Infomesse bei Schwermers

Heinsberg: Bürger-Windpark bleibt ein Spaltpilz

Infomesse über den geplanten Bürgerwindpark Heinsberg/Hilchenbach. Die Investoren und Betreiber (von links) Günter Pulte (Rahrbach), Nadine Morgalla (Projektentwicklung/Enercon), Frederik Rind (Planer/Enercon) und Rainer Olling (Projektleiter/Enercon).

Infomesse über den geplanten Bürgerwindpark Heinsberg/Hilchenbach. Die Investoren und Betreiber (von links) Günter Pulte (Rahrbach), Nadine Morgalla (Projektentwicklung/Enercon), Frederik Rind (Planer/Enercon) und Rainer Olling (Projektleiter/Enercon).

Foto: Foto: Josef Schmidt / WP

Heinsberg/Hilchenbach.  Mit einer Info-Messe wollten die Planer des Bürgerwindparks an der Kreisgrenze Heinsberg/Hilchenbach Vorurteilen begegnen.

Informationen gegen Vorurteile: Mit dieser Maßgabe waren die Investoren und Betreiber des geplanten Windparks an der Kreisgrenze Heinsberg/Hilchenbach mit ihrer Infomesse ins Hotel Schwermer nach Heinsberg gekommen. Günter Pulte, Windbauer aus Rahrbach und Mitplaner des Riesenprojekts, arbeitet seit etwa drei Jahren mit dem norddeutschen Windradbauer Enercon zusammen, der mit einem Planer-Trio vertreten war.

Eines vorweg: Die Resonanz konnte sich sehen lassen. Gut 50 Interessierte hatten bereits in der ersten Stunde der Messe den Weg ins Hotel gefunden, um das eigene Urteil zu schärfen.

Projektchef Rainer Olling, Planer Frederik Rind und Projektentwicklerin Nadine Morgalla (alle Enercon) standen geduldig Rede und Antwort. Im Blickpunkt auch Günter Pulte, der bereits seit 12 Jahren den Windpark jenseits der Heinsberger Ortsgrenze auf Hilchenbacher Gebiet betreibt und schon damals den Gegenwind aus dem Kirchhundemer Land zu spüren bekam.

Einer dieser Gegner war und ist der Gastgeber der Veranstaltung, Hotelier und Gastronom Bernhard Schwermer, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands. Zur Stimmung in der CDU-Fraktion befragt, sagte Schwermer: „Es ist kein Geheimnis, dass es Vorbehalte bei uns gibt.“ Wie die Mehrheitsfraktion CDU im Rat abstimmen werde, wenn die Gemeinde im Genehmigungsprozess zum Einvernehmen gefragt werde, könne er nicht voraussehen. Aber zur Stimmung im Ort sagte er: „Es gibt Heinsberger, die bereits die jetzigen Windräder hören können. Die sind natürlich auch gegen das neue Projekt. Grundsätzlich spaltet ein solcher Windpark ein Dorf, auch unseres.“ Immerhin gebe es Nutznießer und Betroffene.

Mehr als 2,1 km entfernt

Dass sich die Betroffenheit in Grenzen hält, dafür, so Günter Pulte und Enercon-Projektchef Rainer Olling, habe man bei der Planung alles Mögliche berücksichtigt. Allen voran die Entfernung der neuen Windräder, immerhin 180 und 200 Meter hoch, zu Wohngebieten. Pulte: „Die minimale Entfernung unserer Anlagen zum Ort Heinsberg beträgt rund 2,1 Kilometer, die maximale 4 Kilometer.“

Bauingenieur Olling fügt hinzu: „Die Standorte sind so perfekt ausgewählt, dass die Beeinträchtigungen für die umliegenden Ortschaften sehr gering sein werden.“ Die Windräder lägen nicht direkt auf den Bergkuppen, dadurch seien sie von vielen Standorten in den Dörfern kaum wahrnehmbar. Olling: „Laut unserem Gutachten wird es für Heinsberg Null Schattenwurf geben.“

Die Belastung durch Schall liege unter allen geforderten Grenzwerten. Sollten die Bauanträge, die vermutlich in den nächsten acht Wochen beim Kreis gestellt würden, genehmigt werden, so der Ingenieur, „benötigen wir für den Bau der Anlagen 12 bis 15 Monate.“ Möglich sei auch, dass man mit weniger als den geplanten 17 Anlagen, 10 auf Heinsberger und sieben auf Hilchenbacher Gebiet, beginne.

Josef Schönemund-Henkel, Vertreter der etwa 40 verpachtenden Heinsberger Waldbauern, begrüßte die Infomesse: „Viele Leute sind nicht im Thema.“ Auf der einen Seite sei klimafreundliche Energie gewollt, auf der anderen Seite wolle niemand stromproduzierende Anlagen in der Nachbarschaft. Er erinnerte daran, dass zehn Prozent der Pachteinnahmen dem Dorf, also den Vereinen und den Forstbetriebsgemeinschaften zuflössen, die keine Flächen gewinnbringend an Pulte/Enercon verpachten könnten.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben