Hilfsprojekte

Herzenssache: Rothemühlerin hilft unermüdlich in Ghana

Walburga Kiel zu Besuch bei dem kleinen Lewis, der seine erste Schuluniform bekommen hat. Ohne diese hätten die Eltern ihn nicht zur Schule geschickt.

Walburga Kiel zu Besuch bei dem kleinen Lewis, der seine erste Schuluniform bekommen hat. Ohne diese hätten die Eltern ihn nicht zur Schule geschickt.

Foto: Privat / WP

Wenden.  Seit 2012 unterstützt Walburga Kiel die Methodist Basic School in Ghana. Jetzt plant die Rothemühlerin weitere Projekte.

„Ich bin so dankbar, dass ich nach all den Jahren meiner persönlichen finanziellen Unterstützung nun endlich auch einmal selbst nach Ghana reisen konnte, um meinen Jungen und die Menschen vor Ort persönlich kennenzulernen“, war Walburga Kiel aus Rothemühle außer sich vor Freude, die letzten zwei Wochen des vergangenen Jahres in Ghana verbracht zu haben.

Seit 2012 unterstützt sie die Methodist Basic School, deren Schüler sie mit Schuliuniformen, Büchern usw. ausstattete. 2015 lernte den kleinen Blessing kennen. An den damals fünfjährigen Jungen hatte sie auf den ersten Blick ihr Herz verloren. „Mir war direkt klar, dass dieser Bursche etwas Besonderes ist. Damals wusste ich noch nicht, dass er ein elternloser Junge war und schon mehrfach die Familien gewechselt hatte. Ihm werde ich eine gute Zukunft bieten“, so Walburga Kiel.

Um den Kontakt zu vereinfachen, schenkte sie dem Jungen ein Handy. Die beiden sind jetzt in wöchentlichem Kontakt per Whatsapp und haben eine intensive Beziehung aufgebaut. Im letzten Jahr ermöglichte die „German Mum“ Blessing dann den Wechsel auf die älteste und erfahrenste Privatschule in Berekum, damit er später sein Heimatland mit Know-how unterstützen kann.

Computerraum in diesem Jahr

„Es war wirklich das Größte für mich, erstmalig nach Ghana zu reisen und mit den Menschen in deren Familie vor Ort zu wohnen, und auch mit wenig glücklich zu sein“, so Walburga Kiel, die immer noch nicht glauben kann, das alles erlebt zu haben. „Ohne meine ghanaischen Freunde hier in Deutschland wäre mein Traum, meinen Sohn dort besuchen zu können noch nicht in Erfüllung gegangen! Für diese Hilfen bin ich unendlich dankbar“.

In Berekum nahm sie Heiligabend Termine mit den beiden Schulen und der Feuerwehr, die sie auch seit 2018 unterstützt, an, um die Folgeprojekte zu besprechen. Denn sie hat noch viel vor: So soll die Methodist Basic School noch in diesem Jahr mit einem Computerraum ausgestattet werden. Dr. med. Dipl. Ing. Thomas Giesen, Arzt aus Wenden, stellte seinen Altbestand an PCs für das Projekt zur Verfügung. Kiel: „Die Kinder kennen einen Computer lediglich von Fotos. Aber auch hier in diesem sehr armen, aber aufstrebenden Staat darf die Digitalisierung nicht vorbeigehen.“

Die Feuerwehr „Ghana national Firefighters“ ist nicht nur an Spenden interessiert, sondern insbesondere an Informationen deutscher Feuerwehren in Bezug auf German „Know How“. Kiel hat die ersten Kontakte zu Feuerwehren aufgenommen. In der Privatschule „Ahab Complexe“ wird die Rothemühlerin nach Absprache mit dem Direktor jährlich nach Dringlichkeit finanzielle Unterstützung leisten.

Netzwerk funktioniert

Das alles ist nur möglich, weil das Netzwerk der Rothemühlerin gut funktioniert: Mit den in Deutschland lebenden Ghanaern, mit ihrer „Familie in Ghana“, ihrer Familie im Wendener Land, Freunden, Nachbarn und Kollegen. „Gemeinsam kann man viel erreichen“ ist Walburga Kiel sicher: „Ich werde, so Gott will, jetzt jedes Jahr mindestens einmal zu meinem „Sohn“ fliegen, um die drei großen Projekte auch zeitnah zu begleiten und zu schauen, wo weitere Hilfe dringend benötigt wird“, hat sich die Vermögensbetreuerin der Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen eG fest vorgenommen. „Ich bin auch heute noch so überwältigt von der Herzlichkeit, der Zuneigung und Dankbarkeit der Menschen in Ghana, dass ich in naher Zukunft ein Tagebuch meiner Reise im Internet veröffentlichen werde. Auch die Fortschritte meiner drei Projekte in Berekum werde ich zeitnah im Internet kommentieren.“

Walburga Kiel hofft, dass viele Menschen sie und ihre ghanaischen Freunde mit Fachwissen und Erfahrungen, Spenden und Sachspenden für die Projekte in Ghana unterstützen.

Wer helfen will, meldet sich per Mail unter archimedes2012@t-online.de oder nach 18 Uhr unter 02762/690783.

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