Tipps vom Gärtner

Ein Gartenteich in Olpe wie von Claude Monet gemalt

Wer also Lust auf Seerose und Miniaturteich hat, braucht nicht viel, um sich diesen Wunsch zu erfüllen.

Wer also Lust auf Seerose und Miniaturteich hat, braucht nicht viel, um sich diesen Wunsch zu erfüllen.

Foto: Thomas Kramer

Wer Lust auf Seerose und Miniaturteich hat, braucht nicht viel, um sich diesen Wunsch zu erfüllen, weiß Gärtner Thomas Kramer.

Ich war im Juni auf einer Studienreise in der Normandie und habe dabei auch den Garten von Claude Monet besucht. Der berühmte Seerosenteich mit der grünen Brücke ist ein Gartenteil, den der Maler besonders liebte und die blühenden Seerosen kommen in vielen seiner Bilder vor. Jetzt hat ja leider nicht jeder Platz für einen großen Teich und vielleicht auch nicht genügend Zeit, um sich darum zu kümmern, aber es muss ja auch nicht immer eine große Lösung sein. Schließlich hat der Eisenbahnfreund auch keine Dampflok im Garten stehen, sondern eher die Modelleisenbahn im Keller.

Wer also Lust auf Seerose und Miniaturteich hat, braucht nicht viel, um sich diesen Wunsch zu erfüllen. Alte Zinkwannen, Tröge aus Naturstein oder Ton oder auch halbe Holzfässer eignen sich sehr gut als Grundlage für einen Miniteich. Bei der Auswahl müssen Sie aber unbedingt daran denken, was Sie im Winter mit Ihrem kleinen Biotop machen wollen. Überwintern Sie alles geschützt im Keller, dann können Sie frostempfindliche Materialien verwenden, denn beim Zufrieren des Miniteiches würde sonst jeder Naturstein- oder Tontrog auseinanderbrechen. Konische Kunststoffbecken oder Zinkwannen können dagegen draußen bleiben. Es heißt zwar, dass die Huminsäure in Pflanzsubstraten Zink lösen kann und Pflanzen und Tiere somit geschädigt würden, aber bei der geringen Menge von Teicherde die verwendet wird, halte ich das Argument in dem Fall für unbegründet.

Viel wichtiger ist die Wassermenge, die das Gefäß aufnehmen kann. Weniger als 50 Liter sollten es nicht sein, denn sonst kann so ein Miniteich schnell im Sommer überhitzen und Algen machen sich breit. Um solch ein Überhitzen zu vermeiden, sollten Sie für Ihre alte Kinderbadewanne einen Platz suchen, der höchstens fünf bis sechs Sonnenstunden hat und für den Rest des Tages im Schatten liegt. Voller Schatten scheidet allerdings aus. Beachten Sie bitte auch die Tatsache, dass bei starker Hitzeeinstrahlung große Mengen von Wasser verdunsten. 14 Tage im Sommerurlaub, zu Hause strahlende Sonne und dann keinen Nachbarn, der die Wanne auffüllt – schon liegt er trocken, unser ach so herrlich kleiner Tümpel. Zum Auffüllen nehmen Sie am besten Wasser aus einem Brunnen, einem Bach oder Regenwasser aus der Tonne.

Bei der Erstbefüllung empfehle ich immer, genau wie beim großen Teich, zusätzlich Wasser aus einem bestehenden Biotop zu nehmen damit sich das ökologische Gleichgewicht schneller einstellt. Füllen Sie etwa 5 cm dick Kies, der vorher gewaschen wurde, unten in die Wanne oder den Trog. Besorgen Sie sich im Gartenmarkt Pflanzkörbe für den Teich, etwas Vlies, spezielle Teicherde und natürlich Wasserpflanzen. Es sollte eine Mischung aus Unterwasserpflanzen, Schwimmpflanzen, und Teichpflanzen sein und es sollten nicht zu viele verwendet werden, da sonst schnell keine Wasserfläche mehr zu sehen ist.

Achten Sie unbedingt darauf, welche Pflanze welche Wassertiefe benötigt. Gerade bei Seerosen ist das sehr wichtig. Es gibt Sorten, die benötigen nur eine Wassertiefe von 20 cm. Pflanzt man die in einem großen Teich zu tief, kommen sie nie oben an. Umgekehrt gibt es Seerosen, die eine Wassertiefe von 80 cm und mehr benötigen. Pflanzt man die in die Kinderbadewanne, würde sie ihre Blätter über die Wasserfläche hinausschieben und praktisch aus dem Miniteich ragen. Nehmen Sie jetzt einen Pflanzkorb, legen diesen mit Vlies aus, füllen Teichsubstrat ein und pflanzen Sie dort eine geeignete Seerose hinein. Klappen Sie die Enden des Vlieses über das Substrat, legen Sie ein paar Kieselsteine darauf und dann ab damit in die Wanne. Jetzt brauchen Sie nur noch Papier, Pinsel und Farbe und die Aussichten, ein berühmter Maler oder Malerin zu werden, sehen nicht schlecht aus.


Viel Spaß beim Gärtnern wünscht Ihnen Ihr Thomas Kramer

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