Prozess

Weihwasser-Säufer von Olpe: Staatsanwalt fordert Haftstrafe

Ein 30-jähriger Serien-Täter, der Olpe und Umgebung 2018 monatelang unsicher gemacht hatte, wartet auf das Urteil der Ersten Großen Strafkammer des Landgerichts. Staatsanwalt Fölling fordert zweieinhalb Jahre Gefängnis, Verteidiger Christof Hilleke Bewährung.

Ein 30-jähriger Serien-Täter, der Olpe und Umgebung 2018 monatelang unsicher gemacht hatte, wartet auf das Urteil der Ersten Großen Strafkammer des Landgerichts. Staatsanwalt Fölling fordert zweieinhalb Jahre Gefängnis, Verteidiger Christof Hilleke Bewährung.

Foto: WP

Kreis Olpe/Siegen.   Der Serientäter aus Olpe, vor dem auch Weihwasser nicht sicher war, soll nach Willen des Staatsanwalts in Haft. Er sprach von „Terror von Olpe“.

Geht es nach Staatsanwalt Stefan Fölling, wandert der 30-jährige Angeklagte im sogenannten „Weihwasser-Prozess“ für zweieinhalb Jahre hinter Gittern. Fölling war bei seinem Plädoyer vor der Ersten Großen Strafkammer noch anzumerken, wie sehr der Angeklagte auch der Justiz im Sommer 2018 auf die Nerven gegangen sei: „Er war der Terror von Olpe.“

Wenn man alles detailliert aufgearbeitet hätte, wären wohl mehr als 60 Anklagepunkte zusammengekommen. Fölling: „Ich war damals für ihn zuständig, bin dauernd von der Polizei in Olpe angerufen worden, einmal sogar um drei Uhr nachts.“ Die Polizei sei offenbar mit der Situation überfordert gewesen, auch weil der 30-Jährige immer wieder habe eingesperrt werden wollen.

Für Aufsehen hatte der 30-Jährige auch gesorgt, weil er in der Olper Martinuskirche randaliert und ein Weihwasserbecken ausgetrunken hatte. Die Anklageschrift hatte eingangs des Prozesses fast 30 Delikte aufgelistet.

Polizei auf Trab gehalten

Obwohl er dem Gutachten von Nervenarzt Dr. Bernd Roggenwallner folge, der Angeklagte sei weitgehend schuldunfähig gewesen, blieben gravierende Delikte übrig, die zu ahnden seien, so Fölling. Etwa der Auftritt im Drogeriemarkt Müller in Olpe, als der 30-Jährige die Filialleiterin im Zuge eines Ladendiebstahls mit einem Klappmesser bedroht habe, aber auch der Wohnungseinbruchsdiebstahl im Haus von Mutter und Bruder. Die Psychose in Verbindung mit dauerhaftem Drogen- und Alkoholkonsum erkenne er zwar an, eine Bewährungsstrafe halte er aber für nicht angemessen. Sollte es sie dennoch geben, müsse eine Therapie zwingend und nachweisbar erfolgen.

Strafverteidiger Christoph Hilleke bat das Gericht um Bewährung für seinen Mandanten: „Ja, er hat Polizei und Staatsanwaltschaft auf Trab gehalten, morgens, mittags, abends, ja sogar nachts. Aber er war damals durchgehend psychotisch.“ Der heute neben ihm sitzende Mensch habe mit dem damaligen chronischen Straftäter nichts mehr gemein.

Ein Wink Richtung Urteil: Richterin Elfriede Dreisbach fragte den Angeklagten, ob er nach dem Prozess mit einer ambulanten Therapie einverstanden sei, was der umgehend bejahte.

Urteilsspruch: Dienstag, 30. April, 15 Uhr.

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