Ostern

Familie Höffer: Das ist das Besondere der Ennester Pote

Guido Höffer (links) zusammen mit seinem Vater Manfred Höffer und seinem Sohn Julian Höffer. Alle drei sind in der Ennester Pote aktiv.

Guido Höffer (links) zusammen mit seinem Vater Manfred Höffer und seinem Sohn Julian Höffer. Alle drei sind in der Ennester Pote aktiv.

Foto: Verena Hallermann

Ennest.   Manfred Höffer, sein Sohn Guido und Enkel Julian sind in der Ennester Pote. Drei Generationen, eine Leidenschaft. Was macht die Faszination aus?

Unter ihrem richtigen Namen kennt sie eigentlich kaum jemand. Manfred Höffer, sein Sohn Guido Höffer und Enkel Julian Höffer werden in Attendorn nämlich nur „Brackel“ gerufen. Ein Kosename, der seit Generationen weitergegeben wird. Genau wie das Osterbrauchtum. Denn alle drei sind in der Ennester Pote aktiv. Und zwar jedes Jahr. Immer wieder. Ohne Ausnahme. Doch wie kamen sie zu dem Namen? Und vor allem: Was macht diese außergewöhnliche Faszination dieses Osterbrauchtums aus, das nicht nur bei den „Brackels“ einen so hohen Stellenwert besitzt?

Stille Zeitdokumente

Im Keller hat sich Manfred Höffer einen kleinen Hobby-Raum eingerichtet. Bilder hängen an der Wand. Von seinen Vereinsmitgliedern, von seiner Familie, von den Osterfeuern. Stille Zeitdokumente. „Ich bin jetzt praktisch 73 Jahre mit dabei, von klein auf“, erzählt Manfred Höffer, der fünf Poskevatter mitgemacht hat. „Mein Vater, Albert Höffer, war Kassierer im Verein. Er hat mich damals nach dem Krieg mit zum Holzstellen genommen.“ Das war der Beginn. Seit jeher ist der heute 80-jährige Rentner dabei, wenn die Bürden für das Osterfeuer gebunden werden. Seit jeher ist er dabei, wenn das gebundene Fichten- und Dickholz auf den Osterkopp transportiert wird. Früher noch auf dem Rücken. „Als Kinder mussten wir uns damals alle in einer Reihe aufstellen“, erinnert sich der Familienvater. „Dann bekam jeder Klümpchen als Belohnung dafür, das wir geholfen haben.“

Das Osterbrauchtum in Attendorn hat seinen eigenen Charakter. Manfred Höffer hat die Abläufe mit einem Miniatur-Modell nachgebaut. Das Modell hat seinen Platz im Hobby-Raum bekommen. Das Osterholz stellen, das Segnen der Ostersemmeln, das Schlagen der Fichten, das Aufstellen des Osterkreuzes, das Entzünden des Osterfeuers, das Schwenken der Fackeln – das alles findet sich in Höffers Miniaturwelt wieder. Er stimmt das Lied „Dat Poskekrüz, dat is dai Stolz“ an, das Lied, das oben auf dem Kopp gemeinsam gesunden wird. Wenn wieder alle gemeinsam um das Feuer stehen. Wenn wieder unzählige Menschen die Flammen feiern. Wenn wieder all diejenige anreisen, die aus Attendorn weggezogen sind. „Es kommen viele über Ostern wieder“, sagt Guido Höffer.

Der 50-Jährige ist der Sohn von Manfred Höffer und ist schon als Kind mit dabei gewesen. „Wenn man einmal dabei ist, bleibt man auch.“ Das weiß auch sein Sohn. Julian Höffer ist 21 Jahre. Er kennt Ostern ohne die Pote gar nicht: „Ich war schon dabei, da konnte ich grade erst laufen.“

Aber was ist es nun, was die Familie so fasziniert an der Ennester Pote? „Der Zusammenhalt und die Geselligkeit“, sagt Guido Höffer. Anders funktioniert das Brauchtum auch nicht. Schließlich sind vereinte Kräfte gefragt. Die rund 30 Meter hohen Tannen werden mit Axt und Säge zu Fall gebracht.

Egal, ob es regnet oder schneit. Kleine Blessuren gibt es schon mal, aber das gehört irgendwie dazu. „Motorsägen gibt es bei uns nicht“, sagt Manfred Höffer und lacht. „Sonst gibt es Krach.“

Es ist nicht nur die Ennester Pote. In der Familie Höffer hat Vereinsleben generell einen hohen Stellenwert. Alle drei sind Mitglieder im Schützen- und Karnevalsverein. Ob das nicht ein bisschen viel ist? „Das geht ja ineinander über“, lacht Guido Höffer. „Nur in der Zeit von September bis November gibt es ein bisschen Ruhe.“

Und auch Albert Höffer, sein Großvater, war in Vereinen aktiv. So spielte er unter anderem Fußball. Irgendwann sagte mal einer, „der läuft ja wie eine Bracke“ über den Platz. Das war die Geburtsstunde des Kosenamens, unter dem Familie Höffer seitdem bekannt ist. Ein Name, der in den Generationen weiterlebt. So wie das Osterbrauchtum. „Wenn ich mal Kinder habe, nehme ich die auch sofort mit“, sagt Julian Höffer.

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