteur Flemming Krause testet das Fahrgeschäft aus und bilanziert später: Nichts für schwache Nerven.

Die Konga gehört zu den Highlights der Wendener Kirmes. WP-Redakteur Flemming Krause testet das Fahrgeschäft aus und bilanziert später: Nichts für schwache Nerven.

Foto: Privat

Wenden.  WP-Redakteur Flemming Krause wagt am Samstag den Selbstversuch und begibt sich in die Konga und in Mr. Gravity. Nichts für schwache Nerven.

„Seid ihr irre?“ fragt diese unheimliche Stimme, die aus den Lautsprechern des Mr. Gravity dröhnt. Ja natürlich, sonst würde ich doch nicht hier sitzen, hätte ich am liebsten lauthals geantwortet. Aber ich halte meinen Mund. Konzentriere mich auf das, was jetzt kommt. Und versuche cool zu bleiben. Zumindest äußerlich. Wenige Sekunden später nimmt dieses wahnsinnige Hochgeschwindigkeits-Fahrgeschäft auf der Wendener Kirmes Fahrt auf. Es wird schneller und schneller und schneller. Und ich bin mittendrin. Keine Chance mehr zu entkommen.

Debüt auf der Kirmes

Wer sich in die Fänge des Mr. Gravity, der erstmals auf der Kirmes dabei ist, am Marktplatz auf der „Kärmetze“ begibt, der braucht nicht nur starke Nerven, sondern sollte mindestens schwindelfrei sein. Der Drehwurm ist vorprogrammiert. Denn die Fahrgäste, zu denen am Samstagnachmittag auch ich gehöre, werden mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h (!) im Kreis gedreht und durch die enormen Kräfte in den Sitz gedrückt. Für den besonderen Nervenkitzel sorgen die Drehungen der rotierenden Scheibe im 90-Grad-Winkel.

Die Wendener Kirmes am Samstagnachmittag

Wahnsinn. Nach wenigen Sekunden dreht sich Mr. Gravity so schnell, dass ich die Orientierung verliere. Kaum schaue ich in den grauen Wendener Himmel, schon sehe ich wieder den Boden unter mir. Und dann fordert uns diese irre Stimme plötzlich auf, die Hände in die Lüfte zu strecken. Bis dahin hielten sie so stark den Sitz fest, als ob sie diesen zusammendrücken wollten.

Aber gut, ich hebe also die Hände hoch und mache es den anderen Fahrgästen gleich. Immer dieser Gruppenzwang. Eine gefühlte Ewigkeit vergeht, bis Mr. Gravity Erbarmen zeigt und langsamer wird. Ich habe es geschafft. Unfallfrei. Endlich wieder Boden unter den Füßen. Obwohl, der Drehwurm hat mich tatsächlich erwischt. Ich muss mich erst einmal schütteln und verlasse langsam das Fahrgeschäft. Geschafft. Wer diesen Nervenkitzel liebt, dem sind es die fünf Euro Eintritt allemal wert. Mr. Gravity gehört sicherlich zu den besonderen Kirmes-Highlights für diejenigen, die den Adrenalinspiegel mal so richtig in die Höhe treiben wollen.

Urwald-Atmosphäre

Die Konga gehört auch dazu. Sie ist eine der höchsten Luftschaukeln der Welt. Wie es sich anfühlt, wenn man plötzlich aus schwindelerregender Höhe mit dem Kopf nach vorne auf das Treiben der Wendener Kirmes schaut, will ich austesten. Kaum habe ich das Sechs-Euro-Ticket in der Hand, sitze ich auch schon in der Konga. Gemeinsam mit 19 anderen Fahrgästen. Jung und Alt, Mann und Frau. Ich spüre die Anspannung, auch bei den anderen Gästen. Und schon geht es los. Nervenkitzel pur. In einer Flughöhe von rund 45 Metern werden wir in einem 120-Grad-Winkel nach oben geschaukelt und mit vierfacher Erdanziehungskraft in die Sitze gedrückt.

Die im Quadrat angeordneten Sitzplätze drehen sich zusätzlich zur Schaukelbewegung um die eigene Achse. Klar ist: Mit über 30 Themen-Effekten, echten Fackeln und Palmen, Mitarbeitern im stilechten Safari-Outfit, feuerspeienden Voodo-Masken und dem Nebel bringt Konga ordentlich Urwald-Atmosphäre auf den Festplatz. Es fühlt sich so an, als bleibe mein Herz stehen. Und wieder dauert es eine gefühlte Ewigkeit, bis ich diesen Ritt hinter mir habe.

Zum Glück habe ich keine Höhenangst. Sonst hätte ich diese Fahrt wohl kaum überlebt. Fazit: Wer diesen Kick liebt, der sollte es sich nicht entgehen lassen, Mr. Gravity und der Konga einen Besuch abzustatten. Wer den Kick nicht braucht, der sollte am besten einfach unten stehen bleiben und zuschauen.

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