Rätselraten

Hans-Georg Kraus ist Olpes Rätsel-Meister

Hans-Georg Kraus hält sein Rätselbuch „Nichts für Dumpfbacken“ in der Hand.

Hans-Georg Kraus hält sein Rätselbuch „Nichts für Dumpfbacken“ in der Hand.

Foto: Dominik Brendel

Olpe.   Der Olper Pensionär Hans-Georg Kraus fordert seine Follower auf Facebook mit kniffligen Aufgaben heraus. Dabei kommt der Humor nicht zu kurz.

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Wenn der Frühling anbricht, raucht Hans-Georg Kraus der Kopf. Überall liegen dann bei ihm zu Hause Zettel herum. Im Bad, in der Küche, im Keller. Kraus, ein pensionierter Lehrer aus Olpe, hat es sich zum Hobby gemacht, Rätsel zu kreieren. „Damit quäle ich die Menschen“, sagt der 69-Jährige schmunzelnd.

Zuletzt hat Kraus damit Menschen auf Facebook gequält. Dort ist eine 27-köpfige Gemeinschaft entstanden, die fleißig rätselt. Und das täglich. „Zwischen 19 und 22 Uhr veröffentliche bis zu sechs Begriffe. Die Lösungen schreiben mir die Leute per Direktnachricht“, erklärt Kraus. Je schneller die Teilnehmer sind, desto mehr Punkte ergattern sie. Kraus genießt es, wenn die Teilnehmer „grübeln, lachen, fluchen oder verzweifeln“, wie sie ihm stets berichten. Am Ende der viermonatigen Staffel wird der Sieger bekannt gegeben, der folgenden Preis gewinnt: „Einen Kaffee trinken mit mir. Ich weiß, das klingt natürlich lächerlich“, sagt Kraus und schüttelt den Kopf. „Aber es geht nicht um Preise, sondern um die sozialen Kontakte.“

Humorvolle Umschreibungen

Genau das treibt den ehemaligen Lehrer an. Nachdem Kraus pensioniert wurde, wollte er nicht einfach die Hände in den Schoß legen. „Das Rätseln macht mir viel Spaß und ich dachte, ich könnte den sozialen Netzwerken etwas Leben einhauchen.“ Seine 39 Jahre lange Lehrertätigkeit habe ihn gelehrt, welche Rätselformen wen ansprechen und herausfordern. „Ich habe mich für Umschreibungen von Suchbegriffen entschieden.“ Und die sind oft humorvoll.

Beispiel gefällig? Ein Dessert in der JVA: _ _ F _ _ _ _ _ _

Meist wird, wie in diesem Beispiel ein Buchstabe vorgegeben, manchmal zwei. In seinem Buch „Nichts für Dumpfbacken“ sind etliche kuriose Begriffs-Schöpfungen. Ach so, die Lösung für das JVA-Dessert lautet: Haftcreme.

Konkurrenz in der Familie

Einer derjenigen, die sich bei solchen Aufgaben den Kopf zerbrechen, ist Rolf Oppen (47). Seine Frau Dany (45), Siegerin der just beendeten Staffel, war damals Schülerin von Hans-Georg Kraus. „Sie hat mich auf die Gruppe aufmerksam gemacht. Die Rätsel sind schon knifflig, manchmal wissen wir einfach nicht weiter“, bekennt Rolf Oppen, der als Fertigungsleiter in einem mittelständischen Unternehmen arbeitet. Mittlerweile ist auch Oppens Schwiegermutter dabei. Von Rivalitäten will der 47-Jährige nicht sprechen, eine Konkurrenz bestehe aber. „Die liefern sich einen erbitterten Kampf. Ich sehe ja, wie schnell sie immer auf meine Rätsel antworten“, sagt Kraus mit einem Augenzwinkern.

Aber jeden Abend stundenlang rätseln, ist das überhaupt machbar? „Oft sitze ich am Smartphone und drücke auf aktualisieren, da man ja nicht weiß, wann und wie oft der Hännes die Begriffe einstellt“, erklärt Oppen, „aber manchmal habe ich eben keine Zeit. Man kann auch am Folgetag noch antworten, bekommt aber nicht mehr so viele Punkte.“

Gemeinsames Treffen

Rolf Oppen wird seine Frau begleiten, wenn sie am 17. März ihren Gewinner-Kaffee mit Hans-Georg Kraus trinken wird. Geplant ist, dass die gesamte Rätselgruppe zusammen kommt. Dann wird nicht gegrübelt, sondern gefeiert. Das kann auch Kraus gut gebrauchen, denn die nächste Rate-Staffel ist bereits in Planung. Sein Kopf wird also bald wieder rauchen.

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