Erkrankungen

Nach Großeinsatz: Ferienlager in Kirchveischede abgebrochen

Die Feuerwehr hat nach dem Eintreffen der Rettungskräfte die Einsatzleitung übernommen. 

Die Feuerwehr hat nach dem Eintreffen der Rettungskräfte die Einsatzleitung übernommen. 

Foto: Volker Eberts / WP

Kirchveischede/Lennestadt.  24 Kinder und Betreuer eines Ferienlagers in Kirchveischede wurden in der Nacht von Notärzten versorgt. Inzwischen wurde das Lager abgebrochen.

Das Ferienlager in der Schützenhalle Kirchveischede, wo in der Nacht zum Montag 22 Personen notärztlich versorgt werden mussten, wird noch am Montagnachmittag abgebrochen. Das teilten der Kreis und auch der Schützenverein Kirchveischede mit. Ein Teil der Kinder wurde bereits zuvor von ihren Eltern abgeholt.

In der Nacht zum Montag mussten in der Schützenhalle 22 Kinder und zwei Erwachsene notärztlich behandelt, weil sie unter Übelkeit und Erbrechen litten, typische Symptome für eine Lebensmittelunverträglichkeit oder eine mögliche Lebensmittelvergiftung. Ein Betreuer verblieb stationär im Krankenhaus.

66 Personen aus dem Münsterland

Die Erkrankten gehören zu einer 66 Personen starken Gruppe aus dem Kreis Warendorf im Münsterland, die in der Schützenhalle des St. Hubertus-Schützenvereins ihr Ferienlager aufgeschlagen hatten und sich dort auch selbst mit Essen und Getränken versorgten hatten. Als die Beschwerden auftraten, hatte einer der Betreuer den Notruf betätigt. „Ich hätte es genauso gemacht, die Entscheidung war absolut richtig“, so Christopher Henrichs, Sprecher der Feuerwehr in Lennestadt. Die Eltern der Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren wurden schnell telefonisch informiert und blieben in Kontakt.

Dem Leitungsteam der Ferienfreizeit war der Schreck auch gestern Mittag noch anzusehen. Die Betreuer wollten sich nicht zu dem Vorfall nicht äußern.

Massenanfall von Verletzten

Kurz vor 3 Uhr in der Nacht zum Montag hatte die Leitstelle unter dem Stichwort „Massenanfall von Verletzen“ (ManV1) die Rettungskräfte im Kreis alarmiert. Das Stichwort löst eine vorgegebene Alarmierungskette aus. Unter anderem werden automatisch ein leitender Notarzt und ein organisatorischer Leiter des Rettungsdienstes hinzugezogen. Die Einsatzleitung übernimmt dann die Feuerwehr. Henrichs: „Der Einsatzleiter hat entschieden, am Sportplatz in Kirchveischede am Ortseingang einen Bereitstellungsraum einzurichten“. Dort warteten rund zehn Krankentransportwagen auf weitere Anweisungen.

Ruhig und strukturiert

Die Atmosphäre in der Halle sei während des Einsatzes sachlich und ohne Hektik gewesen. „Das Ganze ist sehr ruhig und strukturiert abgelaufen“, so Christopher Hendrichs. Das Zusammenspiel der Einheiten habe reibungslos und perfekt funktioniert. Im Einsatz waren 55 Kräfte, neben dem DRK Lennestadt und Kirchhundem, der Malteser Hilfsdienst, der Rettungsdienst des Kreises, Polizei und die Feuerwehreinheiten aus Bilstein, Grevenbrück und Meggen.

Gleiche Lage wie vor zwei Jahren

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren, im August 2017, hatte es in der Schützenhalle einen ähnlichen Vorfall gegeben. 19 Kinder klagten damals über Übelkeit und Erbrechen, wurden notversorgt und in die umliegenden Krankenhäusern nach Attendorn, Lennestadt, Olpe und der DRK Kinderklinik nach Siegen transportiert. Noroviren waren damals der Auslöser gewesen. Das hatte eine Untersuchungen von Stuhlproben ergeben.

Die Ursache für die jetzigen Erkrankungen sind noch unklar. Das Gesundheitsamt des Kreises Olpe wurde eingeschaltet, um die Ursache zu ermitteln. „Zur Ursache der Erkrankungen kann derzeit noch nichts gesagt werden“, so Kreissprecher Hans-Werner Voss. Die Laboruntersuchungen laufen noch.

Maximilian Völkel, Vorsitzender des Schützenvereins Kirchveischede, sagte der Gruppe „jede Unterstützung zu, die möglich ist.“ Der Verein werde mit der Gruppe in Verbindung bleiben und will zunächst die Ergebnisse der Laboruntersuchungen abwarten.

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