Garten-Tipps

Eine neue Perspektive im eigenen Garten schaffen

Empfehlung von Thomas Kramer: Gönnen Sie sich doch einen Sitzplatz abseits Ihrer Hauptterrasse.

Empfehlung von Thomas Kramer: Gönnen Sie sich doch einen Sitzplatz abseits Ihrer Hauptterrasse.

Foto: Thomas Kramer

Der neue Trend: Gärten sollen wieder natürlicher sein und Unkraut ist kein Tabu. Unser Experte Thomas Kramer empfiehlt einen zweiten Sitzplatz.

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So unterschiedlich wie die Menschen sind auch ihre Gärten. Bei Ottilie Ordentlich muss alles wie geleckt sein, kein Unkraut in der Fuge, kein Laub im Beet, kein Grashalm über fünf Zentimeter.

Bei Gerda Gradlinig muss alles strack sein. Klare Kanten, kein Schnick-Schnack, bloß nichts Buntes, weiß, schwarz und immergrün reicht völlig aus. Und bei Cordula Grün sieht die Welt ganz anders aus. Bunt, üppig, wild, verschlungen, homogen und vielfältig.

Verschiedene Menschen, verschiedene Gärten

Aber wer hat jetzt in punkto Gartengestaltung recht? Alle natürlich, denn jeder tolerante Mensch kennt den Grundsatz „Jedem, wie es gefällt“. Aber wohin geht die Reise? Welcher Gartenstil liegt im Trend? Vor noch gar nicht so langer Zeit wurde die geradlinig-formale Gestaltung mit großformatigen Belägen als modern bezeichnet. Schaue ich mir aber die Bilder der letzten Chelsea Flower Show an, dann geht der Trend eindeutig in die andere Richtung.

Es darf wieder natürlicher sein. Und gepflegt heißt nicht unkrautfrei um jeden Preis. Das hat etwas mit Genießen zu tun, mit Arbeit und Belohnung. Sich in den Garten zu setzen und den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen, das ist in der heutigen Zeit Luxus, das hat Lebensqualität. Aber wo setze ich mich hin?

Ich kann Ihnen nur empfehlen, sich einen Sitzplatz abseits Ihrer Hauptterrasse zu gönnen. Solch ein Platz ist nichts Neues, denkt man an die großen Landschaftsparks und Herrenhäuser zurück. Dort wurden vielfach Sichtachsen ausgebildet, an deren Ende Pavillons zum Verweilen einluden.

Man spazierte gezielt dort hin, setzte sich und genoss das Bild, das sich einem bot. Der Garten bekommt von so einer Stelle eine ganz neue Perspektive. Oder denken Sie an die Engländer mit ihren Teehäusern. Five o`clock, ein Tablett, Gurkensandwiches, Tee und Zitronenlimonade und ab damit ins Gartenhaus mit viel Glas und Aussicht. Das nenne ich doch mal Pause.


Das ist doch was völlig anderes als Coffee to go, oder?

Gemütliche Plätze

In manchen Gärten stehen statt Pavillons Sauerländer Blockhäuser. Vom Grundsatz her ähnlich, nur nicht so offen. Eines haben diese Plätze gemeinsam – sie sind gemütlich. Klar haben solche Gartenhäuser Vorteile. Man kann auch in den kälteren Jahreszeiten oder bei Regen dort sitzen, sie für kleine Feiern nutzen, sie zu einem Grilltempel umbauen oder dort bayrische Tradition einschließlich Bierkrug und Blasmusik pflegen.

Bei einem offenen Pavillon ist das anders. Dort geht man nur im Sommer hin und nur bei schönem Wetter. Aber dafür ist man mehr mitten drin, mitten im Garten. Verglast man die Seiten, so kann man sie zwar auch länger und anders nutzen, verliert aber ein wenig von diesem Freiheitsgefühl. Aber egal, wofür Sie sich entscheiden, überlegen Sie vorher genau, was Sie wollen.

Daran sollten Sie denken

Wir kennen auch genügend Gartenhäuser, die voll stehen mit allerlei möglichem Krempel der eigentlich in den Keller, auf den Dachboden oder in den Sperrmüll gehört. Übrigens sollten Sie auch immer an die Landesbauordnung denken, wenn sie eine Gartenhütte oder einen verglasten Pavillon bauen möchten. Hier müssen Sie die Abstandsflächen zum Nachbarn, genehmigungsfreie Größen und Nutzungsart berücksichtigen.

Aber vielleicht fangen Sie doch erst mal mit einem zweiten Sitzplatz für den Sommer im Garten an. Suchen Sie sich einen Platz, um Pause zu machen. Es müssen ja nicht unbedingt ein Gurkensandwich und Tee sein. Pflaumenkuchen mit Sahne und eine ordentliche Tasse Kaffee tun es auch. Hauptsache mitten im Garten.

Viel Spaß beim Gärtnern
wünscht Ihnen Ihr
Thomas Kramer

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