Eine Geburtstagskerze, die keiner will

Finnentrop.   Im oberen Frettertal brodelt es in Sachen Windenergie. Vor allem in und um Serkenrode befürchten viele Bürger, in einigen Jahren von bis zu 240 Meter hohen Windrädern umzingelt zu werden. „Das sieht dann aus wie eine riesige Geburtstagskerze“, sprach Georg Schmidt, ein Bürger, am Dienstagabend vielen Betroffenen aus der Seele und meinte das gar nicht witzig. „Wir haben hier alle Angst“, berichtete eine Anwohnerin und erhielt dafür in der Einwohnerstunde am Ende der Ratssitzung von ihren Nachbarn viel Applaus.

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Im oberen Frettertal brodelt es in Sachen Windenergie. Vor allem in und um Serkenrode befürchten viele Bürger, in einigen Jahren von bis zu 240 Meter hohen Windrädern umzingelt zu werden. „Das sieht dann aus wie eine riesige Geburtstagskerze“, sprach Georg Schmidt, ein Bürger, am Dienstagabend vielen Betroffenen aus der Seele und meinte das gar nicht witzig. „Wir haben hier alle Angst“, berichtete eine Anwohnerin und erhielt dafür in der Einwohnerstunde am Ende der Ratssitzung von ihren Nachbarn viel Applaus.

Drei Sondergebiete

Der Tagesordnungspunkt 10 „Ausweisung von Vorrangflächen für Windenergie“ hatte an diesem Abend zahlreiche Bewohner des oberen Frettertals ins Finnentroper Rathaus geführt. In ihrer unmittelbaren Nachbarschaft - nordöstlich von Schöndelt, nordwestlich von Serkenrode und nördlich von Ostentrop - hat die Gemeinde Finnentrop bereits Verfahren zur Ausweisung von Sondergebieten eingeleitet, in denen Windräder gebaut werden könnten.

„Die Konzentration von Windrädern im Frettertal macht uns Angst“, brachte Georg Schmidt die Stimmung vieler Bürger nach der Ratssitzung auf den Punkt. „Wenn sie einmal stehen, haben wir keine Chance mehr.“

Neben gesundheitlichen Gefahren befürchten Schmidt und die anderen Kritiker einen erheblichen Eingriff in das Landschaftsbild und negative Auswirkungen auf die Immobilienpreise. Von der Gemeindeverwaltung fühlen sich Georg Schmidt und Co. zudem unzureichend informiert.

Die Befürchtungen der Frettertaler kann CDU-Ratsherr Werner Hüttemann gut verstehen: „Ich werde alles versuchen, das nicht alles im oberen Frettertal landet.“ Und deshalb will der in Serkenrode wohnende Hüttemann auch das Oberbecken bei Rönkhausen als mögliche Vorrangfläche für Windenergie im Spiel belassen.

„Ich will nicht den Eindruck erwecken, dass dieses Gebiet unantastbar ist“, begründete der CDU-Politiker seine Enthaltung, eine von insgesamt sieben.

Der Großteil der Ratsmitglieder folgte aber dem von Ralf Beckmann (CDU) vorgetragenen Beschlussvorschlag, gegen die Ausweisung einer Vorrangfläche für den „Suchbereich 1“ (Oberbecken Rönkhausen) zu stimmen, „um kein viertes Fass aufzumachen“.

Landschaft und Wind

„Wer erzählt, wir könnten Windkraft verhindern, der treibt die Bürger hinters Licht“, redete Bürgermeister Dietmar Heß (CDU) Klartext. Heß warnte davor, seitens der Gemeinde Planungsinstrumente aus der Hand zu geben. „Dann haben wir keinen Einfluss mehr und es besteht das Risiko, dass genau das entsteht, was wir verhindern wollen“, appellierte der Bürgermeister an die betroffenen Bewohner. An der Privilegierung der Windkraft sei nun mal nicht zu rütteln.

Zusammen mit den betroffenen Bürgern will Heß versuchen, „die Dinge so zu kanalisieren, dass wir sie einigermaßen steuern können“. Wenn man gar nichts mache, bestehe die Gefahr, in einigen Jahren „von Anlagen umzingelt“ zu sein. „Der liebe Gott“, so Dietmar Heß, „hat uns die schöne Landschaft gegeben, aber auch den Wind.“

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