Hitzefrei

„Hitzefrei“ heißt es für viele Schulen im Kreis Olpe

Ob die Schüler bei den heißen Temperaturen Hitzefrei bekommen, entscheiden die Schulleiter selbst.

Ob die Schüler bei den heißen Temperaturen Hitzefrei bekommen, entscheiden die Schulleiter selbst.

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Kreis Olpe.  Wenn die Temperaturen auf über 30 Grad steigen, hoffen viele Schüler auf verkürzten Unterricht. Wer das entscheiden darf und welche Regeln gelten.

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Biggesee statt Klassenraum: Viele Schüler aus dem Kreis Olpe profitieren vom Hoch „Ulla“, das sich mit Temperaturen von weit über 30 Grad in dieser Woche ausbreitet. Die Schüler dürfen früher nach Hause und können so ihre gewonnene Freizeit etwa im kühlen Nass verbringen.

Die Schüler der Sekundarstufe I am Attendorner St. Ursula-Gymnasium durften am Dienstag nach der vierten Stunde die Bücher einpacken - Hitzefrei. „Das ist wirklich sinnvoll“, betonte Schulleiter Markus Ratajski. Im Gebäude sei es noch deutlich wärmer und stickiger als draußen und dort hatte das Thermometer die 30-Grad-Marke bereits deutlich überschritten.

Bei seiner Entscheidung bezog sich der Schulleiter auf einen Erlass des Schulministeriums, in dem geschrieben steht: „Wird der Unterricht bei heißem Wetter durch hohe Temperaturen in den Schulräumen beeinträchtigt, entscheidet der Schulleiter, ob Schülern Hitzefrei gegeben wird.“

Als Anhaltspunkt ist von einer Raumtemperatur von mehr als 27 Grad auszugehen.“ Schüler der Grundschulen und der Jahrgangsstufen fünf und sechs dürften laut Erlass nur nach Absprache mit den Eltern vor dem regulären Unterrichtsschluss entlassen werden.

Kinder im Offenen Ganztag, deren Eltern berufstätig und nicht zuhause sind, müssen auch bei Hitzefrei so lange wie üblich in der Schule betreut werden.

Fahrplan der Busse beachten

Allerdings müssten bei einer solchen Hitzefrei-Entscheidung die „besonderen örtlichen Gegebenheiten der jeweiligen Schule“ berücksichtigt werden, beispielsweise also der Fahrplan der Schülerbusse. Genau dies sei der Grund dafür, warum Rudolf Hermanns, Leiter des Rivius-Gymnasiums, seine Schüler am Dienstag nicht eher heimschickte. „Mehr als die Hälfte kommen mit dem Bus. Da wir Doppelstunden haben, könnte ich die Schüler nur nach diesen Stunden nach Hause lassen. Nur dann kommen sie nicht nach Hause, das kann ich nicht verantworten.“ Einzig ein Französisch-Zusatzkurs müsse am Dienstag nicht mehr in der siebten und achten Stunde die Schulbank drücken.

Am Mittwoch wird es auch an der Gesamtschule in Finnentrop Hitzefrei geben. Nach der 5. Stunde um 12.45 Uhr sei laut Thorsten Vietor, kommissarischer Schulleiter, für alle Schüler Schluss. Diejenigen, die zu diesem Zeitpunkt nicht nach Hause gelangen könnten, würden bis zum Ende der 7. Stunde (15.10 Uhr) in der Schule betreut.

Am St.-Franziskus-Gymnasium in Olpe wird bereits an einem Hitze-Notfallplan für die Sekundarstufe II, die gesetzlich zum Unterricht trotz der heißen Temperaturen verpflichtet ist, gearbeitet. „Wir werden die Kurse so aufteilen, dass der Unterricht in den kühleren Räumen stattfindet“, erklärt der stellv. Schulleiter Friedhelm Scholl auf Anfrage.

Dienstag und Mittwoch haben die Klassen fünf bis neun um 12.40 Uhr Schulfrei. Eine Betreuung gibt es für die Schüler, die nicht frühzeitig nach Hause gelangen können. Dass das Angebot genutzt wird, bezweifelt Scholl allerdings: „Wir entlassen die Schüler zur Mittagszeit. Ich bin mir sicher, dass alle um 13 Uhr mit dem Bus nach Hause fahren. Würden wir sie vormittags entlassen, hätte es Probleme mit den Bus-Fahrzeiten geben können.“

Die Schüler der Gesamtschule Wenden werden am Mittwoch bereits ab der sechsten Stunde, also schon um 13.30 Uhr, anstatt wie regulär um 15 Uhr, vom Unterricht befreit. Genauso läuft es auch für die Schüler der Sekundarschule Olpe-Drolshagen. Dort fallen heute die letzten beiden Stunden aus, so dass die Schüler spätestens um 13.20 Uhr Schulfrei haben.

Gerade für die Schüler der Klassen fünf und sechs, aber auch für alle anderen Klassen, besteht die Möglichkeit einer Betreuung in der Schule. Und auch die jüngsten Schüler dürfen sich auf weniger Unterricht bei der Hitze freuen: So entlässt die Gemeinschaftsgrundschule am Hohenstein in Olpe die Schüler bereits nach der vierten Stunde

In Lennestadt und Kirchhundem siegt das Bild ähnlich aus, wobei jede Schule ein wenig anders verfährt. An den meisten Grundschulen ist heute nach der vierten Stunde Feierabend, in der Sekundarschule nach der sechsten. Die Schüler in Welschen Ennest, Altenhundem und Bilstein führen in dieser Woche ein Zirkusprojekt durch, sie müssen deshalb wohl durchhalten.

Kurzstunden an Lessing-Realschule

Am Gymnasium Maria Königin ist heute nach der 6. Stunde für alle Schluss, für das GymSL, wo heute das Treppenfest der Abiturienten stattfindet, will die Schulleitung kurzfristig entscheiden. An der Anne-Frank-Hauptschule und der St. Barbara-Realschule in Meggen ist Mottowoche, Unterricht nach dem Stundenplan findet dort nicht statt.

Die Lessing-Realschule in Grevenbrück hat ein anderes, besonderes Modell gewählt. Hier werden seit gestern und bis auf Widerruf alle Schulstunden um 15 Minuten verkürzt, so dass um 11 Uhr Schluss ist. „Dieses Modell hat die Schulkonferenz bereits im letzten Jahr beschlossen, und es wird jetzt zum ersten Mal angewendet“, so Co-Rektor Dr. Jörg Breuer. Übrigens: Für die Lehrer gibt es kein „Hitzefrei“.

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