Bestattungen

Grabsteine mit QR-Codes: Wie Friedhöfe digitalisiert werden

Auf dem Wuppertaler Friedhof Uellendahl gibt es seit fast zwei Jahren Grabsteine mit QR-Codes. Das Grab von Maria Husemann war eines der ersten mit der digitalen Neuerung.

Auf dem Wuppertaler Friedhof Uellendahl gibt es seit fast zwei Jahren Grabsteine mit QR-Codes. Das Grab von Maria Husemann war eines der ersten mit der digitalen Neuerung.

Foto: Kai Kitschenberg / FunkeFotoServices

Wenden.  Auf den Friedhöfen Wenden, Altenhof, Elben und Schönau ist es möglich, die Grabstellen mit QR-Codes zu digitalisieren. Was das bewirken soll.

Das Leben wird digitaler. Stetig und unaufhaltsam. Es ist wohl nur logisch, dass im Internetzeitalter auch der Kontakt ins Jenseits digitalisiert wird. Ab dem 1. Oktober kann man auf den Friedhöfen Wenden, Altenhof, Elben und Schönau Grabsteine mit QR-Codes versehen. Die mit dem Smartphone scanbaren Codes verweisen auf eine Internetseite mit Informationen zum Verstorbenen. Das hat der Kirchenvorstand der Katholischen Kirchengemeinde St. Severinus Wenden in seiner neuen Friedhofsatzung beschlossen.

Die Gründe

„Uns ist wichtig, dass die Friedhöfe ihren Charakter halten – als Trauer- aber auch als Begegnungsstätte. Dazu muss man eben mit dem Geist der Zeit gehen“, sagt Günter Stracke vom Kirchenvorstand der Katholischen Kirchengemeinde St. Severinus Wenden. Dazu müsse man Friedhöfe erlebbarer machen. Getestet wird die technische Neuerung zunächst an Priestergräbern. „Wir haben für viele Priester Lebensläufe geschrieben, diese werden wir als erstes veröffentlichen. Dann schauen wir, wer sich sonst noch dafür interessiert.“ Bislang habe sich noch niemand gemeldet, sagt Stracke. „Unsere neue Satzung haben sich aber auch erst 20 Personen heruntergeladen.“

Die Kosten für den QR-Code

Die Einrichtung des QR-Codes und der Internetseite, die von der Kirchengemeinde verwaltet wird, kostet 50 Euro. Die Verwaltung für zehn Jahre beläuft sich zudem auf 120 Euro. Die jeweilige Internetseite soll aus dem Leben des Verstorbenen erzählen. „Der Lebenslauf soll maximal drei Seiten lang sein, dazu wird ein Foto gestellt“, erklärt Günter Stracke.

Ohnehin ist die klassische Bestattung nicht mehr en vogue. Die Rasen- und Urnenrasengrabstätten in ihrer bisherigen Form wird es auf dem Friedhof Wenden nicht mehr geben. „Die Rasengräber haben den Umbruch bewirkt, dass die Menschen nicht mehr auf Friedhöfe gehen. Es gibt ja keinen Grund mehr, wenn man nicht gießen und hacken muss“, kritisiert Günter Stracke.

Die flach auf der Wiese liegenden und schmutzigen Grabplatten werden von vielen Wendenern als unwürdig und trostlos angesehen, sagt er. Außerdem seien die Grabstätten für Friedhofsbesucher schlecht und im Winter bei Schnee so gut wie gar nicht aufzufinden. Hinzu komme, dass es immer wieder Ärger mit dem laut Friedhofsordnung bisher nicht gestatteten Blumenschmuck oder anderer Beigaben gebe. „Aufgrund dieser Erfahrungen hat der Kirchenvorstand beschlossen, sogenannte pflegeleichte Grabfelder anzulegen“, sagt Stracke.

Waldbestattungen in Schönau

Auf einem 50 cm breiten Streifen können die Nutzungsberechtigten nun kleine Grabmale oder Grabplatten errichten lassen. Außerdem sind jetzt auf einem Grabfeld des Friedhofs in Schönau Waldbestattungen für Wendener Bürger möglich.

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