Kampagne

One Billion Rising: Kreis Olpe tanzt gegen Gewalt an Frauen

Mit der One Billion Rising Kampagne soll auf die Unterdrückung von Frauen aufmerksam gemacht werden. Am 14. Februar findet der Tanz auf dem Olper Marktplatz und in Lennestadt-Altenhundem statt.

Mit der One Billion Rising Kampagne soll auf die Unterdrückung von Frauen aufmerksam gemacht werden. Am 14. Februar findet der Tanz auf dem Olper Marktplatz und in Lennestadt-Altenhundem statt.

Foto: Jana Wehmann

Kreis Olpe.   Weltweite Aktion „One Billion Rising“ findet jedes Jahr am 14. Februar statt. Monika Leuenberg, Verein Frauen helfen Frauen, erklärt Hintergrund.

Die Arme werden nach oben in die Luft gestreckt, der Zeigefinger ist in den Himmel gerichtet. Es wird gesprungen, sich gedreht. Generell ist es ein froher, positiver Tanz, der am 14. Februar auf dem Marktplatz in Olpe und in Lennestadt-Altenhundem aufgeführt wird. Doch der Grund ist dafür umso bedrückender. Es ist ein Tanz gegen die Unterdrückung v on und Gewalt an Frauen. „One Billion Rising for Justice“ heißt die weltweite Kampagne, die im Kreis Olpe vom Verein Frauen helfen Frauen und der Tanzklasse Olpe veranstaltet wird. Wir haben mit Organisatorin Monika Leuenberg vom Verein gesprochen.

„Break the chain“ (auf Deutsch „sich frei kämpfen“) heißt der weltweite One Billion Rising (OBR)-Song. Der Titel hat seinen Grund: Eine von drei Frauen wird im Laufe ihres Lebens geschlagen oder vergewaltigt. Sie muss sich frei kämpfen. „Die Frage ist, was man als Gewalt bezeichnet. Der Kuss auf den Mund von einem fremden Mann?“, sagt Monika Leuenberg. Jede dritte Frau, das sind eine Milliarde Frauen (one billion), die genötigt werden oder mit Gewalt in Berührung kommen.

Die Aktion wurde 2012 von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler initiiert. Die Kampagne wurde im Rahmen der V-Day-Bewegung (Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen) gestartet und entwickelte sich zu einem globalen Streik. Frauen und Männer sollen jedes Jahr am 14. Februar ihre Arbeit niederlegen, auf das Problem aufmerksam machen, Stärke und Solidarität zeigen und eine Gemeinschaft bilden.

Auf die Arbeit aufmerksam machen

„Nur weil die Unterdrückung in der Öffentlichkeit nicht thematisiert wird, heißt es nicht, dass die Gewalt weniger wird“, sagt Leuenberg. Denn auch Gesetze halten Männer vor Gewalt nicht zurück, so die Diplom-Psychologin.

Der Verein Frauen helfen Frauen veranstaltet die Demonstration, um als Ansprechpartner wahrgenommen zu werden. Denn auch wenn der Verein schon seit 1984 bestehe, viele Frauen wüssten nicht, an wen sie sich im Falle eines Übergriffs wenden sollten, so Leuenberg. „Diese Arbeit ist immer noch nötig“, sagt die Organisatorin, „Frauen müssen wissen, dass sie jederzeit zu uns kommen, und wir ihnen helfen können.“

Deshalb sei die Aktion besonders wichtig. 2018 nahmen trotz Regen und Schnee rund 170 Personen teil. „Da haben wir auf Eis und Schnee getanzt. Die Teilnehmerzahl hängt immer ganz vom Wetter ab.“ Für den 14. Februar 2019 rechnet der Verein wieder mit 150 bis 200 Teilnehmer.

Das Lied „Break the chain“ bleibt jedes Jahr gleich. Bis im vergangenen Jahr tanzte die Olper Gruppe auch denselben Tanz, aber „wir wollten die Schritte mehr an den Original-Tanz aus New York anpassen“, erklärt Leuenberg. So wurde der Tanz etwas moderner. „Früher gab es mehr Wiederholungen. Jetzt ist der Tanz sehr variabel. Es sind einige Schritte und die Hände werden viel mit eingesetzt“, sagt Leuenberg.

Schulen und Firmen einbinden

Für die Zukunft wünscht sich die Diplom-Psychologin, dass die Aktion größer wird, dass Unternehmen einen Impuls setzen und Frauen die Chance geben, daran teilzunehmen. „Bisher können vollzeitarbeitende Personen nicht an der Aktion teilnehmen. Aber ich würde mir wünschen, dass Firmen einen Bus organisieren, ihre Frauen zum Marktplatz fahren, sie tanzen lassen und anschließend wieder zur Arbeit fahren“, sagt Leuenberg und fügt hinzu: „Das wäre ein Zeichen von Solidarität. Es sind zwar rund 30 Minuten pro Mitarbeiter, die die Unternehmen opfern müssten, aber es wäre für ein wichtiges Anliegen.“

Um ein breites Publikum zu bekommen, wünscht sich Leuenberg, dass die Aktion in Schulen thematisiert werde und der Tanz im Unterricht geübt würde. „Jeder sollte die Möglichkeit bekommen, an dem Tanz teilnehmen zu können. Durch ein selbstbewusstes Auftreten von Frauen kann die Gewalt reduziert werden“, erklärt die Organisatorin.

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