Gartentipps

Es wird allerhöchste Zeit, die Kübelpflanzen reinzuholen

Für nicht Winterharte Kübelpflanzen wird es allerhöchste Zeit, ins Warme zu kommen.

Für nicht Winterharte Kübelpflanzen wird es allerhöchste Zeit, ins Warme zu kommen.

Foto: Thomas Kramer

Olpe.  Turne bis zur Urne: Die Bewegung im eigenen Garten soll auch in der kalten Jahreszeit nicht zu kurz kommen, rät Experte Thomas Kramer aus Olpe.

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Na, schon mal die Tage die Autoscheiben gekratzt? Morgens ist es schon ganz schön schattig und es wird nicht mehr lange dauern, bis Väterchen Frost richtig zuschlägt. Das meiste Laub ist unten und es ist Zeit, den Garten auf den Winter vorzubereiten. Hören Sie auf, über das Laub zu schimpfen – nehmen Sie es sportlich. Bewegung tut gut, sagt Ihnen jeder Arzt. Ich war vor Jahren mal auf einer Veranstaltung mit Prof. Dr. med Dietrich Grönemeier, dem Bruder von Herbert. In seinem Vortrag gab er den Zuhörern den Rat: „Turne bis zur Urne!“ Also, Fächerbesen schnappen und raus an die Luft.

Vom Rasen muss alles runter, in den Beeten kann das Laub ruhig liegen bleiben. Stauden schneiden oder nicht? Wenn die winterharten Pflanzen schon länger am Standort stehen, können Sie die Stängel und Blätter ruhig eine Handbreit über dem Boden abschneiden, müssen das aber nicht. Sie können auch alles so lassen, was ökologisch Sinn macht, denn Vögel und Insekten finden hier im Winter noch Nahrung. Außerdem bedecken die abgestorbenen Blätter und Pflanzenteile den Boden im Bereich der Wurzeln. So haben die Stauden automatisch einen kleinen Winterschutz und Sie brauchen dann im Frühjahr nur das zu entfernen, was sich nicht automatisch im Winter zersetzt hat.

Junge, das sieht nicht ordentlich aus

Allerdings, Mama hätte gesagt: „Junge, das sieht jetzt aber gar nicht mehr ordentlich aus.“ Und was hätte der Junge gemacht? Richtig, alles abgeschnitten und sauber gemacht. Ein Laubhaufen in einer Ecke können Sie trotzdem bis zum Frühjahr liegen lassen. So eine Laubecke kann Igeln durchaus helfen, gut über den Winter zu kommen. Laub und andere organische Masse in Gartenteichen sollte allerdings unbedingt entfernt werden. Es würde sich sonst eine Schicht auf dem Boden des Teiches bilden, die dort vermodern würde. Dadurch würde sich die Wasserqualität erheblich verschlechtern und dem Teich würde bei dem Zersetzungsprozess Sauerstoff entzogen. Algen wären die einzigen, die sich darüber freuen würden.

Gehölze können jetzt auch geschnitten werden, bis auf einige Einschränkungen. Die Winter- und Frühjahrsblüher wie Forsythien, Zaubernuss, Zierkirsche oder Zierjohannisbeere haben jetzt schon ihre Blütenknospen angesetzt und sollten immer nur im Sommer nach der Blüte geschnitten werden, sonst wird das nämlich nichts mit einem farbenprächtigen Frühjahr.

So sollten Sie die Rosen schneiden

Rosen können jetzt auch geschnitten werden, nur nicht zu tief. Den zweiten Schnitt macht man im Frühling, damit Frostschäden nicht zu tief in die Pflanze eindringen können. Achten Sie darauf, dass die Veredelungsstellen unbedingt mit Boden oder Mulch bedeckt ist. Im Zweifel können sie die Rosen auch etwas anhäufeln.

Gegen die Wintersonne hilft schon das Abdecken mit Tannen- oder Fichtenzweigen. Für nicht winterharte Kübelpflanzen wird es allerhöchste Zeit, ins Warme zu kommen. Vorher noch einmal kontrollieren, ob vielleicht das ein oder andere Insekt an den Pflanzen herumkrabbelt und dann in einen Raum damit, der zwar frostfrei, aber nicht zu warm ist. Völlige Dunkelheit ist auch nicht gut und seien Sie behutsam mit dem Gießen.

So, jetzt noch die Dahlien ausbuddeln, etwas sauber machen, in Kisten packen und ab damit in den Keller. Damit Sie sie im Frühjahr wieder an die richtige Stelle pflanzen und zuordnen können, empfiehlt es sich, die einzelnen Knollen mit Etiketten zu versehen. Wenn jetzt auch noch die Gartenmöbel unter Dach und Fach sind, können Sie nach dieser sportlichen Meisterleistung mit leicht geröteten Wangen und völliger Zufriedenheit wieder reinkommen. Die Tasse Kaffee und das Stückchen Kuchen haben Sie sich redlich verdient. Übrigens, Professor Grönemeier wäre stolz auf Sie, da bin ich mir ziemlich sicher.


Viel Spaß beim Gärtnern wünscht Ihnen
Ihr Thomas Kramer

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