Denkmal

Haus in Drolshagen: Nur der Gewölbekeller ist denkmalwürdig

Das alte Häuschen Gerberstraße 14 steht unter Denkmalschutz. Die Denkmalwürdigkeit wird jetzt vermutlich auf den Gewölbekeller beschränkt. Nach dem Brand der jahrzehntelang davor stehenden Gebäude ist das Häuschen gut zu sehen.

Das alte Häuschen Gerberstraße 14 steht unter Denkmalschutz. Die Denkmalwürdigkeit wird jetzt vermutlich auf den Gewölbekeller beschränkt. Nach dem Brand der jahrzehntelang davor stehenden Gebäude ist das Häuschen gut zu sehen.

Foto: Josef Schmidt

Drolshagen.  Altes Haus in der Drolshagener Gerberstraße steht in der Denkmalliste. Nun soll ein Teil des Hauses aus dieser Liste wieder entfernt werden.

Wenn das Landesdenkmalamt vor den Toren einer Stadt steht und alte Gebäude unter die Lupe nimmt, zittern die Eigentümer schon mal davor, dass ihr Besitz den Denkmal-Stempel erhält. Was das alte Häuschen in der Gerberstraße 14 in Drolshagen angeht, ist es umgekehrt. Es steht bereits in der Denkmalliste der Stadt Drolshagen. Jetzt soll die Denkmalwürdigkeit – zum Teil – wieder aufgehoben werden. Unstreitig ist, dass der alte Gewölbekeller Denkmal ist und es auch bleiben soll.

Die Vorgeschichte: Nachdem das Nachbarhaus in der Gerberstraße Ende Mai 2019 einer Feuersbrunst zum Opfer fiel , erlaubte die entstandene Baulücke den unverstellten Blick auf das kleine, eher unscheinbare Haus Gerberstraße 14. Dass sich hinter dem Häuschen ein Denkmal verbirgt, wussten wohl nur die historisch bewanderte Drolshagener.

Sei’s drum: Der Ausschuss Stadtentwicklung wird sich des Themas in seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 24. November, annehmen und über folgenden Sachverhalt diskutieren und beschließen: Das gesamte Haus geriet auf die Denkmalliste der Stadt, weil der Gewölbekeller mit seinem Zugang und einem Inschriftenstein von 1724 als bedeutend für die Geschichte der Stadt eingestuft wurde und wird.

Im 19. Jahrhundert eine Art Fabrik

Das Landesdenkmalamt schreibt nach einer Begehung des Hauses Anfang August 2020 wörtlich dazu: „Denkmalwert ist der Gewölbekeller mit seinem Eingang, der von einem Türstein mit der Inschrift ,IHS 1724’ überkrönt wird. Der übrige gesamte Hauskörper trägt zur Baugeschichte Drolshagens bei und sollte als erhaltenswerte Bausubstanz vor unachtsamem Umgang geschützt bleiben. Denkmalwert kommt ihm nicht zu.“

Durch die Inschrift 1724 stehe fest, dass der Keller noch weit in die Zeit vor dem großen Stadtbrand Drolshagens im Jahr 1838 reiche. Im 19. Jahrhundert sei das Gebäude gewerblich als eine Art Fabrik genutzt worden, erst 1913/1914 sei es nach weitreichenden Umbauten zum Wohnhaus geworden.

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