GPA-Prüfung

Geht es Kunstrasenplätzen in Drolshagen bald an den Kragen?

Die Gemeindeprüfungsanstalt zu Gast in der Stadt Drolshagen: (von links) Antonius Keils, Simone Kaspar und Markus Daschner. Die Präsentation verfolgen Burkhart Lütticke, Uli Berghof und Rainer Lange von der Stadtverwaltung Drolshagen.

Die Gemeindeprüfungsanstalt zu Gast in der Stadt Drolshagen: (von links) Antonius Keils, Simone Kaspar und Markus Daschner. Die Präsentation verfolgen Burkhart Lütticke, Uli Berghof und Rainer Lange von der Stadtverwaltung Drolshagen.

Foto: Josef Schmidt / WP

Drolshagen.  Ordentliche Prüfungsnoten von der GPA für Drolshagen. Aber auch Empfehlungen, die beispielsweise die Kunstrasenplätze betreffen.

Über teilweise gute Noten der Gemeindeprüfungsanstalt NRW (GPA) konnten sich Drolshagens Stadtrat und die Verwaltung um Bürgermeister Uli Berghof am Donnerstag Abend freuen: Die Vizepräsidentin der GPA, Simone Kaspar, war mit ihrem Prüfungsteam, Antonius Keils und Markus Daschner, selbst in die Rosestadt gekommen, um ihre Prüfungsergebnisse vorzustellen. Eines vorweg: Die Prüfer stellen fest, dass Drolshagen nach den düsteren Zeiten des Haushaltssicherungskonzeptes den rechten Weg eingeschlagen habe: Höhere Steuern, höhere Abgaben, strikte Ausgaben-Disziplin, aber auch eine gute Konjunktur habe es der Stadt ermöglicht, das Haushaltssicherungskonzept 2016 und damit vorzeitig zu verlassen.

Schuldenlast zu hoch

Aber: Drolshagens Schuldenlast sei immer noch zu hoch. Und der stadteigene Besitz, Straßen und Gebäude seien in die Jahre gekommen. Wörtlich heißt es im Bericht: „Das Vermögen der Stadt ist in Teilen überaltert. Die Straßen zeigen aus bilanzieller Sicht einen Abnutzungsgrad von bereits 70,5 Prozent. Das Verwaltungsgebäude hat einen ähnlich hohen Abnutzungsgrad. Hier wird die Stadt in den nächsten Jahren Investitionen nachholen müssen.“

Einsparpotenzial Spielplatz

Einsparpotenziale und Handlungsbedarf sehen die Prüfer bei den Spiel- und Bolzplätzen. Empfehlung: Die Zahl der derzeit 45 Spiel- und Bolzplätze reduzieren, eher auf weniger und gut ausgestattete Plätze setzen.

Handlungsbedarf Kunstrasen

Zu den sechs Kunstrasenplätzen stellte das Prüfungsamt auch in der gestrigen Ratssitzung fest: Eigentlich zu viel für eine Stadt wie Drolshagen. Allerdings, solange die Vereine mit großem Engagement den Löwenanteil der Unterhaltung stemmten, belaste dieser Umstand den Haushalt der Stadt kaum. Sollten aber aufwendige Sanierungen anstehen oder dieses Engagement der Vereine nachlassen, sollte die Stadt handeln. Hintergrund: Die Auslastung der Plätze sei vergleichsweise sehr gering. Hier sehen die Prüfer mit ihrer eigenen Begrifflichkeit einen „erheblichen Handlungsbedarf“.

Mikroplastik ein Thema

Bürgermeister Uli Berghof bilanzierte die Prüfungsergebnisse positiv, sprach von mutigen Entscheidungen in der Vergangenheit und davon, dass der strenge Konsolidierungskurs beibehalten werden müsse. Er kündigte aber auch ein Sportplatzkonzept an, spätestens, wenn der erste Kunstrasenplatz seinem Nutzungsende entgegensehe. Berghof: „Hier könnte uns die aktuelle Diskussion um Mikroplastik als Füllstoff deutlich früheren Handlungsbedarf abverlangen, als das vor wenigen Tagen noch absehbar war.“

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