Ausbildung im Handwerk

Holzbearbeitungsmechaniker machen aus Baumstämmen Kleinholz

Bäume soweit das Auge reicht: Die Johann Kirchhoff GmbH & Co. KG in Finnentrop-Rönkhausen.

Bäume soweit das Auge reicht: Die Johann Kirchhoff GmbH & Co. KG in Finnentrop-Rönkhausen.

Foto: Dominik Brendel

Finnentrop.   Arbeit im Sägewerk ist heutzutage hochtechnisiert. Firma Johann Kirchhoff heißt junge Holzbearbeitungsmechaniker willkommen.

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Arbeit im Sägewerk: Wer daran denkt, stellt sich möglicherweise schwitzende Männer mit schweren Werkzeugen vor, die Baumstämmen zerkleinern. Weit gefehlt. Auch das Holzgewerbe ist vom technischen Wandel geprägt und wer aus großen Bäumen Latten oder Balken herstellt, muss komplizierte Maschinen bedienen können. Holzbearbeitungsmechaniker können genau das.

Der Beruf

Nachdem gefällte Bäume den Wald verlassen haben, sind Holzbearbeitungsmechaniker die ersten, die mit dem Rohstoff in Berührung kommen. Zunächst wird die Qualität geprüft: Feinde der Fachleute sind lästiges Ungeziefer oder Fäulnis. „Nach dem Aussortieren wird das gute Holz vermessen, geschnitten und optimiert“, erklärt Franz Josef Becker, Betriebsleiter der Johann Kirchhoff GmbH & Co. KG.

„Wir arbeiten auftragsbezogen, also wissen wir vorher genau, welches für Holz wir benötigen.“ Im Sägewerk sorgen computergesteuerte Verarbeitungsstraßen für einen schnellen Ablauf, der überwacht werden muss. In der Steuerungsanlage mit vielen Knöpfen und Monitoren sieht es aus wie in einem Stellwerk der Deutschen Bahn. Hier beobachten Holzbearbeitungsmechaniker, wie der frisch angelieferte Rohstoff sägefertig gemacht wird: entrinden, Wurzelansätze entfernen, den Stamm nochmal gründlich untersuchen. Wenn im Produktionsablauf etwas schiefläuft, muss der Mechaniker eingreifen.

Aus dem bearbeiteten Holz werden Häuser, Dachstühle, Möbel, aber auch völlig andere Produkte hergestellt. „Alles wird letztendlich verwendet. Aus den Spänen werden hinterher Taschentücher oder Toilettenpapier“, erklärt Geschäftsführer Jan Kirchhoff.

Die Ausbildung

Insgesamt 36 Monate dauert die Lehre, die im Dualen System, also im Betrieb und in der Berufsschule, stattfindet. Einen Schulabschluss braucht man dafür nicht. Der Unterricht erstreckt sich pro Ausbildungsjahr über mehrere Blöcke mit etwa 40 Wochenstunden theoretischem und praktischem Unterricht. Gepaukt wird an der Holzfachschule in Bad Wildungen in Hessen.

Bewerber sollten gute mathematische Kenntnisse besitzen und teamfähig sein. „Unsere Produktionsprozesse greifen ineinander, hier arbeitet keiner nur für sich. Außerdem ist uns wichtig, dass die Lehrlinge Spaß an der Arbeit haben und zuverlässig sind“, betont Becker, der momentan drei Auszubildende beschäftigt. „Aus Holz kann man einfach so viel machen, seiner Kreativität freien Lauf lassen“, sagt Azubi David Henke (19). „Mein Vater ist auch in der Holzindustrie tätig. Mit Stahl zu arbeiten, macht nicht so viel Spaß“, sagt Justus Schulte-Zuhausen (17), der sich schon früh für diesen Beruf entschieden hatte. Wer die Ausbildung erstmal hinter sich hat, kann sich um Industriemeister für Holzbearbeitung oder Holzverarbeitung weiterbilden oder zum Holztechniker. Diese Qualifikationen ermöglichen den Zugang zur Hochschule.

Der Betrieb

Die Johann Kirchhoff GmbH & Co. KG hat eine lange Tradition: Bereits seit 1845 gibt es den Betrieb. Heute sind auf der vier Hektar großen Fläche in Finnentrop-Rönkhausen 40 Mitarbeiter beschäftigt. Die Auftragslage ist zufriedenstellend, sagt Jan Kirchhoff: „Wir sind gefragt. Die Hälfte unserer Produkte gehen ins Ausland: Niederlande, England, Frankreich, aber auch außerhalb Europas.“ Die meisten Fachkräfte hat die Firma selbst ausgebildet. Und die möchten auch hier bleiben“, sagt der Geschäftsführer.

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