Brennpunkt Ausbildung

Groß- und Außenhandelskaufleute bei Tigges und Zepke

Haxhi Bajgora (Mitte) steht im Ausstellungsraum seines Ausbildungsbetriebes in Olpe. Gemeinsam mit der Badezimmer-Expertin Wilma Menzebach (links) berät er eine Kundin.

Haxhi Bajgora (Mitte) steht im Ausstellungsraum seines Ausbildungsbetriebes in Olpe. Gemeinsam mit der Badezimmer-Expertin Wilma Menzebach (links) berät er eine Kundin.

Foto: Sarah Engelhard

Olpe.   Katharina Selter und Haxhi Bajgora sind Auszubildende als Groß- und Außenhandelskaufleute bei dem Olper Unternehmen Tegges und Zepke.

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Ein Regal aus weißen Gitterstäben reiht sich an das nächste. In den Fächern liegen Zangen, Rohre, Dichtungen und Waschbecken. In dem Lager des Fachgroßhandels für Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Lüftungstechnik sieht es aus wie in einem gut sortierten Baumarkt – nur eben mit spezifischen Produkten. Das Olper Unternehmen Tigges und Zepke bildet Groß- und Außenhandelskaufleute aus – in Olpe und auch am Standort in Finnentrop-Lenhausen. Der Lehrberuf gilt als attraktiv, die Unternehmen haben keine Schwierigkeiten, Bewerber zu motivieren. „Unsere Herausforderung ist es, gute Schulabgänger für eine handfeste Ausbildung in unserer Branche zu begeistern“, sagt André Zepke, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens.

Die Voraussetzungen

Die 18-jährige Katharina Selter ist Auszubildende im ersten Lehrjahr. Sie arbeitet aktuell im Abhollager, während ihrer dreijährigen Ausbildung wird sie noch den Vertriebsinnendienst, die Logistik, die Verwaltung und die Badausstellung kennenlernen. Letztere ist aktuell die Ausbildungsstation ihres Kollegen Haxhi Bajgora. Der 22-Jährige ist im dritten Lehrjahr und im kommenden Jahr Groß- und Außenhandelskaufmann.

„Die Ausbildung ist anspruchsvoll, sowohl in technischer als auch in kaufmännischer Hinsicht. Technisches Interesse ist sehr wichtig. Wir haben ein sehr großes Produktspektrum mit mehr als einer Million Artikel“, sagt Gesellschafter Zepke. Gefordert werden von Bewerben deshalb das Abitur oder ein Abschluss an der Höheren Handelsschule sowie Kommunikationsstärke, Zuverlässigkeit und Engagement.

„Wir wollen gute junge Leute ausbilden und uns so den Nachwuchs sichern“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter. Die Betreuung der Auszubildenden sei deshalb sehr intensiv. Neben einer zentralen Ausbilderin gibt es einen Verantwortlichen in jeder Abteilung sowie innerbetriebliche Schulungen. „Bei überdurchschnittlichen Leistungen haben die Auszubildenden bei uns große Übernahme-Chancen“, sagt Zepke.

Ein typischer Arbeitstag im Lager

Kunden der Firma sind vor allem Fachhandwerker aus Südwestfalen, dem Oberbergischen Kreis und dem Westerwald. Diese werden im Lager vor Ort oder am Telefon beraten. „Ab 7 Uhr können Handwerker Waren bei uns abholen. Das ist vergleichbar mit dem Einkauf im Supermarkt. Sie fahren mit einem Einkaufswagen durch das Lager. Wir helfen ihnen dabei, die passenden Produkte für ihre Aufträge herauszusuchen“, erklärt Katharina Selter.

Für sie beginnt ein typischer Arbeitstag im Abhollager um 7 Uhr mit der Warenannahme, wenn die am Vortag verkauften Mengen nachgeliefert werden. Sie prüft Lieferscheine und räumt Produkte in die Lagerfächer. Im Tagesverlauf ist die Beratung der Kunden, also meist der Handwerker, eine ihrer Hauptaufgaben. Rund 6000 Artikel sind im Lager vorrätig, die beim Kauf per Scanner eingelesen werden. Im Vertriebsinnendienst werden Kunden telefonisch beraten, Bestellungen aufgenommen und im Warenwirtschaftssystem erfasst, Angebote kalkuliert und verfolgt.

Katharina Selter schätzt den Kundenkontakt: „Man erfährt, welche Anlagen die Handwerker bauen, wie der aktuelle Stand der Bauvorhaben ist. Man sitzt nicht nur am Computer und schreibt Angebote, sondern lernt die Kunden persönlich kennen. Ich habe mich vor allem für die Ausbildung entschieden, weil sie so umfangreich ist.“

Die Ausstellung

Haxhi Bajgora arbeitet von 9 bis 18 Uhr in der Badausstellung. Dorthin kommen Kunden, um sich ihr Bad auszusuchen. Bajgora hat viel mit Plänen, Maßen, Farben, Möbeln und Sanitäranlagen zu tun. Eine Badezimmer-Expertin führt die Kundengespräche und übernimmt die Beratung. Bajgora läuft dabei mit, um möglichst viel zu lernen. Kunden allein beraten darf er als Auszubildender noch nicht. „Ich unterstütze unsere Ausstellungsberater bei der Planung der Bäder mit Kunden. Aber ich kümmere mich auch um die Auftragsabwicklung, um Prospekte und Muster“, sagt der Auszubildende.

Neben den Stationen im Unternehmen gehört auch ein außerbetriebliches Praktikum zur Ausbildung. Haxhi Bajgora hat sein Praktikum bereits absolviert. „Dieses findet bei unseren Kunden im Fachhandwerk statt, damit die Auszubildenden sehen, was auf den Baustellen mit der Ware passiert“, so Zepke. „Das Praktikum war sehr interessant und lehrreich. Ich renoviere gerade selbst und merke, wie viel Spaß mir auch das Handwerk macht“, ergänzt Bajgora, der den Kundenkontakt ganz besonders schätzt.

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